AktuellRussland: Neuer Rundholzzoll
Russland: Ausfuhrzoll für einen Festmeter Holz soll bis 2009 auf 50 Euro steigenRussland versucht mit einer Zollerhöhung den Export von Rundholz zu unterbinden. Damit soll die Holzindustrie zu Investitionen gezwungen werden, so die Strategie.Von Verena Diehelm, Wirtschaftsblatt, 2.7.07 Moskau. Ab Juli macht Russland mit seiner Drohung Ernst, Holzexporte massiv zu verteuern. Die Ausfuhrzölle auf Rundholz werden zunächst auf zehn Euro pro Festmeter verdoppelt. Damit will Moskau die Holzindustrie zwingen, die Wertschöpfung im Land zu erhöhen. Österreichische Betriebe betroffen Auch österreichische Betriebe wie Mayr-Melnhof Holz sind von der Zollerhöhung betroffen. "Wir exportieren russisches Rundholz nach Skandinavien und ins Baltikum und müssen daher die höheren Zölle bezahlen. Wir haben aber grossteils ausverhandelt, den Zoll voll auf die Kunden weiterzuverrechnen", sagt Ferdinand Berger, bei MM Holz für Russland zuständig. Für Wolfgang Leitinger, Chef von Holzindustrie Leitinger, ist die Erhöhung von Vorteil: "Wir haben drüben ein Sägewerk und dann wird bei uns mehr geschnitten." Dort werden jährlich 350.000 Festmeter verarbeitet. Investitionsboom in Russlands Holzindustrie Die Strategie des Kreml dürfte zumindest teilweise aufgehen. In Russlands Holzindustrie kommt es derzeit zu einem Investitionsboom. Skandinavische und chinesische Konzerne planen laut einem Bericht der deutschen Bundesagentur für Aussenwirtschaft Milliardeninvestitionen. Auch MM Holz investiert 75 Millionen Euro in ein neues Sägewerk, das ab Mitte 2008 rund 650.000 Festmeter jährlich verarbeiten soll. Nach dem russischen Zeitplan soll der Zolltarif schrittweise steigen. 2009 werden 50 Euro fällig. Berger glaubt jedoch nicht, dass die Zölle in dieser kurzen Zeit derart drastisch erhöht werden: "Dieser Schuss würde nach hinten losgehen. Das Holz würde nicht mehr gekauft werden und im Wald verrotten." Darüber hinaus könnten die hohen Zölle bei den Verhandlungen Russlands über einen WTO-Beitritt hinderlich sein und daher von der russischen Seite "geopfert" werden. Hauptproblem: Schwarzexporte Das Hauptproblem der russischen Forstwirtschaft - Schwarzexporte - können auch hohe Zölle nicht lösen. Der österreichische Handelsdelegierte Johann Kausl vermutet, dass 20 Prozent illegal exportiert werden. » zurück |
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