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Aktuell

Montags-Update US-Waldbrände

Sonntag, 28. Oktober, 11:01 Uhr

Luftverschmutzung durch Feuer in Kalifornien wird bedrohlich

San Diego (AFP) - Eine Woche nach dem Ausbruch der Waldbrände in Kalifornien hat die Luftverschmutzung bedrohliche Ausmaße angenommen. Die Umweltbehörde des US-Bundesstaates sprach von einer "besorgniserregenden" Situation und empfahl vor allem den Bewohnern von fünf Bezirken im Süden Kaliforniens, in den Häusern zu bleiben. Günstigere Wetterbedingungen erleichterten unterdessen die Brandbekämpfung. Die Feuerwehr konnte den Großteil der 23 Brände unter Kontrolle bringen. Die Gefahr ist aber noch nicht gebannt; 19.000 Menschen durften weiterhin nicht in ihre Häuser zurückkehren.

Die kalifornischen Behörden warnten die Bevölkerung vor der durch die Brände entstandenen hochgiftigen Luft. Binnen einer Woche hätten die Brände so viel Treibhausgas in die Atmosphäre entsandt wie sonst 440.000 Autos in einem Jahr, sagte die Sprecherin der Abteilung für Luftqualität in der kalifornischen Umweltschutzbehörde.

Die Behörde rief die Menschen in den Bezirken San Diego, Orange, Los Angeles, San Bernardino und Riverside auf, sich möglichst drinnen aufzuhalten. Vor allem sensible Gruppen wie Senioren, Kinder oder Menschen mit Asthma und anderen Atembeschwerden sollten auf ausgedehnte sportliche Aktivitäten im Freien verzichten. Anstatt die Fenster zu öffnen, sollten lieber die Klimaanlagen eingeschaltet werden. Auch das Tragen von Atemschutzmasken helfe nicht, denn die giftigen Partikel seien "30 Mal feiner als ein einzelnes Haar" und würden durch die Masken nicht abgehalten.

Die am vergangenen Sonntag ausgebrochenen Waldbrände vernichteten in Südkalifornien bislang 203.000 Hektar Land und zerstörten 1800 Häuser. Die Feuerwehr rechnet damit, dass die drei größten Feuer innerhalb der kommenden zehn Tage unter Kontrolle gebracht werden könnten.

Für die Löscharbeiten waren die Wetterbedingungen mit abgeflauten Winden und kühleren Temperaturen zwischenzeitlich günstig. Der staatliche Wetterdienst warnte jedoch, das Wetter könne heute erneut Probleme bereiten. Die Meteorologen rechnen mit einem wieder stärker werdenden Wind und einer abnehmenden Luftfeuchtigkeit. Extreme Trockenheit und starke Winde hatten in der vergangenen Woche zu einer rasanten Ausbreitung der Brände geführt. Sieben Menschen kamen durch die Brände ums Leben, die zu den schlimmsten in der Geschichte Kaliforniens zählen.


Samstag, 27. Oktober, 09:21 Uhr

Rückkehrer in Kalifornien ohne Strom und Wasser

Ramona/USA (AP) Die schlimmsten Waldbrände scheinen im Süden Kaliforniens zwar überstanden zu sein, vielen Rückkehrern stehen nun aber noch schwere Zeiten bevor. In der Luft hängt immer noch die Asche der verbrannten Bäume, Wasser und Strom funktionieren oft nicht. In Ramona im Bezirk San Diego mussten die zurückgekehrten Bewohner feststellen, dass die Löschmannschaften zwar ihren Ort vor den Flammen gerettet, dabei aber den ganzen Wasservorrat verbraucht hatten.

Wer bei der Stadtverwaltung der 10.000 Einwohner zählenden Gemeinde telefonisch nachfragte, bekam eine Ansage vom Band zu hören: «Wir haben eine extreme Wasserkrise. Die Benutzung von Wasser ist nicht gestattet.» Randy und Aimee Powers, die am Freitag zurückgekehrten, waren sich trotzdem sicher: «Es ist besser wieder zu Hause zu sein. Wir überstehen auch das und halten irgendwie durch», sagte Randy Powers.

Tausende Menschen, deren Orte beim Herannahen der Feuer evakuiert worden waren, konnten inzwischen wieder zurückkehren. Das Auffanglager, das Football-Stadion in San Diego, in dem zeitweise 10.000 Menschen untergebracht waren, wurde geschlossen. Das Stadion wurde für das Heimspiel am Sonntag der San Diego Chargers gegen die Houston Texans vorbereitet.

Die gefährlichsten Feuer waren zwar eingedämmt, etliche Brände loderten aber weiter. Im Bezirk Orange in der Nähe von Los Angeles wurde deshalb die abgelegene Gemeinde Silverado Canyon evakuiert.

