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Aktuell
Update US-Waldbrände (4)
3. Juli, 2008
Kalifornische Küste auf 50 Kilometern Länge gesperrt
Immer verheerendere Waldbrände
(AP) - Wegen der seit fast zwei Wochen lodernden Waldbrände in Nordkalifornien ist jetzt ein Küstenstreifen von 50 Kilometern Länge nicht mehr zugänglich. Der dort verlaufende Highway 1 wurde gesperrt, nachdem am Mittwoch ein Brand im Nationalpark Los Padres eine Feuersperre überwinden konnte.
«Das Feuer ist wie ein grosses wütendes Tier», sagte Darby Marshall von der Katastrophenschutzbehörde im Bezirk Monterey. Bei einer Versammlung mit mehreren hundert evakuierten Bewohnern wurde die Bevölkerung aufgefordert, sich auf eine lange Waldbrandsaison gefasst zu machen.
Weitgehend evakuiert wurde inzwischen die Küstenstadt Big Sur. Die Einwohner mussten ihre Häuser verlassen, während in der Nähe Flammen in den Himmel schossen und Asche herabregnete. Die Feuerwehr in Kalifornien kämpft inzwischen gegen mehr als 1100 Wald- und Buschbrände, die zumeist von Blitzeinschlägen verursacht wurden. Mehr als 2000 Quadratkilometer wurden ein Raub der Flammen, 64 Häuser wurden bislang zerstört.
Gouverneur Arnold Schwarzenegger und der Leiter der Katastrophenschutzbehörde Fema, David Paulison, besuchten Big Sur am Mittwoch. Paulison sprach von einem sehr gefährlichen Feuer wegen des Windes und der Trockenheit. Wenn sich die Menschen an die Evakuierungs-Anordnung hielten, sollte es keine Todesopfer geben, sagte der Fema-Chef. «Meine einzige Sorge ist, dass die Leute es nicht ernst nehmen.»
Nationalgarde-Einsatz zur Feuerbekämpfung
Über tausend Brandherde in Kalifornien
Erstmals seit 1977 sollen Einheiten der kalifornischen Nationalgarde zur Bekämpfung der über tausend Brandherde im Staat eingesetzt werden. Gouverneur Schwarzenegger ordnete die Massnahme zur Entlastung der rund 19 000 im Einsatz stehenden Feuerwehrleute an.
Neue Zürcher Zeitung, 2.7.08
In Kalifornien haben die durch Blitzschläge entfachten und seit über einer Woche wütenden Wald- und Buschbrände eine Fläche von rund 1700 Quadratkilometern zerstört. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat angeordnet, die 19 000 im Einsatz stehenden Feuerwehrleute mit Truppen der Nationalgarde zu verstärken. Es handelt sich dabei um eine ausserordentliche Massnahme, die letztmals im Jahr 1977 ergriffen werden musste. Die Löschmannschaften seien seit Tagen ohne genügend Auszeit an der Arbeit und müssten entlastet werden, sagte der Gouverneur. Aufgrund der Wetterprognosen und der extrem trockenen Verhältnisse rechnen die Behörden mit einer weiteren Ausdehnung der Feuer in den kommenden Tagen und Wochen.
Zunahme der Atemwegserkrankungen
In Big Sur, einer Feriengemeinde an der Pazifikküste südlich von Monterey, die seit Tagen von einer aus dem Landesinneren vordringenden Feuerfront bedroht ist, ordnete der US Forest Service die Evakuierung von 200 Wohnhäusern an. Der in den Sommermonaten von Touristen aus aller Welt befahrene Highway 1 musste auf einer Länge von 25 Kilometern gesperrt werden. Südlich davon, im Los Padres National Forest bei Santa Barbara, wurden über 40 Anwohner wegen der sich durch Windböen ausbreitenden Brände zum Verlassen ihrer Häuser gezwungen. Die Polizei ordnete auch die Evakuation von rund 100 Bewohnern an, deren Häuser sich in den steilen Canyons des Sequoia National Forest östlich von Bakersfield befinden.
Die Landwirtschaftszone im San Joaquin Valley, einem Seitental des Central Valley, ist seit rund einer Woche in Rauchwolken gehüllt. Die örtlichen Spitäler meldeten eine besorgniserregende Zunahme von an Asthma und andern Atemwegserkrankungen leidenden Patienten. Das Tal grenzt im Norden, Westen und Osten an bewaldete Bergketten, wo seit über einer Woche verschiedene Brände wüten.
Ausserordentlich frühe Feuersaison
Der amerikanische Westen und Südwesten wird zwar jedes Jahr von Wald- und Buschbränden heimgesucht, aber üblicherweise beginnt die Feuersaison nicht vor dem Monat September. Die gegenwärtige Trockenheit wird auf den Mangel an ausgiebigen Regenfällen in den letzten 18 Monaten und auf die angestiegenen Temperaturen zurückgeführt. Das National Interagency Fire Center in Idaho prognostiziert für die kommenden Monate eine Zunahme der Feuergefahr. Am meisten gefährdet seien neben Kalifornien sämtliche Gebiete der nördlichen Rocky Mountains und die Gliedstaaten Nevada, Texas und West Virginia.
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