AktuellHandel mit Tigerteilen
Der Drache will dem Tiger ans FellWWF kritisiert Pläne Chinas, den Handel mit Körperteilen von Tigern zu legalisieren WWF, Frankfurt a. M., 26. September 2005Die chinesische Regierung erwägt, den seit 1993 in China verbotenen Handel mit Körperteilen von Tigern wieder frei zu geben. Nach Ansicht des WWF würde die Freigabe die Situation der vom Aussterben bedrohten Tiger-Populationen in Asien dramatisch verschärfen. "Die Pläne müssen unbedingt gestoppt werden. Die Zukunft des Tigers steht auf dem Spiel", warnt WWF-Artenschützer Volker Homes. Nur sechs der vormals neun Unterarten des Tigers haben überlebt. Ihr Bestand wird auf weniger als 5.000 Tiere geschätzt. In China werden Tiger in kommerziellen Einrichtungen gezüchtet. Ihre Körperteile wie Knochen, Zähne und Hoden galten in der traditionellen asiatischen Medizin lange als Heilmittel gegen Beschwerden wie Rheuma oder Asthma. Obwohl sie verboten sind, finden Tigerarzneien immer noch Verwendung. Wichtigste Abnehmerländer für die illegalen Produkte sind Taiwan, Korea, China, Japan, Singapur und Malaysia. Im August beschlagnahmte der taiwanesische Zoll 140 Kilogramm Tigerknochen. Ein neuer Markt für Produkte aus der chinesischen "Tiger-Zucht" würde wild lebende Tiger in ganz Asien neuer Verfolgung aussetzen, befürchten WWF und TRAFFIC, das gemeinsame Artenschutzprogramm des WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN. "Wilderer werden verstärkt Tiger schießen, um illegale Märkte zu beliefern, " erklärt Volker Homes. Die Freigabe des Handels würde auch ein falsches Signal an die chinesischen Verbraucher senden. Leicht könne der Eindruck entstehen, es sei nichts dabei, Tigerprodukte zu kaufen, befürchtet der WWF-Experte. Das chinesische Handelsverbot brachte 1993 einen großen Fortschritt. Die Nachfrage nach Tigerprodukten konnte erfolgreich eingedämmt werden. "Werden die aktuellen Pläne umgesetzt, wird die exzellente Arbeit der chinesischen Regierung zu Nichte gemacht", so Homes. China habe sich bei Verstößen gegen den illegalen Tierhandel durch hartes Vorgehen zuletzt vorbildlich verhalten. "Ein Rückschritt beim Tigerschutz macht da keinen Sinn - vor allem nicht, weil es in der modernen asiatischen Medizin Alternativen zu Tigerheilmitteln gibt, " so Homes. Sorge bereitet dem WWF auch der Markt für Tiger- und Leopardenfelle, der sich zurzeit in Tibet entwickelt. Jedes Jahr werden in der Region Hunderte Raubkatzen getötet, um die steigende Nachfrage zu befriedigen. Im August zählten Experten von TRAFFIC im Zentrum der tibetischen Hauptstadt Lhasa 23 Geschäfte, die Felle und Körperteile von Tigern und Leoparden verkauften. WWF und TRAFFIC fordern die chinesischen Behörden in Tibet auf, die illegale Nachfrage nach Tiger- und Leopardenprodukten so schnell wie möglich einzudämmen und die Kontrollen entlang der Handelswege zu verschärfen. » zurück |
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