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Aktuell

Umweltschäden in China

17. Juli, 2007

OECD warnt vor Umweltschäden durch Wachstum in China

Paris (AFP) - Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat vor schweren Schäden durch das rasante chinesische Wirtschaftswachstum gewarnt. "Die schnelle wirtschaftliche Entwicklung, die Industrialisierung und die Verstädterung haben zu schweren und sich weiter verschlimmernden Folgen für die Umwelt geführt", erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurría in der Einleitung zu einem Bericht über die Umwelt in China. Diese Situation führe zu "deutlichen Schäden" für die menschliche Gesundheit und einer Auszehrung der Natur, hob er hervor.

Die Luftverschmutzung in einigen Städten Chinas gehöre zu den stärksten weltweit, erklärte Gurría. Zudem sei ein Drittel aller Wasserläufe schwer verschmutzt. Krankheiten und Verletzungen rührten oft von mangelhaften Umwelt- und Arbeitsstandards her, heißt es in dem Bericht. Hinzu komme, das China nicht nur zweitgrößter Emittent von Treibhausgasen sei, sondern auch weiterhin größter Hersteller und Nutzer von Substanzen, die der Ozonschicht schaden.

Zwar habe China bereits einige umwelt- und wirtschaftspolitische Maßnahmen ergriffen, heißt es weiter. "Diese Anstrengungen reichen jedoch nicht aus, um mit dem Druck auf die Umwelt und den Herausforderungen des sehr schnellen Wachstums der Wirtschaft Schritt zu halten", kritisieren die OECD-Autoren.


Rattenplage durch Klimaerwärmung?

China.org.cn (staatlich), China Daily, 17. Juli 2007

Das riesige Dreischluchtendamm-Projekt und die globale Erwärmung könnten für die Rattenplage verantwortlich sein, die vor kurzem in der zentralchinesischen Provinz Hunan stattgefunden hat.

Die Plage im Gebiet des Dongting-Sees, des zweitgrößten Süßwassersees Chinas, konnte unter Kontrolle gebracht werden. Im Verlauf der zwei Wochen andauernden Invasion der Mäuse konnten die Bewohner von 22 Kreisen am See etwa 2,3 Millionen der geschätzten 2 Milliarden Nager unschädlich machen.

Die Nagetiere wurden Ende Juni vom Hochwasser aus ihren Löchern vertrieben und fielen in dichtbevölkerten Gegenden ein.

Shi Dazhao, der Direktor des Labors für Vorbeugung und Bekämpfung von Nagetieren an der Chinesischen Agraruniversität und Berater des Chinesischen Verbands zur Kontrolle von Nagetieren und gefährlichen Insekten (CPCA), führte das Ausmaß der diesjährigen Rattenplage auf das gewaltige Dammprojekt und die Erderwärmung zurück.

Seine Meinung fand teilweise Unterstützung von Wu Chenghe, dem Leiter der Station für Pflanzungsschutz am Datong-See, einem Nebensee des Dongting-Sees. Wu ist der Meinung, dass Wasserentnahme im oberen Einzugsgebiet der Zuflüsse zu einem Absinken der Wasserspiegel geführt habe und dadurch ideale Bedingungen für die Rattenplage geschaffen habe. Auch die Tatsache, dass die vorjährige Hochwassersaison nicht zu einem Anstieg der Wasserspiegel geführt habe, hätte die Vermehrung der Nager begünstigt, sagte er.

Im Gegensatz zu den Medien, die den Ausbruch als die schlimmste Rattenplage im letzten Jahrzehnt bezeichnet haben, bezeichnete allerdings Deng Zhi, ein leitender Forscher der Chinesischen Akademie für Militärmedizin, die Vorfälle als natürliches Ereignis im Rahmen der alljährlichen Hochwassersaison.

"Wenn die Nager während der Hochwasser um ihr Leben laufen, kommen sie immer an die Oberfläche und verschwinden auch wieder. Es gibt kaum einen Weg, sie aufzuhalten", sagte er. Der Hauptgrund für die im diesen Jahr ausgesprochen schlimme Plage sei seiner Meinung nach in der zunehmenden Landgewinnung durch Menschen zu suchen, fügte er hinzu.

"Landgewinnung verletzt die Regeln der Ökologie", sagte er. "Sie begünstigt nicht nur Überflutungen, sondern schafft auch ideale Bedingungen für die Vermehrung von Nagetieren."

Ein weiterer Grund sei die Abhängigkeit der umliegenden Kreise von Schilf zur Papierproduktion, das zudem eine Nahrungsquelle für Nagetiere darstelle.

"Je mehr Schilf angebaut wird, desto mehr Nager und Papierfabriken werden entstehen, was wiederum zu Umweltverschmutzung führt und die Vermehrung der Ratten begünstigt", erklärte Yang Hualin, der Direktor der CPCA.

Experten glauben, dass das Problem der Kontrolle der Ratten in Hunan schwierig zu lösen ist.