Die Brände hatten in der zurückliegenden Woche zur größten Evakuierungsaktion in der Geschichte Kaliforniens geführt. Insgesamt gab es im Zusammenhang mit den Bränden und der Evakuierung 17 Todesfälle, mehr als 90 Menschen, darunter mindestens 52 Feuerwehrleute, wurden verletzt. Mehr als 200.000 Hektar Land wurden ein Raub der Flammen.


Donnerstag, 25. Oktober, 21:28 Uhr

Bush besucht Waldbrandgebiete in Kalifornien

San Diego (AP) US-Präsident George W. Bush hat sich am Donnerstag ein Bild von der Lage in den Waldbrandgebieten von Kalifornien gemacht. Zusammen mit Gouverneur Arnold Schwarzenegger flog er über einige der am schwersten betroffenen Gemeinden. Der nachlassende Wüstenwind ließ die erschöpften Feuerwehrleute in den Katastrophengebieten inzwischen hoffen, dass das Schlimmste überstanden sein könnte.

Bush, der schon sieben Bezirke in Kalifornien zu Katastrophengebieten erklärt hat, die damit Anspruch auf Hilfe des Bundes haben, besuchte zunächst die völlig zerstörte Gemeinde Rancho Bernardo. Dabei versuchte er auch ein älteres Paar, Jay und Kendra Jeffcoat, zu trösten, die in den Resten ihres Hauses standen. «Mit unseren Herzen sind wir bei den Jeffcoats», sagte Bush. Von Rancho Bernardo flog er nach Escondido, wo er auch über den Wiederaufbau sprechen wollte und mit Feuerwehrleuten zusammen essen.

In der Nähe von San Diego bedrohte ein Waldbrand aber immer noch mehr als 8.500 Häuser. In der größten Evakuierungsaktion in der Geschichte des US-Staates mussten bislang mindestens 500.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Mehr als 172.000 Hektar Wald- und Buschland wurden verkohlt. Das entspricht einer Fläche von etwa der Hälfte des Saarlands.

Die Meteorologen erwarteten, dass der heiße und trockene Santa-Ana-Wind aus der Wüste, der die Feuer seit dem Wochenende immer wieder angefacht hatte, noch am Donnerstag fast ganz nachlässt. «Das hilft den Löschmannschaften ganz sicher», sagte der Meteorologe Jamie Meier. Auch dank eines massiven Einsatzes von Löschhubschraubern und -flugzeugen konnten zwei Brände, die 21 Häuser zerstört hatten, ganz eingedämmt werden. Alle Brände bei Los Angeles waren inzwischen unter Kontrolle, wie die Behörden mitteilten.

Gefährlich war die Lage aber noch im Bezirk San Diego. Nördlich von San Diego wurden in einem der zerstörten Häuser zwei Leichen gefunden wie die Polizei mitteilte. Gerichtsmediziner sollten ihre Identität klären. Damit kamen bislang vermutlich drei Menschen in den Bränden ums Leben, bei dem schweren Brand vor vier Jahren waren es 22 Tote. Die Warnung der Behörden sei diesmal eindeutiger gewesen, berichten evakuierte Bewohner.

Allein in der am schwersten betroffenen Region San Diego schätzen die Behörden den entstandenen Sachschaden auf mindestens eine Milliarde Dollar (700 Millionen Euro). Dort wurden 1.200 Häuser ein Raub der Flammen, insgesamt wurden 1.500 Häuser zerstört. Hubschrauber und Tankflugzeuge luden am Mittwoch mehr als 30 Wasserladungen auf einen Brand in den San-Bernardino-Bergen ab, der bei Lake Arrowhead mehrere hundert Häuser zerstörte.

Die Feuerwehr in Kalifornien erwartet nun eine verstärkte Unterstützung aus anderen US-Staaten. Der Feuerwehrchef im Bezirk Orange, Chip Prather, kritisierte, das Leben seiner Männer werde gefährdet, weil es zu wenig Einsatzkräfte gebe. Bei einem verstärkten Einsatz von Löschflugzeugen hätte ein Brand bei Irvine unter Kontrolle gebracht werden können. Bei den Waldbränden wurden 21 Feuerwehrleute und mindestens 24 Bewohner verletzt.

Unterdessen verstärkten sich die Hinweise, dass ein Teil der Feuer auf Brandstiftung zurückgeht. Die Ermittlungen zu einem Brand im Orange County, der neun Häuser zerstörte, ergab, dass das Feuer an drei unterschiedlichen Stellen gleichzeitig begann. Im Bezirk San Bernardino wurde ein Verdächtiger verhaftet. Ein weiterer Mann wurde nach Angaben der Behörden von Polizisten erschossen, als er zu fliehen versuchte. Aus Angst vor Trittbrettfahrern wurden in der gesamten Region die Kontrollen verschärft.







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