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Aktuell

Waldbrände in Osteuropa

Schwere Waldbrände im Nordwesten Russlands

Schon knapp 4.250 Hektar Land vernichtet

APA, 15.8.06

Bei schweren Waldbränden im Nordwesten Russlands sind knapp 4.250 Hektar Land vernichtet worden. Zwischen St. Petersburg und Murmansk seien insgesamt 420 Brandherde gemeldet worden, davon sechs sehr große, teilte das Notstandsministerium der betroffenen Region am Dienstag mit. Mehr als 2.200 Feuerwehrmänner in 500 Einsatzfahrzeugen kämpften gegen die Flammen.

Außerdem seien etwa 15 Löschflugzeuge im Einsatz, hieß es. Regierungsangaben zufolge wurde bereits am 12. August der Notstand ausgerufen. Für die Nachbarländer Finnland und Norwegen, die beide rund 200 Kilometer vom nordwestrussischen Murmansk entfernt sind, besteht demnach aber bisher keine unmittelbare Gefahr.

Krankenhäuser im Südosten Finnlands allerdings registrieren nach Medienberichten seit einigen Tagen auffallend viele Patienten mit Atemwegs- und Herzproblemen, die angeblich auf die Rauchentwicklung bei den Waldbränden auf der anderen Seite der Grenzen zurückzuführen sind. Das Krankenhaus in Kotka, 135 Kilometer östlich von Helsinki, etwa behandelte nach einem Bericht der finnischen Nachrichtenagentur STT am Wochenende doppelt so viele Menschen mit Herzbeschwerden wie normal.

Seit Montag war in der Hauptstadt Rauchgeruch festzustellen. Meteorologen registrierten dort am Dienstag eine vierfach erhöhte Schadstoffkonzentration in der Luft.


15. August, 2006

Petersburg bekommt Waldbrand-Qualm zu spüren

St. Petersburg (ld/.rufo) - Der Qualm vom Wald- und Torfbränden in unmittelbarer Nähe der Stadt belastet die ohnehin schon stark verschmutzte Luft in Petersburg. Gefahr für Menschen oder Gebäude besteht aber bislang nicht.

Der heiße und vor allem trockene Sommer hat das Umland Petersburgs geradezu ausgetrocknet. Das Resultat waren in den letzten Tagen über 25 Brandherde innerhalb des Verwaltungsgebietes der Stadt St. Petersburg sowie 22 Waldbrände im umliegenden Leningrader Gebiet. Der größte Brand tobt im Sperrgebiet unmittelbar an der Grenze zu Finnland.

Während in der letzten Woche der Wind meist aus Osten kam und den beißenden Qualm auf die Ostsee und zu den deshalb zunehmend beunruhigten Nachbarn in Finnland und Estland blies, meint es der Wind inzwischen nicht mehr so gut mit der Newa-Metropole: Am Sonntag und Montag war der Brandgeruch auch deutlich im Petersburger Stadtzentrum wahrnehmbar.

Der Qualm hängt nun auch über der Stadt

Besonders belastet sind die großen Wohnviertel im Nordwesten der Stadt, wo sich Brände in den unmittelbar angrenzenden Waldgebieten wie etwa dem Juntolowo-Naturpark festgefressen haben.

Wie die Zeitung „Newskoje Wremja“ heute berichtet, sind Waldbrände schwierig zu löschen, Torfbrände jedoch gar nicht. Der Torf werde bis in den Winter hinein unterirdisch vor sich hin glühen – und von Zeit zu Zeit schlagen die Flammen dann auch auf der Oberfläche aus.

Gelöscht wird auch aus der Luft

Zur Eindämmung der am schwersten zugänglichen Brände sind inzwischen auch zwei Hubschrauber und zwei Löschflugzeuge im Einsatz – darunter das hochmoderne Amphibium Be-200, das ohne zu landen auf dem Finnischen Meerbusen Wasser aufnimmt, während es über die Meeresoberfläche gleitet. Innerhalb von zwei Tagen warf diese Luftflotte 1676 Tonnen Wasser ab, meldet die Stadtverwaltung.

Nach Angaben von heute morgen gibt es jetzt auf dem Stadtgebiet noch sieben Brandherde – unter anderem bei Lewaschewo im Norden, Kolpino im Südosten oder unweit des Lenin-Museums „Schalasch“ am Rasliw-See im Westen der Stadt. Sie alle sollen aber keine Gefahr für Gebäude, Straßen oder Leitungen darstellen, so die Behörden.

