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Aktuell

Aufforstung in China

Samstag 4. September 2004, 11:25 Uhr

China: Bäume gegen Umweltverschmutzung

Pflanzen sollen Stadt vor Katastrophe retten

Lanzhou (pte) - Um die Umweltverschmutzung am Gelben Fluss einzudämmen, hat China ein gewaltiges Aufforstungsprojekt gestartet. Die Industriestadt Lanzhou hat mehr als 80 Mio. Dollar in fünf Jahren für die Pflanzung von 120 Mio. Bäumen ausgegeben, um der gefährlichen Bodenerosion und der damit verbundenen Sedimentablagerung im wichtigsten Wasserverkehrsweg vorzubeugen. Jetzt liegen bereits die ersten Erfolgsergebnisse vor, berichtet das Environmental News Service.

"Einen Baum in Lanzhou zu pflanzen ist schwieriger als ein Kind großzuziehen", so Zong Xiaoxu, Direktor des städtischen Aufforstungsprogramms. Lanzhou ist eine chinesische Industriestadt mit den typischen Umweltproblemen dieser Region: Smog, vergiftetes Wasser und horrende Überschwemmungen. Schuld an der Misere war die rasche und daher schlecht geplante Industrialisierung in der Ära von Mao Tsetung. In den Jahren 1958 bis 1961 wurde auf Nachhaltigkeit kein Wert gelegt. Die Folgen sind heute in großen Teilen des Landes spürbar.

Chinas Wirtschaft wächst mit rasendem Tempo, die Umweltsituation wird aber zunehmend schlimmer. Die Probleme haben nun bereits die Aufmerksamkeit in Peking erreicht: Die Regierung plant einen so genannten "grünen Bruttosozialprodukt"-Plan auf die Reihe zu bringen. Dabei sollen die Kosten der Umweltverschmutzung berechnet werden, berichtet die Zeitung China Daily. Allerdings stehen nicht alle Politiker hinter dieser Idee, wie die Zeitung weiter berichtet. Skeptiker kommen auch aus den Reihen des China Policy and Research Centre for Environment and Economy, wie dessen Chef Hu Tao zitiert wird.

Lanzhou galt Jahrzehnte lang als die am meisten verschmutzte Stadt Chinas. Eine Initiative namens "Blauer Himmel" konnte zumindest erreichen, dass einer der Hauptverschmutzer, das "Lanzhou Iron and Steel Works", 40 Kilometer außerhalb der Stadt sein Werk öffnet. Gasleitungen wurden errichtet um die Folgen des Hausbrands von Kohle einzudämmen. "Die Verbesserungen der Umweltbedingungen sind in der Stadt deutlich zu spüren", so Hao Vuan, Vize-Gouveneur der Gansu-Provinz. Für die Begrünung der Hänge wurde ein 3.800 Kilometer langes Leitungssystem mit Pumpen errichtet. Die Situation habe sich deutlich verbessert, dennoch bemerken die Experten, wird es nie wieder so aussehen wie es in der Tang-Dynastie (618 bis 907 nach Christus) von Dichtern beschrieben wurde: Eine Region mit dichten Wäldern. Dennoch ziehen die Parkanlagen an den Hügeln jährlich zwei Mio. Touristen an.


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