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Kaliforniens Waldbrände gelöscht
Sonntag 2. November 2003, 14:43 Uhr
Brände in Kalifornien dank Wetterumschwungs gelöscht
Los Angeles (Reuters) - Die verheerenden Waldbrände im US-Bundesstaat Kalifornien sind dank eines drastischen Wetterumschwungs weitgehend gelöscht.
"Es gibt nirgendwo mehr einen Brandherd", sagte die Leiterin des kalifornischen Forstamtes, Andrea Tuttle, am Sonntag. Die ersten Feuerwehrleute verließen nach zehntägigem Kampf gegen die verheerendsten Brände in der Geschichte des Bundesstaates die Region. Tausende Menschen, deren Besitz ein Raub der Flammen wurde, hoffen auf rasche staatliche Finanzhilfe. Experten warnen allerdings vor Erdrutschen, die weitere Häuser verschütten könnten.
"Dies ist der Tag, von dem wir nicht mehr dachten, dass wir ihn erleben würden", sagte Tuttle weiter. Regen, Schnee und kühle Witterung hatten die Brandbekämpfung seit Freitagabend entscheidend erleichtert. Die Temperaturen waren stellenweise von über 30 auf Minus ein Grad gefallen. Lediglich an einzelnen Stellen glimmten noch kleinere Brandnester, die nun gelöscht würden, sagte Tuttle. Tausende völlig erschöpfte Feuerwehrleute bereiteten sich auf ihre Heimkehr vor, denn auch für die kommenden Tage haben Meteorologen feuchtes, kühles Wetter vorhergesagt.
MEHR ALS 5000 BEWOHNER HOFFEN AUF FINANZIELLE HILFE
Die Behörden konzentrierten sich nun auf die Hilfe für die Bewohner der fast 3400 Häuser, die von den Waldbränden zerstört wurden. Mehr als 5000 Bewohner haben nach offiziellen Angaben finanzielle Nothilfe beantragt. Die ersten Schecks sollten bereits in der kommenden Woche verschickt werden, versprach Heimatschutzminister Tom Ridge bei einem Besuch des Nothilfe-Zentrums in Claremont. Der scheidende kalifornische Gouverneur Gray Davis hat nach eigenen Angaben die US-Regierung aufgefordert, mehr als die üblichen 75 Prozent der Nothilfe-Kosten zu übernehmen, um den hoch verschuldeten Bundesstaat zu entlasten. Das Haushaltsdefizit Kaliforniens wird im kommenden Jahr auf bis zu 20 Milliarden Dollar geschätzt. Auf bis zu 12 Milliarden Dollar beziffern die Finanzbehörden den Gesamtschaden der Brände in dem Bundesstaat, in dem am 17. November der frühere Hollywood-Schauspieler Arnold Schwarzenegger das Gouverneursamt übernimmt.
Das eigentlich Bemerkenswerte an den Bränden sei, dass hunderttausende Häuser gerettet worden seien, sagte Tuttle. Die Feuer haben auf einem Gebiet vom Norden von Los Angeles bis zur mexikanischen Grenze rund 300.000 Hektar Land verbrannt. Mindestens 20 Menschen starben in den Flammen.
Die mehr als 100.000 Bewohner, die vor den Flammen geflohen waren, durften am Wochenende in ihre Häuser zurückkehren. Der Urlaubsort Lake Arrowhead in der Bergregion um San Bernardino blieb jedoch weiterhin gesperrt. Die einzige Zugangsstraße zu dem Ort war nach einem Bergrutsch blockiert. Zudem war Lake Arrowhead nach Angaben Tuttles ohne Strom.
Auch in anderen Regionen könnte es Experten zufolge zu Flutwellen und Erdrutschen kommen. "In Kalifornien gibt es nie einfach nur ein Feuer. Wenn der Regen kommt, gibt es Erdrutsche und die Katastrophen-Spirale dreht sich weiter", sagte der Wissenschaftler Mike Davis von der Universität Kalifornien. "Es ist so gut wie sicher, dass wir noch mehr Häuser verlieren und mehr Schaden erleiden werden."
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