Aktuell


Waldbrände in Kalifornien

Freitag 27. Oktober 2006, 11:14 Uhr

Brandstifter verursachen tödlichen Waldbrand in Kalifornien

Poppet Flat/USA (AP) Brandstifter haben in Kalifornien den tödlichsten Waldbrand seit fünf Jahren ausgelöst. Mindestens vier Feuerwehrleute wurden Opfer der Flammen, die Überlebenschancen eines schwer verletzten fünften wurden als gering eingestuft. Die Männer wurden nach Behördenangaben am Donnerstag in den Bergen unweit von Palms Springs von einer Flammenwand überrascht, der sie nicht mehr ausweichen konnten. Feuerwehrchef John Hawkings bezeichnete die Brandstiftung als klaren Mord.

Für Hinweise zur Ergreifung der Täter wurde eine Belohnung von 100.000 Dollar (rund 80.000 Euro) ausgesetzt. «Liefert diesen Abschaum aus», hieß es in einem Appell der Regionalbehörde von Riverside County. Das Feuer wurde demnach in der Nacht zum Donnerstag (Ortszeit) in der Nähe von Cabazon, 140 Kilometer östlich von Los Angeles, gelegt. Binnen weniger als 24 Stunden verbrannte oder versengte es bereits eine Fläche von fast 100 Quadratkilometern. Angefacht wurden die Flammen von starkem Wind mit Böen bis zu 40 Kilometern in der Stunde.

Mehr als 1.000 Feuerwehrleute waren im Einsatz, doch konnten sie den Brand bis zum Abend erst zu fünf Prozent unter Kontrolle bringen. Die getöteten Männer hatten versucht, ein Haus vor einer Flammenwand zu schützen. Dabei überraschte sie das Feuer so schnell, dass sie sich nicht mehr retten konnten, wie Feuerwehrsprecher Pat Boss mitteilte. Mindestens drei Häuser brannten nieder, ein Bewohner wurde verletzt.

Bedrohlich war die Lage für etwa 400 Menschen auf einem Campingplatz für Wohnwagen. Die einzige Zufahrtstraße zum Silent Valley Club war wegen der Flammen nicht mehr passierbar. Nach Behördenangaben bestand für die Eingeschlossenen zunächst aber keine Lebensgefahr. Die Siedlungen Poppet Ranch und Twin Pines wurden evakuiert. Insgesamt wurden rund 700 Menschen wurden in Sicherheit gebracht, wie der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger mitteilte.


27. Oktober 2006

Schwarzenegger rief wegen Waldbränden Notstand aus

(SN/APA.) - Aufgrund der Waldbrände im Süden Kaliforniens hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger für die betroffenen Gebiete den Notstand ausgerufen. Zugleich hieß es am Freitag in seinem Büro, er habe Halbmastbeflaggung für das kalifornische Parlament und die Forstbehörde angeordnet. Damit soll der vier Feuerwehrleute gedacht werden, die bei den Bränden in der bergigen Region etwa 200 Kilometer östlich von Los Angeles ums Leben gekommen waren.

Das Ausrufen des Notstandes erlaubt dem Bundesstaat Kalifornien, alle Mittel zur Bekämpfung der Katastrophe zu mobilisieren. Die vier Feuerwehrleute verbrannten, als die von heftigem Wind angefachten Flammen ihren Löschzug erfassten. Ein fünfter Mann erlitt laut "Los Angeles Times" schwere Verbrennungen an 90 Prozent seines Körpers. Die Flammen seien 30 Meter hoch gewesen. Den Feuerwehrleuten blieb keine Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.

Das Feuer ist in der Nähe der Stadt Cabazon vermutlich absichtlich gelegt worden und hat sich schnell ausgebreitet. 700 Menschen wurden evakuiert. Nach Angaben der Forstbehörde verbrannten bis Freitag früh mehr als 7.600 Hektar Busch. Knapp 1.200 Feuerwehrmänner waren im Einsatz. Laut Medienberichten wurden 100.000 Dollar Belohnung (rund 80.000 Euro) für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Brandstifters führen.

Wald- und Buschbrände hatten im September im Nordwesten von Los Angeles bereits tausende Hektar Land vernichtet. Seit Jänner wurden knapp vier Millionen Hektar Wald vernichtet - mehr als je zuvor in den Jahren seit 1960, als mit der Statistik begonnen wurde.




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