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Aktuell

China: Wende bei Umweltproblemen?

Dienstag 5. Juni 2007, 08:20 Uhr

China erwartet noch dieses Jahr Wende bei Umweltproblemen

Peking (AP) Die chinesische Regierung hat noch für dieses Jahr einen Wendepunkt in der Entwicklung der Umweltprobleme angekündigt. Die Ziele zur Eindämmung der Luft- und Wasserverschmutzung würden voraussichtlich erreicht, sagte am Dienstag der Leiter der Umweltbehörde, Zhang Lijun, in einer ungewöhnlich optimistischen Einschätzung. Die Menge der in die Umwelt abgegebenen toxischen Stoffe sei im vergangenen Jahr geringer gestiegen als noch 2005. In diesem Jahr erwarte er erstmals einen Rückgang, sagte der Vizeminister. Nach zwei Jahrzehnten eines weitgehend ungezügelten Wirtschaftswachstums sind vor allem zahllose Flüsse mit Industrieabwässern verseucht.


Heuer absehbarer Rückgang der Schadstoffemission in China

China.org.cn (staatlich), 6. Juni 2007

Wie der stellvertretende Direktor des chinesischen Staatlichen Hauptamtes für Umweltschutz, Zhang Lijun, am Dienstag in Beijing mitteilte, werde für dieses Jahr mit einem Rückgang der Schadstoffemission in China gerechnet. Damit werde der Gesamtausstoß von Schadstoffen zum ersten Mal in den vergangenen Jahren sinken.

Weiter sagte Zhang, China könne ohne Zweifel das Ziel erreichen, bis zum Jahr 2010 die Schadstoffemission um 10 Prozent zu reduzieren. Dies sei dank der laufenden Inbetriebnahme von verschiedenen Müllentsorgungsanlagen, der verstärkten Strukturanpassung sowie einer immer besser werdenden Überwachungs- und Verwaltungsfähigkeit möglich.


Umweltbedingungen in China bleiben stabil

China.org.cn (staatlich), 6. Juni 2007

Im vergangenen Jahr seien die Umweltbedingungen in China stabil geblieben, teilte der stellvertretende Direktor des staatlichen chinesischen Amtes für Umweltschutz, Zhang Lijun, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Beijing mit. Eine Kontrolle habe ergeben, das Oberflächenwasser in China sei im vergangenen Jahr leicht verschmutzt gewesen, die Qualität der Wasserquellen für Trinkwasser der chinesischen Städte sei jedoch gut. Auch das Meerwasser sei bis auf wenige Gebiete weitgehend sauber. Die Luftqualität in mehr als 500 Städten habe sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert, Belästigungen durch Lärm oder Strahlung seien in chinesischen Städten verringert worden und bis zum Jahresende 2006 sei die Zahl der Naturschutzgebiete in China auf rund 2400 gestiegen. Die Gesamtfläche der Naturschutzgebiete betrage inzwischen mehr als 15.000 Hektar, sagte Zhang weiter.


China will Energie einsparen und Schadstoffemission senken

China.org.cn (staatlich), 7. Juni 2007

Anlässlich des 36. Internationalen Umwelttages hat der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Zeng Peiyan in Beijing betont, China werde alle Bürger mobilisieren und mit gemeinsamen Aktionen dem Klimawandel begegnen. Die ganze Gesellschaft solle einen Beitrag zur Energieeinsparung und zur Verminderung der Schadstoffemission leisten.

China werde weiterhin entsprechende Maßnahmen umsetzen und negative Einflüsse auf die Umwelt mit allen Kräften vermeiden. Projekte mit hohem Energieverbrauch und großer Umweltverschmutzung sollten stark eingeschränkt werden. Gleichzeitig solle die Einhaltung der Gesetze stärker kontrolliert werden, sagte Zeng auf einer Aussprache mit Umweltschutzexperten weiter. Aktionen zum Umweltschutz sollten vermehrt stattfinden und Umweltprobleme, die die Gesundheit der Bevölkerung direkt betreffen, sollten vorrangig gelöst werden.


Zentrum für Umweltüberwachung für Publikum geöffnet

China.org.cn (staatlich), 7. Juni 2007

Zum Welt-Umwelttag ist das Beijinger Zentrum für Umweltüberwachung am Dienstag zum ersten Mal für das Publikum geöffnet worden. Als erste Besucher haben mehr als 20 Bürger aus acht Beijinger Stadtbezirken den Experten im Überwachungszentrum nach dem Vorgehen bei Kontrollmessungen über Qualität des Wassers und über Lärmschutz befragt. Auch mögliche Quellen von Verschmutzungen und richtiges Verhalten und sinnvolle Maßnahmen bei Unfällen mit Umweltverschmutzung waren von großem Interesse. Die Experten sagten, das Zentrum setze bei der Überwachung und Kontrolle neben konventionellen auch weltweit führende Techniken und Geräte ein, darunter Entfernungsmessung mittels Laserstrahl und Satelliten-Fernabtasttechnik. Die erhobenen Daten seien deshalb genau und zuverlässig.


