Aktuell


LA-Waldbrände unter Kontrolle

Samstag 1. Oktober 2005, 17:00 Uhr

Feuerwehr in Kalifornien gewinnt Oberhand

Los Angeles (dpa) - Aufatmen in Südkalifornien: Bis zum Montagabend könnten die seit Tagen wütenden Waldbrände weitgehend eingedämmt sein. Diese Prognose wurde am Samstag von den Behörden gegeben, während anhaltend kühlere, feuchte Luft vom Meer den Einsatz tausender Feuerwehrleute weiter unterstützte.

Zudem sind die gefährlichen Santa Ana Winde aus den östlichen Wüstengebieten seit Freitag abgeklungen. Die zeitweise 16 Kilometer breite Feuerwalze nordwestlich von Los Angeles war in der Nacht zum Samstag zu 40 Prozent eingedämmt. Hunderte Anwohner sind jetzt wieder in ihre Häuser zurückgekehrt. Die Polizei hob nach Berichten des Fernsehsenders CNN frühere Befehle zur Evakuierung auf.

Durch den Großeinsatz der Feuerwehr am Boden und aus der Luft konnten tausende Häuser vor den Flammen gerettet werden. Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der die Region am Freitag mit einem Hubschrauber überflog, lobte die Brandbekämpfer als «wahre Action Helden». Viele Hausbesitzer bedankten sich bei den Helfern für deren unermüdlichen Einsatz. «Wir sollten alle Feuerwehrleute zu einer großen Party einladen, denn sie haben Unglaubliches geleistet», sagte die 49-jährige Laura Hoskin der «Los Angeles Times». Die Löschteams hatten mehrere Villen in ihrem Viertel mit Feuer abweisenden Chemikalien besprüht und so vor den Flammen gerettet.

Für David Nenkervis kam die Hilfe aber zu spät. «Ich bin 64 Jahre alt und plötzlich obdachlos», sagte der Kalifornier dem Sender KABC. Sein Haus zählte zu den insgesamt sechs Gebäuden, die nach Angaben der Behörden den Flammen zum Opfer fielen. Die Brände hatten sich insgesamt über eine Fläche von rund 97 Quadratkilometern ausgebreitet. Die Feuerursache wurde von der Polizei noch untersucht.

Die Behörden führten das schnelle Eindämmen der von den warmen und trockenen Santa-Ana-Winden angetriebenen Brände auf den Großeinsatz von mehr als 3000 Feuerwehrleuten zurück. Elf Hubschrauber arbeiteten rund um die Uhr und warfen sogar nachts Wasser auf die Brandherde ab.

Man habe aus den Fehlern der Brandkatastrophe von 2003 gelernt, als die Flammen nicht schnell genug auf breiter Front angegriffen wurden, hieß es. Damals waren 20 Menschen in den zwischen Los Angeles und San Diego wütenden Feuern ums Leben gekommen. Mehr als 3300 Häuser wurden zerstört.

Für viele Menschen im Großraum Los Angeles wurden die jüngsten Feuer trotz der breiten Brandbekämpfung zur Belastung. Die Gesundheitsbehörde warnte vor allem Herz- und Lungenkranke, ältere Menschen und Kinder vor der schlechten Luftqualität in den am stärksten betroffenen Regionen.

Satellitenaufnahmen zeigten Rauchwolken, die sich bis zu 300 Kilometer westlich in den Pazifik erstreckten. Auch in Hollywood sei ein leichter Ascheregen gefallen, berichtete CNN.


Freitag 30. September 2005, 12:15 Uhr

Hunderte flüchten vor Bränden in Kalifornien

Los Angeles (dpa) - Mehr als 400 Kalifornier sind am Donnerstag von näher rückenden Flammen aus ihren Häusern vertrieben worden. In den westlichen Vororten von Los Angeles waren 3000 Feuerwehrleute im Einsatz, um zahlreiche Waldbrände zu bekämpfen.