Shi sagte: "Wir könnten alle Nager töten, aber das zahlt sich nicht aus. Wie viel Geld, Zeit und Einsatz soll die Regierung einsetzen, um jeden Hektar Anbaufläche zu schützen?"

"Wenn wir jedoch die Ratten frei herumlaufen lassen, zerstören sie alles. Auch eine grundlegende Lösung durch Wiederinstandsetzung des Sees ist unrealistisch, da man die Bewohner umsiedeln und für sie sorgen müsste." Shi schlug mehrere kurz- und langfristige Lösungen vor. So sollte die Regierung zum Beispiel jedes Jahr vor der Hochwassersaison im Sommer die Vermehrung der Nager kontrollieren. Außerdem sollten die Bauern während dieser Periode möglichst nichts anpflanzen.

Zusätzlich sollten sofort Beobachtungsstationen mit einer organisierten und ausgebildeten Besatzung gebildet werden, denn "Vorbeugung ist der Schlüssel zu allem", sagte er.

Langfristig seien eine koordinierte Entwicklung und Überwachung auf allen Ebenen eine verpflichtende Voraussetzung für ein nationales Vorsorgesystem, sagte er und ergänzte, dass ein Fonds zur Krankheitsvorbeugung ebenfalls sinnvoll sei.

Am 20. Juni startete das Gesundheitsministerium das erste strategische nationale System zur Vorbeugung und Kontrolle von ausbrechenden Infektionskrankheiten. Allerdings fehlt weiterhin ein übergreifendes Projekt zur Koordinierung der abteilungsinternen Bemühungen um Vorbeugung und Kontrolle.


China verschärft Schutz seiner Seen

China.org.cn (staatlich), Xinhua, 16. Juli 2007

Der Leiter des chinesischen Amtes für Umweltschutz, Zhou Shengxian, hat Ende vergangener Woche eine Reihe von neuen Bestimmungen zum Kampf gegen die sich weiter verschlimmernde Verschmutzung der Seen des Landes vorgestellt und die "lokalen Richtlinien" kritisiert, die Beamten ermutigen, bei Umweltverschmutzung ein Auge zu zudrücken.

Die neuen Bestimmungen kommen infolge der Erkenntnis, dass in nahezu neun von zehn Industrieparks und zwei Fünftel aller Unternehmen des Landes die Umweltschutzgesetze "rücksichtslos" übertreten werden.

Die neuen Regelungen seien für die drei großen Seen des Landes bestimmt, die ostchinesischen Seen Taihu und Chaohu sowie den südwestchinesischen See Dianchi, erklärte Zhou. Die Bestimmungen beinhalten:

a.. Ein Verbot aller Projekte, die zur Emission von Ammoniak und Phosphor führen und die Ablehnung aller bereits bestehenden Anträge für den Bau solcher Projekte.

b.. Ein Verbot der Produktion, des Gebrauchs und des Verkaufs aller Phosphor enthaltenden Reinigungsmittel im Einzugsgebiet der Seen.

c.. Die Entfernung aller Fischzüchtereien aus dem Gebiet der drei Seen bis Ende 2008.

d.. Das Verbot der Zucht von Fisch, Gemüse und Blumen, bei der Dünger Einsatz finden, im Umkreis von einem Kilometer um die Seen. Zhou stellte die neuen Maßnahmen in Hefei, der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Anhui, auf einem Sondertreffen zur Verschmutzung von Seen in China vor.

In den letzten beiden Monaten sind von allen drei Seen Algenplagen berichtet worden, die die Wasserversorgung gefährdeten. Am 4. Juli musste die Wasserversorgung für 200.000 Menschen im Landkreis Shuyang für über 40 Stunden eingestellt werden, nachdem in einem lokalen Fluss Ammoniak und Stickstoff gefunden wurden.

"Umweltprobleme können, wenn sie falsch behandelt werden, große gesellschaftliche Krisen auslösen. Die Verbesserung der Wasserqualität ist zu einem unserer dringendsten Ziele geworden", erklärte Zhou gegenüber Umweltbeamten.

Eine Untersuchung des chinesischen Umweltamtes hatte ergeben, dass 87,3 Prozent von 126 Industrieparks in 11 Provinzen gegen die Umweltgesetze verstoßen und umweltschädigende Unternehmen in ihre Parks aufgenommen haben.

Die Untersuchung ergab außerdem, dass die Hälfte der 75 untersuchten Kläranlagen das Wasser nicht angemessen reinigt oder nicht in Betrieb war. Von 529 durch das Amt untersuchten Unternehmen verstießen 44,2 Prozent gegen die Umweltgesetze des Landes.

"Gefährdungen bestehen überall und es wird sehr wahrscheinlich zu Umweltkatastrophen kommen", erklärte Zhou.