Zündeln im Wald meistens der Auslöser

Ursache der Waldbrände ist aber bei weitem nicht das Wetter allein: Experten sind sich einig, dass die meisten Feuer auf menschliches Fehlverhalten in der Natur zurückgehen: Lagerfeuer, Schaschlik-Grills oder auch nur weggeworfene Zigarettenkippen bei einem Picknick stehen oft am Ausgangspunkt einer solchen Notlage.

“Wenn es schwere Strafen gäbe, wäre das zu vermeiden. Drei Monate Gefängnis – und man hätte gleich eine Wirkung“, so Andrej Gosudarew, der Vorsitzende einer Waldbrandverhütungs-Stiftung des Leningrader Gebietes. Seine finnischen Kollegen seien höchst erstaunt gewesen, als sie erfuhren, dass es in Russland keine scharfen Strafen für das Feuermachen in Waldgebieten gebe, erzählte Gosudarew der „Newskoje Wremja“.


Juschtschenko fordert verstärkte Brandschutzmaßnahmen nahe seiner Residenz

RIA Novosti, 15.8.06

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat das nationale Zivilschutzministerium aufgefordert, die Vorbeugungsmaßnahmen gegen mögliche Waldbrände zu verstärken, berichtete Juschtschenkos Presseamt am Dienstag.

Juschtschenko rief die Rettungsdienste zudem zu einer Zusammenarbeit mit der Polizei und den Förstereien auf. Der Staatschef dankte der Zivilschutzverwaltung der Halbinsel Krim für das schnelle Löschen des Brandes im Raum der Siedlung Oliwa nahe des Landsitzes des Präsidenten.

Wie das Presseamt berichtete, war am 14. August in der Nähe des Berges Aj-Petri ein Waldbrand ausgebrochen. Starker Wind fachte das Feuer in Richtung Oliwa an. Präsident Juschtschenko traf am Ereignisort ein, um sich persönlich davon zu überzeugen, dass die Siedlung nicht bedroht ist.

Der Brand vernichtete rund zehn Hektar Wald, bevor er am frühen Dienstagmorgen gelöscht werden konnte. Opfer gab es keine, so das Presseamt.


Waldbrand in Georgien zerstört 500 Hektar Wald

Rustawi 2 / Kanal 1 - Georgien Nachrichten, 16.8.06

Das am Montag im Forst Abastumani in Georgien ausgebrochene Feuer hat bereits mehr als 500 Hektar Wald zerstört. Der georgischen Feuerwehr ist es bislang nicht gelungen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Dabei bekommt sie Unterstützung von Löschflugzeugen aus der Türkei, die mit einem speziellen Löschmittel den Brand aus der Luft bekämpfen.

Das Feuer droht nun auch auf bewohnte Gebiete überzugreifen. Umweltminister Davit Tkeschelaschwili will sich die Lage vor Ort ansehen.

Die heiße Witterung in Georgien hatte das Feuer in den vergangenen Tagen begünstigt. Mitte dieser Woche soll die Temperatur etwas nachlassen.


Waldbrand in Georgien gefährdet Naturpark

Rustawi 2 - Georgien Nachrichten, 15.8.06

Ähnlich wie im Südwesten Europas hat das heiße Sommerwetter der vergangenen Wochen auch in Georgien die Gefahr von Waldbränden vergrößert. In der Region Adigeni sind nun mehr als 100 Hektar Wald in Brand geraten. Das Feuer könnte auch auf den Naturpark Borjomi-Charagaurli übergreifen.

Das Feuer brach nach einem Bericht des Privatsenders Rustawi 2 gegen fünf Uhr morgens am Dienstag aus. Da es keine Straßen zu dem Brandherd gibt, konnten Feuerwehrleute diesen nicht rechtzeitig erreichen, um das Feuer in der Anfangsphase zu bekämpfen.

Die georgischen Behörden haben sich mit der Bitte um Hilfe an die türkischen Kollegen gewandt, die Flugzeuge zur Bekämpfung des Feuers aus der Luft bereitgestellt haben. Zudem sind Einsatzkräfte am Boden bei der Brandbekämpfung tätig.


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