China setzt sich für Umweltschutz ein

China.org.cn (staatlich), 7. Juni 2007

Ein internationales Forum zum Schutz der Umwelt ist am Dienstag in Beijing eröffnet worden. Der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Zeng Peiyan sagte in seiner Eröffnungsrede, China wolle sich gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft für den Schutz und den Aufbau der Umwelt einsetzen.

Weiter sagte Zeng, China befinde sich zurzeit in einer wichtigen Phase der Urbanisierung und der Industrialisierung. Das Land werde dabei dem Umweltschutz und der Verwaltung der Naturressourcen eine wichtige Stellung einräumen. Als ein verantwortungsvolles Mitglied der internationalen Gemeinschaft sei China bereit, bilaterale und multilaterale Kooperationen beim Umweltschutz aufzunehmen sowie die Internationale Umweltschutzkonvention gewissenhaft zu erfüllen.


China trägt positiv zur Verlangsamung des Klimawandels bei

China.org.cn (staatlich), 7. Juni 2007

China habe mit seinen Bemühungen zur Aufforstung sowie zum Schutz der Wälder einen erheblichen Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels geleistet. Dies sagte der Pressesprecher des chinesischen Staatlichen Amtes für Forstwirtschaft, Cao Qingyao, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Beijing.

Cao teilte weiter mit, China habe zwischen 1980 und 2005 kontinuierlich Bäume gepflanzt und die Verwaltung der Wälder verbessert. Dadurch seien nach Einschätzungen von Experten insgesamt 4,68 Milliarden Tonnen Kohlendioxid aufgenommen worden. Die Kohlendioxidemission sei durch eine verstärkte Kontrolle des Holzeinschlages um 430 Millionen Tonnen reduziert worden.

Ferner sagte Cao, China werde sich aktiv an der vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) initiierten Aufforstungsaktion, eine Milliarde Bäume zu pflanzen, beteiligen. Insgesamt zehn chinesische Provinzen und autonome Gebiete sowie der chinesische Fonds für Aufforstung würden sich an dieser Aktion beteiligen. Dabei hätte man inzwischen die zugesagte Aufforstungsmenge bereits weitestgehend erfüllt.


Vernachlässigung der Umwelt fügt China selbst Schaden zu

China.org.cn (staatlich), Guangzhou Daily, 6. Juni 2007

Im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung Chinas werde der Umweltschutz gegenüber der enormen Wirtschaftseffizienz zu sehr vernachlässigt, sagte Tang Jun von der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften. "Zuerst Verschmutzung, dann Bereinigung", dies gelte nun sogar als rationelles Entwicklungsgesetz. Als Hintergrund hierfür nennt Tang vor allem das Beispiel der Reinigung Dianchi Sees, des sechstgrößten Süßwassersee Chinas, in der Provinz Yunnan. Selbst mit einem finanziellen Einsatz von 4,7 Milliarden Yuan (456 Millionen Euro) in den letzten 10 Jahren konnte die Wasserqualität aber nicht verbessert werden. Dafür meinen jedoch viele Experten, der Misserfolg bei der Wasserreinigung des Dianchi Sees sei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass ein Widerspruch zwischen Umweltschutz und Erschließung des Seegebiets bestehe; es fehle noch an stabilen Kapitalquellen und Finanzierungsmechanismen.

Bereits in den 80er Jahren letzten Jahrhunderts wurde die Idee der harmonischen Entwicklung zwischen Gesellschaft und Wirtschaft ins Leben gerufen, die sich aber gegenüber dem Wachstum des Bruttoinlandesprodukts leider kaum auswirkt. Die wirtschaftliche Entwicklung erzielt heute schon bedeutende Erfolge, aber auf Kosten der Gesellschaft und Umwelt.

Schließlich betonte Tang, China solle auf seinem Entwicklungsweg das Risiko der modernen Zeit überwinden und vermeiden, sich selbst zu schädigen.


Dienstag 5. Juni 2007, 06:04 Uhr

Dürre in China: Bei vier Millionen wird Trinkwasser knapp

Peking (AP) Eine lange und schwere Dürre im Südwesten Chinas lässt für vier Millionen Menschen das Trinkwasser knapp werden, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag meldete. Betroffen seien auch 4,5 Millionen Stück Vieh. Die Dürre habe es in weiten Teilen von Sichuan unmöglich gemacht, Feldfrüchte anzubauen, hieß es.

