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Aktuell

Katastrophengebiet Kalifornien

Montag 27. Oktober 2003, 22:29 Uhr

Keine Entwarnung bei Waldbränden in Kalifornien

San Diego/USA (AP) Gegen die Waldbrände in Kalifornien hat Gouverneur Gray Davis am Montag die Nationalgarde mobilisiert. Obwohl der heiße Wind, der die Flammen immer schneller vorangetrieben hatte, etwas nachließ, gaben die Behörden keine Entwarnung. Rund 900 Häuser wurden ein Raub der Flammen, mindestens 13 Menschen kamen um - viele von ihnen, weil sie bis zum letzten Augenblick in ihren Wohnungen ausharrten. 30.000 Häuser wurden von den Feuern bedroht, die von der mexikanischen Grenze bis zu den Vororten von Los Angeles tobten.

Offiziellen Angaben zufolge verwüsteten die sechs Feuer eine Fläche von 1.6000 Quadratkilometern Wald und Buschland - das entspricht der Größe der Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Wichtige Fernstraßen waren blockiert und der Flugverkehr unterbrochen, weil ein Kontrollzentrum bei San Diego wegen Feuers evakuiert werden musste. Rund 7.000 Feuerwehrleute kämpften gegen die Feuer, von denen mindestens eines auf Brandstiftung zurückging. Bei der 200.000-Einwohnerstadt San Bernardino vereinigten sich zwei Feuer zu einer bis zu 65 Kilometer langen Flammenfront.

Seit 1991 hat Kalifornien nicht mehr eine derart schwere Feuersbrunst erlebt. Damals kamen 25 Menschen um, mehr als 3.200 Häuser und Wohnungen wurden zerstört. Davis rief für mehrere Landkreise den Notstand aus und bat Präsident Georg W. Bush, Los Angeles, San Bernardino, San Diego und die Ventura-Landkreise zu Katastrophengebieten zu erklären und sie damit für Bundeshilfe zu qualifizieren. Bush versprach, den betroffenen Gebieten alle Hilfe zukommen zu lassen, «die wir können».

Die Wälder in Kalifornien sind stark ausgetrocknet, mehrere Millionen Bäume wurden in den vergangenen Jahren von Borkenkäfern befallen und sind abgestorben. Hinzu kommen die berüchtigten Santa-Ana-Winde, die in den Wüstenstaaten Nevada und Utah entstehen und über Südkalifornien hinweg zum Meer ziehen.


Montag 27. Oktober 2003, 16:31 Uhr

Bush sagt Kalifornien rasche Waldbrand-Hilfen zu

(AFP) Angesichts der verheerenden Waldbrände in Kalifornien hat US-Präsident George W. Bush rasche Bundeshilfen zugesagt. Washington werde Kalifornien die notwendige finanzielle Unterstützung zur Bekämpfung der riesigen Feuer zukommen lassen, betonte Bush am Montag. "Wir sind bereit, mit allen Mitteln zu helfen", versicherte er. Die Feuer toben seit Tagen im Süden in dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat der USA. Bis Montag kamen dabei mindestens 13 Menschen ums Leben, große Landstriche wurden verwüstet und mehr als 800 Häuser zerstört. In vier Landkreisen wurde der Notstand ausgerufen.


Montag 27. Oktober 2003, 19:47 Uhr

50 000 Menschen fliehen vor Kalifornien-Bränden

Los Angeles (dpa) - Bei den schlimmsten Feuersbrünsten seit einem Jahrzehnt sind in Kalifornien bis Montagmorgen (Ortszeit) mindestens 14 Menschen ums Leben gekommen. Große Landstriche im Süden des US-Bundesstaates wurden in Schutt und Asche gelegt, 850 Häuser von den Flammen zerstört. 30 000 weitere Häuser waren nach Berichten des Nachrichtensenders CNN bedroht.

Etwa 50 000 Menschen mussten laut «Washington Post» bis Montag ihre Häuser verlassen, Tausende wurden in Notunterkünften untergebracht. Eine Reihe großer Brände und viele kleinere Feuer erstreckten sich vom Simi Valley im Norden von Los Angeles bis hin zum Raum von San Diego fast an der Grenze zu Mexiko.

Durch neue heftige Wüstenwinde - die so genannten Teufelswinde - breiteten sich die Feuer weiter aus. Auch in den US-Bundesstaaten Arizona und Utah brachen nach Angaben der Nationalen Feuerschutzbehörde Brände aus. Am Montag waren insgesamt über 8000 Feuerwehrleute im Kampf gegen die Flammen im Einsatz.

