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USA lockern Artenschutz

Freitag 30. September 2005, 11:07 Uhr

Umstrittene Lockerung des US-Artenschutzes nimmt erste Hürde

Washington (AP) Das amerikanische Repräsentantenhaus hat eine umstrittene Lockerung des Artenschutzgesetzes verabschiedet. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag mit 229 zu 193 für die Gesetzesänderung, die Landbesitzern mehr Rechte einräumen und die Rolle der Regierung beim Schutz von Pflanzen und Tieren reduzieren würde. Die Zustimmung des Senats stand noch aus und galt nicht als sicher.

Nach dem Artenschutzgesetz (Endangered Species Act), das 1973 unter Präsident Richard Nixon verabschiedet wurde, muss die Regierung sicherstellen, dass ihre Handlungen das Überleben von 1.268 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten nicht bedrohen. Nach Angaben der Fischerei- und Forstbehörde führte das Gesetz allerdings nur zur Erholung von 16 gefährdeten Arten, die daraufhin von der Liste genommen werden konnten - darunter Alligatoren, Falken und Grauwale. 15 Arten wurden von der Liste entfernt, weil sich die Daten, die für ihren Schutz angeführt worden waren, als falsch erwiesen hatten. Neun Arten starben aus.

«Das Gesetz ist mit Blick auf die Erholung der Arten gescheitert», sagte der republikanische Vorsitzende des Umweltausschusses im Repräsentantenhaus, Richard Pombo. «Wir müssen darauf reagieren und die Erholung der Arten ebenso wie den Schutz des Privateigentums in den Mittelpunkt stellen.» Umweltorganisationen protestierten gegen die Gesetzesänderung.

Demnach müssen Grundstücksbesitzer künftig nur noch 180 Tage auf eine Antwort des Innenministeriums warten, das über eine etwaige Bedrohung bereits gefährdeter Arten durch Bauvorhaben entscheidet. Reagiert das Ministerium nicht rechtzeitig, kann der Bau beginnen. Sollte das Ministerium das Bauvorhaben blockieren, hat der Eigentümer Anspruch auf Entschädigung.


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