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Walderschließung in der Ukraine

Ukraine: Österreicher bauen Forststrassen im Schneckentempo

Die Holzwirtschaft in der Ukraine steckt im Wald fest und befreit sich nur mühsam daraus.

Von Patrizia Reidl, Wirtschaftsblatt, 12.11.07

Deliatin. Auf dürftigen Pfaden wandelt die ukrainische Forstwirtschaft: Weil es so wenig Forststrassen gibt, lässt sich der reiche ukrainische Wald nicht gut bearbeiten, schreibt das WirtschaftsBlatt in seiner morgigen Print-Ausgabe.

Momentan personalaufwändig

"Momentan geschieht Forstwirtschaft mit recht viel Personal", sagt der Wiener Boku-Professor Karl Stampfer. Mit einem Stundenlohn von maximal 3 € ginge das noch. Holz werde bis zu zwei Kilometer durch den Wald geschleppt, um auf eine Forststrasse zu treffen, die dann noch dazu schlecht gebaut sei und sich in eine Schlammbahn verwandle, wenn es regnet, so Stampfer. Nur fünf Laufmeter Forststrassen pro Hektar gibt es in der Ukraine, in Österreich sind es 45.

Chancen für Österreichs Wegebauer und Holzernter

Grund genug für österreichische Holzwegeplaner und -bauer, in die Ukraine zu gehen. Doch das geschieht noch viel zu wenig. Ganze 2,8 Kilometer Forststrasse in der Südwestukraine könnten nächstes Jahr von einem Österreicher gebaut werden, von Maschinenhof Hainzl, so Stampfer. Dafür jedenfalls habe Stampfer gemeinsam mit ÖBf Forsttechnik Steinkogl einen Detailplan vorgelegt, der jetzt zur Genehmigung bei der ukrainischen Behörde liegt.

Das stückweise Bauen von Forststrassen sei zwar nicht ideal, so Stampfer, aber durchaus üblich, auch in Österreich sei das so gewesen. Besser wäre natürlich ein Generalplan, nachdem man vorgehen könnte. Damit sei die Ukraine noch nicht vertraut.

Paradeforststrasse aus Ö

Beauftragt hat das Forststrassenstück Serin, Sägewerksbetreiber aus Italien mit zwei Sägewerken (in Skola und in Deliatin) in der Ukraine, den grössten nach eigener Angabe. Serin hat Waldgebiet von den Staatsforsten gepachtet. Zur besseren Holzernte braucht es Forststrassen, die jetzt mühsam errichtet werden müssen, und für die Österreicher bestes Knowhow bieten, so Stampfer. Eine Paradeforststrasse gebe es bereits, so Stampfer, vom Kärntner Technischen Büro Markus Wedenig in der Nähe von Skola gebaut.

Bessere Forststrassen in der Ukraine brächten auch den Anbietern von österreichischen Holzerntemaschinen Profit. Sie könnten dann ihre Maschinen verkaufen, aber das ist offenbar noch Zukunftsmusik ...







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