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Tödlicher Streit um Hochsitz
Tödliche Schießerei unter Jägern
Der Disput um einen Hochsitz endete für fünf Jäger im US-Bundesstaat Wisconsin am Wochenende tödlich. Ein Tatverdächtiger aus dem angrenzenden Minnesota soll die Männer erschossen und drei weitere verletzt haben. Er wurde bereits festgenommen.
Spiegel-Online, 22.11.04
Hayward/USA - Der tödliche Schusswechsel ereignete sich gestern nahe der Stadt Hayward im Kreis Sawyer in Wisconsin. Ein Polizeisprecher erklärte im Fernsehsender KSTP-TV aus St. Paul in Minnesota, der Streit sei entstanden, nachdem eine Gruppe von Jägern einen Fremden auf ihrem Hochsitz entdeckt hatte. Die Auseinandersetzung sei eskaliert, es habe ein Schusswechsel stattgefunden. Eines der Opfer habe per Funk einen Hilferuf an befreundete Jäger gesendet, die, kaum am Ort des Geschehens angekommen, ebenfalls unter Beschuss genommen wurden.
Der Schütze habe seine Opfer mit einem Gewehr gejagt und dann erschossen, zitiert die "New York Times" den Sheriff aus dem Kreis Sawyer, Tim Zeigle. Unter den Toten seien drei Männer, ein Jugendlicher und eine Frau. Der Mann, der um Hilfe gefunkt hatte, sei noch am Leben, hieß es. Auch zwei auf dem Hochsitz kauernde Männer entgingen dem Schusswechsel offenbar unverletzt.
Der mutmaßliche Schütze war laut "New York Times" nach der Tat in die Wälder geflüchtet und hatte sich dort verirrt. Zwei Jäger, die nichts von dem Schusswechsel wussten, hätten ihm geholfen, den Weg aus dem Gehölz zu finden, sagte Zeigle der US-Zeitung. Als der Verdächtige aus dem Wald kam, sei er anhand des auf seinem Rücken befestigten Jagdscheines identifiziert worden, hieß es. Der Mann wurde gegen 17.15 Uhr Ortszeit festgenommen. Dem "Star Tribune of Minneapolis" zufolge handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen 36-jährigen Mann aus St. Paul in Minnesota.
Die drei Verletzten wurden in das örtliche Krankenhaus gebracht. Eines der Opfer befinde sich in kritischem Zustand, hieß es aus dem St. Joseph's Hospital in Marshfield. Das zweite Opfer sei schwer verletzt, das dritte auf dem Weg der Besserung.
Der 72-jährige Bill Wagner aus Oshkosh hörte etwa drei Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt die Polizeisirenen: "Wenn du auf der Jagd bist, erwartest du nicht, dass jemand auf dich schießt und dich tötet", sagte der Mann dem "Wisconsin State Journal". Zwar würden seine Jägerfreunde und er deshalb nicht aufhören, ihrem Hobby nachzugehen. Sie würden sich jedoch an den Vorfall "erinnern und ihn nicht vergessen".
Lee Minnick aus Birchwood befand sich 15 Kilometer entfernt auf der Jagd, als er von dem tödlichen Schusswechsel erfuhr. Er legte seine Waffen sofort nieder - und fürchtet nun um das Renomee seiner bevorzugten Freizeitbeschäftigung. "Wir sind alle sehr betroffen", sagte er dem "Wisconsin State Journal". Der Vorfall werfe einen "Schatten auf unseren Sport".
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