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Sibirien-Pipeline beschlossen
Montag 21. November 2005, 15:36 Uhr
Russland sagt Japan Ölpipeline zu
Tokio (dpa) - Russland hat Japan den Bau einer Ölpipeline von Sibirien bis zum Pazifik zugesagt. Bei einem Treffen des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi vereinbarten beide Länder den Ausbau einer zweiten Stufe der Pipeline.
Japan erhielt jedoch keine Zusage, dass der zum Pazifik führende Teil Priorität vor einer Abzweigung nach China bekommt. Beide Länder wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen erweitern, konnten aber im Streit um Inseln der südlichen Kurilen keinen Durchbruch erzielen.
Die Inseln waren gegen Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 von der damaligen Sowjetunion besetzt worden und werden von Tokio zurückgefordert. Wegen des Streits haben die früheren Kriegsgegner bisher keinen Friedensvertrag unterzeichnet. Putin lud Koizumi für das kommende Jahr zum Besuch nach Russland ein. Beide Seiten einigten sich auf zwölf Dokumente, darunter zur Ölpipeline in Sibirien, deren erste Phase bereits im Bau ist. Die Gespräche über das Projekt und Japans finanzielle und technische Kooperation sollen beschleunigt werden mit dem Ziel, Anfang 2006 eine Einigung zu erzielen, hieß es.
Die Pipeline werde die gesamte asiatisch-pazifische Region mit Öl versorgen, einschließlich Japan, sagte Putin, der von einer großen Wirtschaftsdelegation begleitet wird. Zuvor hatte er sich für einen weiteren Ausbau der wirtschaftlichen Beziehungen ausgesprochen und Japan zu verstärktem Handel und Investitionen in Russland aufgerufen. Die Kooperation zwischen beiden Ländern auf wirtschaftlichem Gebiet habe sich in den vergangenen Jahren bestens entwickelt, sagte Putin bei einem Forum des japanischen Wirtschaftsdachverbandes.
In Sicherheitsfragen vereinbarten Koizumi und Putin darüber hinaus einen Dialog auf Ministerebene. Koizumi habe auch seine Bedenken gegen Russlands Waffenexporte und gemeinsame Manöver vergangenes Jahr ausgedrückt. Der russische Präsident wird zum Abschluss seines dreitägigen Besuchs am Dienstag noch von Japans Kaiser Akihito empfangen.
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