Wasserknappheit wird in China zu einem immer größeren Problem, vor allem im Norden des Landes. Im vergangenen Monat hatte Xinhua gemeldet, dass in der nordwestchinesischen Provinz Gansu knapp eine Million Menschen unter einer Dürre zu leiden hätten.


Mittwoch 6. Juni 2007, 14:42 Uhr

Analyse: China unter Druck

Heiligendamm (dpa) - China will in Heiligendamm nicht an den Pranger gestellt, sondern stärker als bisher in die Konsultationen der G8-Staaten einbezogen worden.

«Ich denke nicht, dass der Dialog mit den Schwellenländern eine Plattform wird, um ein Land unter Druck zu setzen. Das sollten sie auf keinen Fall tun», warnte Cui Tiankai, Abteilungsleiter in Pekings Außenministerium, mit Blick auf Handelskonflikte, Klimawandel, den Kampf gegen Raubkopierer oder Chinas umstrittene Afrika-Politik. Der chinesischen Sorge begegnete sofort die deutsche G8-Präsidentschaft: Niemand solle «in die Ecke gestellt» werden. Dazu wollten es die Gastgeber nicht kommen lassen.

Kanzlerin Angela Merkel will in dem Ostseebad vielmehr einen «Heiligendamm Prozess» in Gang setzen, der Geschichte schreiben könnte. In einem «strukturierten Dialog» mit China, Indien, Mexiko, Brasilien und Südafrika sollen künftig der Umgang mit Rohstoffen, die Entwicklungshilfe, Investitionsfreiheit oder der Schutz des geistigen Eigentums diskutiert werden. Erste Reaktionen aus China sind positiv: «Es lohnt sich, dass alle Beteiligten den deutschen Vorschlag ins Auge fassen und studieren», sagte der außenpolitische Experte Liu Jiangyong von der renommierten Qinghua-Universität. «Nichts kann direkten Dialog ersetzen.» Ein solcher Mechanismus «erweitert die Kanäle zum Austausch» und wäre gut für die Weltgemeinschaft.

Selbstbewusst tritt China in Heiligendamm mit einer hochkarätigen Delegation auf. Staats- und Parteichef Hu Jintao hat seinen obersten Außenpolitiker, Staatsrat Tang Jiaxuan, sowie den neuen Außenminister Yang Jiechi mitgebracht. Chinas wirtschaftliche Interessen vertreten die «Schwergewichte» an der Spitze der Reform- und Entwicklungskommission, Ma Kai, und des Handelsministeriums, Bo Xilai. Dass es Differenzen gibt, ist für Professor Liu Jiangyong unvermeidlich. Die reichen Staaten und die Entwicklungsländer gingen einfach von ganz unterschiedlichen Ausgangspositionen aus. «Einige der Probleme können nicht sofort gelöst werden, aber das ist normal.»

Meist fühlt sich China missverstanden - wie etwa bei seiner Politik in Afrika. Dass sich China benötigte Rohstoffe auf dem schwarzen Kontinent sichert und neue Kredite für gerade entschuldete afrikanische Staaten gewährt, hat unter den G8 deutliches Unbehagen ausgelöst.

«Sie verstehen das nicht», sagt Forscher Wang Hongyi von Chinas Institut für internationale Studien. «Nach dem Schuldenerlass haben sie aufgehört, Kredite zu geben», wirft Wang Hongyi den G8-Staaten vor. «Dabei steht die Entwicklung der afrikanischen Staaten jetzt am Scheideweg, weil sie versuchen, ihr industrielles Niveau anzuheben und ihre Wirtschaft zu entwickeln.» Chinas Kredite orientierten sich am Bedarf und «guten politischen Absichten». Westliche Kriterien wie Transparenz, Demokratie, Menschenrechte lehne China allerdings als «Einmischung in innere Angelegenheiten» ab.

Aber auch bei der Beseitigung von Handelsungleichgewichten und dem Klimawandel haben die G8-Staaten ein überragendes Eigeninteresse, besonders China und Indien stärker einzubinden. Ohne die beiden aufstrebenden Wirtschaftsmächte, die heute maßgeblich zum Anstieg neuer Treibhausgase beitragen, kann der Kampf gegen die globale Erwärmung nicht gelingen. Als inzwischen drittgrößte Wirtschaftsmacht der Erde und Devisenreserven von weit über einer Billion US-Dollar müsste China eigentlich längst den «führenden Wirtschaftsnationen» angehören, obwohl sich die G8-Mitglieder gegen eine Erweiterung ihres illustren Kreises sperren. Dieses Dialogdefizit will Merkel jetzt mit dem «Heiligendamm Prozess» füllen, der - statt Konfrontation wie bisher - ein neues Kapitel der Kooperation aufschlagen soll.



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