Nach ersten Schätzungen brannten seit Mittwoch knapp 7000 Hektar Land ab. Mehr als 2000 Häuser, darunter zahlreiche Luxusvillen, waren von dem Flammen bedroht. Es sei aber erst ein Haus abgebrannt, teilte ein Sprecher der Feuerwehrbehörde mit. Durch die starke Hitzeentwicklung nahmen aber zahlreiche Wirtschaftsgebäude in der ländlichen Region Schaden.

«In unserer Pferderanch in Simi Valley sind die Träger geschmolzen», sagte Frederic Prinz von Anhalt, Ehemann von Schauspielerin Zsa Zsa Gabor, der dpa. 35 Pferde konnten sie rechtzeitig in Sicherheit bringen. Drei verängstigte Tiere zogen sich aber bei dem Transport Verletzungen zu und mussten eingeschläfert werden, sagte von Anhalt. Er bezifferte den Schaden auf der Ranch, die der Polo-Spieler seit 1990 betreibt, mit mehr als zwei Millionen Dollar. Auch das benachbarte Anwesen von Sylvester Stallone sei von den Flammen bedroht, führte der in Bel Air wohnende Adlige weiter aus.

Eine leichte Abschwächung der gefährlichen Santa Ana Winde am Donnerstagabend (Ortszeit) ließ die Einsatzteams etwas aufatmen. «Die Lage hat sich gegenüber gestern verbessert», sagte Behördensprecher Zev Yarovslavsky. Die Gefahr sei aber bei weitem noch nicht gebannt. «Bleibt wachsam», riet ein Sprecher des Wetteramtes den Anwohnern in dem hügeligen Hinterland der Millionenmetropole. Gouverneur Arnold Schwarzenegger wollte am Freitag einige betroffene Gebiete besuchen. Der Bezirk Los Angeles appellierte an Schwarzenegger und an die zuständigen Behörden des Staates Kalifornien, den Notstand zu erklären, damit die örtlichen Brandbekämpfer vom Staat entschädigt werden können.

Angefacht durch die Santa-Ana-Winde, die zu dieser Jahreszeit auftreten, schossen die Flammen und dicker Rauch kilometerlang von Bergkämmen in den Himmel. Die Temperaturen in der Region stiegen am Donnerstag auf 33 Grad Celsius an. Die Brandursache ist nach Angaben der Feuerwehr noch unbekannt.

«Leute, die ihre Ländereien verwildern lassen, müssen härter bestraft werden», meint von Anhalt. Man könne sich nicht vorstellen, wie schnell in den trockenen Landstrichen die Feuer um sich greifen würden. Nach einem regenreichen Winter gibt es in Südkalifornien ungewöhnlich viel Unterholz, das leicht brennbar ist. Außerdem haben Insekten Millionen von Pinien absterben lassen, die den Flammen jetzt schnell zum Opfer fallen.

Im Oktober 2003 waren bei verheerenden Bränden in Südkalifornien 20 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 3300 Häuser wurden zerstört. Die Flammen vernichteten damals eine Fläche von der Größe des Saarlands.


Sonntag 2. Oktober 2005, 12:56 Uhr

Feuerwehr in Kalifornien weiter im Einsatz

Los Angeles (dpa) - Ein neuer Waldbrand in Kalifornien nahe Burbank hat 70 Familien aus ihren Häusern vertrieben. Wie CNN berichtet, hatte die Polizei eine Evakuierung der betroffenen Region angeordnet. Gute Nachrichten gab es aber für die Gebiete im Nordwesten von Los Angeles, wo seit Mittwoch das so genannte Topanga- Feuer tobte. Es konnte bis inzwischen zu 60 Prozent eingedämmt werden. Gouverneur Arnold Schwarzenegger lobte die «spektakuläre» Arbeit der Löschteams.


» zurück

Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: So, 12.10.2008 © easy.wdss • Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.netBildschirm-Version

< zurück | nach oben scrollen^