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Aktuell

USA: Folgen des Klimawandels

Dienstag, 15. Juli, 06:39 Uhr

US-Studie warnt vor Gesundheitsgefahren durch Klimawandel

Washington (AP) Wissenschaftler des US-Umweltministeriums haben detailliert Gesundheitsgefahren durch die Klimaerwärmung aufgelistet. Es werde mehr Tote durch Hitzewellen, Waldbrände, Krankheiten und Smog geben, die vom globalen Klimawandel ausgelöst würden, schrieben sie in einem am Montag in Washington vorgestellten, 149 Seiten umfassenden Bericht. Es ist die erste wissenschaftliche Analyse der Auswirkungen der Klimaerwärmung auf die Gesundheit der Bevölkerung.

Für das Weiße Haus kommen diese Erkenntnisse ungelegen. Die Regierung von Präsident George W. Bush vertritt bisher den Standpunkt, der Klimawandel habe keine direkten Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen. Eine solche Verbindung anzuerkennen würde bedeuten, dass sie gesetzliche Maßnahmen zur Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen ergreifen müsste. Das hat sie bisher abgelehnt.

Die Wissenschaftler des Umweltministeriums erklärten nun, die Gefahren für die Gesundheit nähmen mit Ausmaß und Schnelligkeit des Klimawandels zu. Die globale Erwärmung sei unmissverständlich - und die Menschen seien dafür verantwortlich.

Ihrem Bericht zufolge wird die Zahl der Toten durch extremes Wetter und Krankheiten, die durch Organismen wie Zecken übertragen werden, mit dem Anstieg der Temperaturen zunehmen. Es werde mehr Allergiekranke geben, weil im wärmeren Klima mehr Pollen fliegen. Smog, Hauptursache für Atemwegs- und Lungenerkrankungen, werde in weiten Teilen der USA zunehmen. Auf der anderen Seite dürften Krankheiten und Todesfälle durch Kälte zurückgehen.
Sofortiges Handeln der Regierung gefordert

«Dieses Dokument zeigt unausweichlich und unverkennbar, dass globale Erwärmung nicht nur menschliche Gesundheit und Wohlstand bedroht, sondern bereits heute nachteilig beeinflusst», sagte die stellvertretende Chefin des Umweltverteidigungsfonds, Vickie Patton. «Was dieses Dokument zeigt ist, dass das Gebot zu handeln jetzt besteht.»

Die Regierung hat bereits am Freitag die Studie abgelehnt und ihren Standpunkt bekräftigt, dass das Gesetz zur Luftreinhaltung (Clean Air Act) nicht das richtige Werkzeug zur Kontrolle des Klimawandels sei. Ein Sprecher von Umweltminister Stephen Johnson, Jonathan Shradar, sagte, der wissenschaftliche Befund sei klar und der Klimawandel sei ein wichtiges Problem. Johnson wolle aber nicht eine «überstürzte Entscheidung auf Grundlage des falschen Gesetzes» - dem Clean Air Act von 1970 - treffen. Besser sei es, wenn der Kongress ein neues Gesetz verabschiede, dass sich ausschließlich mit dem Klimawandel befasse. «Wenn es eine Gefährdungsfeststellung gibt, wird der Clean Air Act wieder in Kraft gesetzt und die Regulierung könnte beginnen», sagte Shradar weiter.

Industrieverbände erklärten zu der Studie, der dort angedeutete Zusammenhang zwischen Klimawandel und Gesundheit sei schwach. «Die Frage ist keine wissenschaftliche. Es ist eine rechtliche und politische Frage, wie hoch die Auswirkungen sein müssen, um den außerordentlichen Einsatz des Clean Air Acts zu rechtfertigen», sagte ein Vertreter eines Koordinationsrates der Stromerzeuger, Scott Segal. Niemand bezweifle, dass in einer Hitzewelle Menschen ums Leben kämen. Die Frage sei, ob dies eine Folge von Menschen verursachter Treibhausgase seien.


