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Österreichs Engagement in Russland

Bundesforste: Finanzdebakel in Russland?

Einen Verlust von 100 Mio. Euro sollen die Bundesforste eingefahren haben.

"Die Presse", Print-Ausgabe, 18.02.2008

WIEN (APA/red.). Dass die Expansion der Österreichischen Bundesforste Richtung Russland nicht vom Glück verfolgt war, ist bekannt. Im November 2006 zog sich das Unternehmen aus einem Joint Venture namens Föria mit den Finnischen Staatsforsten zurück, das in Russland 176.000 Hektar Wald bewirtschaftete. Damals hieß es, dass Präsident Wladimir Putin den Export von unbearbeitetem Holz einschränken will und zu diesem Zweck die Bedingungen für ausländische Pächter verschärft hat. In den Büchern soll die Beteiligung mit sechs Mio. Euro stehen, der Großteil davon soll durch die Verwertung von Maschinen und Anlagen abgedeckt werden.

Am Sonntag wurde bekannt, dass das Finanzloch viel größer ausfallen könnte. Die Zeitung „Österreich“ berichtete, der Schaden solle sich auf mehr als 100 Mio. Euro belaufen. Das BZÖ fordert nun eine Prüfung durch den Rechnungshof.

„Teure Maschinen verrotten“

Für die 176.000 Hektar Wald bei der Stadt Kostroma, 300 Kilometer nördlich von Moskau, seien 140 Waggons für den Holztransport und 50 Lkw, Bagger, Baggerwalzen, Raupen und Holzerntemaschinen angeschafft worden. Gesteuert wurde das Ganze aus einem Büro in einer Villa, die sich 150 Kilometer entfernt befand. Allerdings seien auf dem riesigen Areal „kaum ernstzunehmende Nutzholzarten“ gewachsen, heißt es in dem Bericht. Das Konzept sei falsch gewesen und zu riskant. Nun würden die teuren Maschinen verrotten.

Die Bundesforste wollten ursprünglich in Russland einen „forstlichen Musterbetrieb“ aufbauen. Eine einstellige Millionen-Euro-Investition, die sich in drei Jahren amortisieren soll, sei dafür notwendig, hatte es vor fünf Jahren geheißen. Man wolle zeigen, dass man mit nachhaltiger Forstwirtschaft Gewinn machen kann.


18. Februar, 2008

Bundesforste dementieren Verluste in Russland

(APA) - Die Österreichischen Bundesforste dementieren kolportierte Großverluste. Für Berichte über ein Finanzloch von 100 Mio. Euro aus ihren ehemaligen Russlandgeschäften gebe es "nicht die geringste Nachvollziehbarkeit", sagte ÖBf-Sprecher Schragl am Montag zur APA. Am Sonntag wurde bekannt, dass das Finanzloch viel größer ausfallen könnte.

Die Tageszeitung "Österreich" berief sich dabei auf Insiderinformationen und sprach von "russischem Roulette". Für Schragl sind die Vorwürfe "nur im Lichte des heranziehenden Wahlkampfs in Niederösterreich" zu verstehen.

Der Sprecher der Bundesforste nannte die Angelegenheit "historisch". In den Büchern 2006 sei der russische Forstbetrieb mit einer Abschreibungssumme von sechs Mio. Euro geführt worden, zudem habe es ältere Investitionen in Höhe von drei Mio. Euro gegeben. In der Bilanz für 2007 werde sich der im November 2006 aufgelöste Betrieb nicht mehr niederschlagen, betonte er.

Insgesamt rund 9 Mio. Euro hätten die Investitionen in das finnisch-österreichische Joint-Venture "Foria" betragen. Der gesamte Fuhrpark an Waggons und Maschinen sei mittlerweile verkauft, die Verkaufssumme von einigen hunderttausend Euro noch ausständig.

Das Staatsunternehmen hat sich bereits im November 2006 aus dem russischen Joint-Venture mit den Finnischen Staatsforsten zurückgezogen. Im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts hätten 176.000 Hektar Wald bewirtschaftet werden sollen. Als Gründe für den Ausstieg wurden damals "spürbar veränderte Rahmenbedingungen in Russland" genannt, etwa "dramatisch gestiegene" Zölle auf Holz-Exporte und die Absicht der Russen, alle bestehenden Pachtverträge neu zu verhandeln.







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