powered by <wdss>
Aktuell

Klimaflüchtlinge in USA

Donnerstag 17. August 2006, 10:56 Uhr

Studie: Erster Massenexodus wegen Klimawandels in den USA

(AFP) - Umweltkatastrophen infolge der Erderwärmung haben einer US-Studie zufolge bereits zu einem ersten massenhaften Exodus von Klimaflüchtlingen geführt - ausgerechnet in den USA. Die Flucht von hunderttausenden Menschen nach dem Hurrikan "Katrina" an der Golfküste der USA vor einem Jahr sei die erste dokumentierte "Massenbewegung von Klimaflüchtlingen" gewesen, heißt es in dem in Washington vorgestellten Bericht des Earth Policy Institute.

Eine Untersuchung habe ergeben, dass sich mindestens 250.000 der Geflohenen inzwischen anderswo angesiedelt haben und nicht an die hurrikangefährdete Golfküste zurückkehren, heißt es in der Studie. "Diese Menschen wollten sich nicht länger den persönlichen Traumata und finanziellen Risiken in Zusammenhang mit dem ansteigenden Meeresspiegel und immer verheerenderen Stürmen aussetzen", sagte Institutsdirektor Lester Brown. "Diese Evakuierten sind nun als Klimaflüchtlinge zu bezeichnen."

Bislang waren Umweltexperten davon ausgegangen, dass die ersten Massenfluchten infolge der Klimaerwärmung wahrscheinlich die kleinen Inselstaaten im Pazifik treffen würden, die nur wenige Meter über den Meeresspiegel herausragen und bei einem Ansteigen der Meere verschwinden könnten. Die Gefahr der Überflutung tief liegender Gebiete sei zwar existent, sagte Brown; genauso Besorgnis erregend seien aber Wirbelstürme, die wegen der Aufheizung der Weltmeere immer zerstörerischer werden.

Angesichts des "Katrina"-Exodus in den USA sagte Brown: "Es ist interessant, dass nun ausgerechnet dasjenige Land die größte Hurrikan-Zerstörung erlitten hat, das in erster Linie für die Erderwärmung verantwortlich ist." Die Gefahr durch Wirbelstürme in den Küstenregionen werde eine anhaltende Abwanderung auslösen: "Der steigende Meeresspiegel und die mächtigeren Hurrikane führen zu höheren Versicherungskosten, und die Leute werden ins Landesinnere gehen. So wie Konzerne in Regionen mit niedrigen Löhnen abwandern, emigrieren die Leute in Regionen mit niedrigeren Versicherungskosten."

Das Earth Policy Institute definiert den Begriff "Klimaflüchtling" in der Studie als Angehörigen einer größeren Gruppe, die wegen vom Menschen verursachten Umweltveränderungen ihre Heimat verlassen müssen. Darunter fallen nach Angaben der Experten auch Millionen Menschen im Norden und Westen Chinas, die wegen der Versteppung der Böden infolge von Überweidung ihre Dörfer verlassen mussten.


» zurück
 

Druckversion