12. Juli 2008

Bush überlässt Kampf gegen Klimawandel seinem Nachfolger

Washington (AP) - US-Präsident George W. Bush überlässt den Kampf gegen die globale Erderwärmung seinem Nachfolger. Die Regierung lehnte es am Freitag ab, ein halbes Jahr vor ihrem Ende noch Maßnahmen zu ergreifen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu beschränken. Dies würde der amerikanischen Wirtschaft schaden und zu viele Arbeitsplätze kosten, argumentierte das Weiße Haus.

Die Umweltbehörde EPA äußerte sich in einem am Freitag vorgelegten Papier nicht dazu, ob die globale Erderwärmung die Gesundheit der Menschen gefährde. Sie zog damit auf Drängen des Weißen Hauses eine frühere Schlussfolgerung zurück. Damit wird eine Entscheidung zu diesem Thema praktisch dem nächsten Präsidenten und dem nächsten Kongress überlassen. Bush ist noch bis Januar 2009 im Amt, die Legislaturperiode des neuen Kongresses, der wie der Präsident im November gewählt wird, beginnt ebenfalls im Januar.

Beim Gipfel der acht wichtigsten Industriestaaten (G-8) in Japan Anfang der Wochen hatte sich Bush noch gemeinsam mit den übrigen sieben Partnerländern zu dem ehrgeizigen Ziel bekannt, die Treibhausemission bis 2050 zu halbieren.


Schwarzenegger kritisiert Bush: Zuwenig Einsatz gegen den Klimawandel

Kalifornien denkt im Bereich der Umweltpolitik vor und setzt um - Bush spricht zwar, aber handelt noch nicht

oekonews, 13.7.08

Washington- Arnold Schwarzenegger, Governeur von Kalifornien, kritisiert kritisiert die Bush-Administration. Es gebe einen "Mangel an Aufrichtigkeit". Es werde zum Thema Klimawandel zwar geredet, aber in den letzten sechs Monaten sei nichts getan worden.

Bush glaube anscheinend nicht an die globale Erwärmung oder er glaube zumindest nicht daran, dass die Regierung etwas tun sollte, bevor nicht China etwas gegen den Klimawandel unternehme, oder bevor nicht Indien bereit sei, das Gleiche zu tun, sagte Schwarzenegger.

"Das ist nicht das Gleiche wie wenn wir einen Mann auf den Mond schicken. Wir haben nicht gesagt, warten wir, bis alle anderen das Gleich tun, dann tun wir es auch. Wir haben gesagt, wir wollen zu den Pionieren gehoeren. Wir sind an vorderster Front Front, wenn es darum geht, in Hochtechnologie und in Biotechnologie zu investieren, wir sollten es auch hier sein ", sagte Schwarzenegger.


Montag, 14. Juli, 21:42 Uhr

Studie: Klimawandel führt zu mehr Nierensteinen

Washington (AFP) - Der Klimawandel droht zumindest in den nördlichen Industriestaaten zu einer deutlichen Zunahme von Nierensteinen zu führen; dies geht aus einer Studie der Universität Texas hervor, die von der Nationalen Akademie der Wissenschaften der USA veröffentlicht wurde. Wenn Menschen von einer gemäßigten Klimazone in heißere Gegenden reisen, nehme die Gefahr der Bildung von Nierensteinen zu, erläuterte die Urologin Margaret Pearle. Dies sei beispielsweise bei Militäreinsätzen im Nahen Osten nachgewiesen worden. Ähnliches werde künftig geschehen, wenn durch den Klimawandel die Temperaturen steigen.

Für die USA sagten die Autoren der Studie eine Erhöhung der Patienten mit Nierensteinen von bis zu 30 Prozent voraus, wenn der Klimawandel im derzeit vorhersehbaren Tempo voranschreite. Für die Hochrechnung entwickelte der Forscher Tom Brikowski ein neues mathematisches Modell. Demnach würden allein in den USA in den Jahren bis 2050 zusätzliche 1,6 bis 2,2 Millionen Nierenstein-Fälle behandelt werden müssen. Nierensteine wachsen unter anderem bei mangelnder Flüssigkeitszufuhr aus kristallisierenden Salzen heran und verursachen extreme Schmerzen.







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