Viele der lokalen Beamten würden sich auf die Beiträge der Unternehmen zum Bruttoinlandsprodukt und für ihre eigene Beförderung verlassen. Dabei würden sie ihre Verantwortung zur Kontrolle des Einflusses auf die Umwelt der Unternehmen vernachlässigen.

"Wir müssen alle lokalen Richtlinien beseitigen, die die Umwelt dem Profit opfern."

Nach Angaben des chinesischen Umweltamtes wurden im vergangenen Jahr in China 161 Unfälle registriert, die zu Umweltverschmutzung führten. Die Behörden schlossen im Rahmen einer Kampagne, bei der im vergangenen Jahr die Emissionen von 720.000 Unternehmen untersucht wurden, 3176 die Umwelt verschmutzende Unternehmen.


20 Milliarden Yuan für die Umwelt Tibets

China.org.cn (staatlich), Xinhua, 16. Juli 2007

China wolle mehr als 20 Milliarden Yuan (1,9 Milliarden Euro) investieren, um das Ökosystem auf dem Tibet-Plateau zu schützen, sagte ein Beamter am Sonntag.

Der Plan beinhalte ein Dutzend Projekte, die im Programm 2006-2030 für Schutz und Aufrechterhaltung des Ökosystems am "Dach der Welt", einem wichtigen Teil des Qinghai-Tibet-Plateaus, aufgelistet worden sind, führte der Beamte der Kommission für Entwicklung und Reform des Autonomen Gebiets Tibet aus.

Zu den Projekten zählen etwa die Errichtung eines Naturschutzgebietes, der Schutz des natürlichen Waldes, die Wiederherstellung von Grasländern und Weiden, der Kampf und die Vorbeugung gegen Desertifikation und Maßnahmen gegen geologische Katastrophen.

Der Plan, der bald bewilligt sein wird, wird 20 Jahre umfassen. "Im Laufe der ersten fünf Jahre werden die Investitionen der Zentralregierung 7 bis 8 Milliarden Yuan (672 bis 768 Millionen Euro) umfassen", sagte der Offizielle.

Das Tibet-Plateau ist aufgrund der einzigartigen Landschaften und unterschiedlichen Wetterbedingungen Heimat verschiedenster Pflanzen und Vegetation. Generell gilt Tibet als eine Region enormer biologischer Vielfalt und als bedeutende Genbank für die globale Artenvielfalt. Doch das Ökosystem ist filigran und im Falle eines Schadens schwer zu reparieren.

Experten zufolge würde die Einrichtung eines nationalen Plans dabei helfen, den Druck auf die lokale Umwelt, der durch die weltweite Erwärmung entsteht, zu mildern und eine nachhaltige Entwicklung in der Region zu sichern.


Weniger Kredite für umweltschädigende Unternehmen

China.org.cn (staatlich), 16. Juli 2007

Wie die chinesische Kommission für Kontrolle und Verwaltung des chinesischen Bankenwesens am Freitag mitteilte, ist die Kreditvergabe an chinesische Unternehmen mit hohem Energieverbrauch und starker Beeinträchtigung der Umwelt in den ersten fünf Monaten dieses Jahres gesunken.

Diese Unternehmen stehen immer im Mittelpunkt der chinesischen Makrokontrolle. Die chinesische Zentralbank fordert alle Finanzorgane auf, bei der Kreditgewährung Faktoren wie Ressourcenverbrauch und Umweltschutz umfassend zu berücksichtigen.

Die chinesische Regierung plant, den Energieverbrauch je 10.000-Yuan-RMB-Einheit (960 Euro) vom Bruttoinlandsprodukt um 20 Prozent und gleichzeitig die Ableitungsmenge von Schadstoffen um 10 Prozent zu senken.

Die Staatliche Kommission für Entwicklung und Reform hat am Freitag mitgeteilt, bis zum Jahr 2010 solle der Energieverbrauch der Kohleunternehmen im Vergleich zu 2005 um 20 Prozent gesenkt und der Ausstoß von Schwefeldioxid begrenzt werden.


China: weitere schwere Regenfälle erwartet

China.org.cn (staatlich), Xinhua, 17. Juli 2007

In den nächsten zehn Tagen wird es in den meisten Teilen des Landes weiterhin zu schweren Regenfällen kommen, sagt das chinesische Meteorologische Amt am letzten Sonntagabend voraus.

Regenfälle werden vor allem für das Gebiet des Huaihe-Flusses, den Mittel- und Unterlauf des Jangtse, dass Sichuan-Becken und das Yungui-Plateau erwartet.

Bis zum vergangenen Freitag wurden durch Überschwemmungen 403 Menschen getötet, 105 weitere werden vermisst und 3,17 Millionen Menschen mussten evakuiert werden. Die Regenzeit führt ihn Zentral- und Südchina jedes Jahr zu starken Überschwemmungen.

In den zentralchinesischen Provinzen Henan und Hubei wurden durch anhaltende Regenfälle rund 10 Millionen Menschen betroffen, teilte das Ministerium für zivile Angelegenheiten am Sonntag mit.



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