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Aktuell
Lachse transportieren Giftstoffe
Mittwoch 17. September 2003, 20:01 Uhr
Pazifischer Lachs bringt Umweltgift zurück an Land
London (AFP) Pazifische Lachse, die jedes Jahr zu Millionen aus dem Ozean in die Flüsse Alaskas zum Laichen aufsteigen, bringen enorme Mengen des krebserregenden Umweltgiftes Polychlorierte Biphenyle (PCB) mit sich und belasten damit die gesamte Nahrungskette. Dies berichtet eine im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlichte Studie. Die Belastung einzelner Flüsse ist demnach so groß, dass sie negative Auswirkungen auf die jeweilige Lachspopulation haben könnte.
Die Lachse nehmen das aus der Industrie und der Müllverbrennung stammende PCB über die Nahrung auf und speichern es im Fettgewebe. Nach der Studie des kanadischen Wissenschaftlers Jules Blais von der Universität von Ottawa beträgt die PCB-Konzentration im Pazifik etwa ein Nanogramm je Liter Wasser. Sie wird dann über die Nahrungskette des pflanzlichen und tierischen Planktons und die Futterfische der Lachse jeweils angereichert und erreicht im Fettgewebe der Lachse schließlich Werte von bis zu 2500 Nanogramm je Gramm Fett.
Weil die Lachse jedoch nach dem Ablaichen in ihren jeweiligen Heimatflüssen sterben, um damit die nährstoffarmen Flüsse zum Wohl ihrer Nachkommen zu düngen, geraten mit jedem Lachszug auch enormen Mengen des Umweltgiftes PCB in die Sedimente der Flüsse und Seen. Die Lachse gelten der Studie zufolge als die Hauptverursacher der Umweltverschmutzung mit PCB im Süßwassersystem Alaskas. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die hohe PCB-Belastung bereits negative Auswirkungen auf die Entwicklung verschiedener Lachspopulationen hat.
In Deutschland dürfen PCB-haltige Stoffe seit 1989 nicht mehr in den Verkehr gebracht oder verwendet werden. Die Gefahr des Umweltgiftes wurde erstmals 1968 bei einem Unglück in Japan deutlich, bei dem PCB aus einer undichten Verarbeitungsanlage in Reisöl gelangte und Massenvergiftungen bei über 1500 Menschen auslöste. Die durchschnittliche PCB-Aufnahme über Nahrungsmittel liegt beim Menschen bei drei bis acht Mikrogramm am Tag. Der Grenzwert der noch annehmbare Tagesdosis für Menschen beträgt ein Mikrogramm PCB je Kilogramm Körpergewicht.
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