Der Bürgermeister von San Diego, Dick Murphy, forderte die Betriebe der Millionenstadt auf, die Mitarbeiter nach Hause zu schicken. Die Bürger sollten in der Nähe ihrer Häuser bleiben und Nachrichten verfolgen, um gegebenenfalls rasch fliehen zu können. Die Flammen hatten bis zum Montagnachmittag etwa 120 000 Hektar Land - deutlich mehr als die Fläche Berlins - erfasst. Am Montag waren noch weitere Orte westlich und südlich von Los Angeles von den Flammen bedroht. Die Flammen würden von den heißen Teufelswinden immer wieder angefacht, hieß es. Der noch amtierende Gouverneur Gray Davis ließ in weiten Teilen Südkaliforniens den Notstand ausrufen. Davis kündigte an, sein designierter Amtsnachfolger Arnold Schwarzenegger wolle am Dienstag nach Washington fliegen und dort die Bundesregierung um finanzielle Unterstützung für die Folgen der Feuer bitten. US-Präsident George W. Bush hat dem Nachrichtensender CNN zufolge schon Bundeshilfe in Aussicht gestellt.

Der Flugverkehr in Los Angelos war stark gestört, es gab viele Verspätungen. Im Süden Kaliforniens musste nach Schließung eines Flug-Kontrollzentrums bei San Diego der Flugverkehr ganz eingestellt werden. Autobahnen und Straßen auf mehreren hundert Kilometern Länge blieben gesperrt. Hunderte Schulen in Südkalifornien blieben am Montag geschlossen.

Die Polizei geht von Brandstiftung als Ursache einiger der zehn Feuer aus. CNN berichtete von drei Plünderern, die die Polizei gefasst habe.


Montag 27. Oktober 2003, 23:58 Uhr

Bush erklärt Südkalifornien wegen Bränden zum Katastrophengebiet

(AFP) Angesichts der verheerenden Waldbrände in Kalifornien hat US-Präsident George W. Bush den südlichen Teil des Bundesstaats zum Katastrophengebiet erklärt. Wie das Weiße Haus am Montag bekanntgab, werden damit Bundeshilfen für die von den Bränden betroffenen Menschen in der Region freigegeben. Zuvor hatte Bush dem scheidenden kalifornischen Gouverneur Gray Davis zugesichert, Washington werde für die Bekämpfung der riesigen Feuer alle erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen.


Dienstag 28. Oktober 2003, 06:05 Uhr

Waldbrände greifen auf Mexiko über

Tijuana (AP) Die Waldbrände aus Südkalifornien haben mittlerweile auf Mexiko übergegriffen. Nahe der Küstenstadt Ensenada zerstörten die Flammen am Montag 15 Häuser und töteten zwei Personen, bevor sie von den Feuerwehrleuten unter Kontrolle gebracht werden konnten. Nach Angaben des regionalen Katastrophenschutzdirektors Gabriel Gomez Ruiz wurden mehrere hundert Menschen aus den Dörfern um Ensenada evakuiert. Die Forstbehörde teilte mit, die vermutlich von dem scharfen Wüstenwind aus Kalifornien nach Mexiko getragenen Flammen hätten in den vergangenen zwei Tagen 1.600 Hektar unbewohntes Land niedergebrannt. Ein Feuer zwischen der Millionenstadt Tijuana und Tecate weitete sich auf 450 Hektar aus, 100 Feuerwehrleute versuchten verzweifelt, die Feuersbrunst einzudämmen.


Dienstag 28. Oktober 2003, 08:47 Uhr

Nachlassender Wind erleichtert Brandbekämpfung in Kalifornien

Los Angeles (Reuters) - Im Süden Kaliforniens haben die für den Herbst typischen Wüstenwinde am Montag überraschend nachgelassen und der Feuerwehr erstmals seit Ausbruch der verheerenden Waldbrände die Chance gegeben, in die Offensive zu gehen.

Die Brände - die von der Grenze des südwestlichen US-Bundesstaates mit Mexiko bis nördlich der Großstadt Los Angeles reichen - haben sich inzwischen zur größten Naturkatastrophe ausgeweitet, die den Bundesstaat seit Jahren ereilt hat. Mehr als 200.000 Hektar Land sind zerstört, der Himmel vom Rauch verdunkelt und über weite Gebiete geht ein unaufhörlicher Ascheregen nieder. Mehr als 40.000 Menschen sind seit dem Wochenende aus ihren Häusern geflohen, nach offiziellen Angaben sind weitere 30.000 Häuser von den Flammen bedroht. Der scheidende kalifornische Gouverneur Gray Davis bezifferte den Schaden für den ohnehin hoch verschuldeten US-Bundesstaat auf mehrere Milliarden Dollar.

Für die Wochenmitte wurden weiter schwächere Winde und niedrigere Temperaturen vorhergesagt. Unterstützt durch das günstigere Wetter gelang es der Feuerwehr nördlich von Los Angeles im Simital eine Feuerwand zu stoppen, die sich bis auf wenige Meter einer Häuserreihe genähert hatte. Nach wie vor brannte es jedoch links und rechts der Autobahn in dem Gebiet und Experten warnten davor, dass ein neuerliches Erstarken der Santa-Ana-Winde die Feuer auf dicht besiedelte Gebiete übergreifen lassen werde.

US-Präsident George W. Bush erklärte die Region zum Katastrophengebiet. Dadurch stehen Bundesmittel zur Verfügung, um denjenigen zu helfen, deren Häuser zerstört oder beschädigt wurden.


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