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US-Waldbrände
Déjà-vu in Malibu: Wieder Flucht vor Feuersbrunst
Von Barbara Munker, dpa, 25.11.07
Los Angeles (dpa) - Wie vor einem Monat standen die Hügel im Hinterland von Malibu am Samstag in Flammen. Erneut haben die heftigen Santa-Ana-Winde im US-Bundesstaat Kalifornien eine Feuerwalze angefacht und tausende Menschen aus ihren Häusern vertrieben.
Sonia Enriquez war in den frühen Morgenstunden von den Flammen überrascht worden. «Wir wussten, dass die Santa-Ana-Winde wiederkommen würden. Wir hatten nur nicht damit gerechnet, dass es so schnell wieder passieren würde», sagte das 29 Jahre alte Model der «Los Angeles Times».
Mussten im Oktober «Titanic»-Regisseur James Cameron, Schauspielerin und Sängerin Olivia Newton-John und Country-Musikerin Tanya Tucker ihre Villen räumen, so traf es jetzt Matthew McConaughey und Minnie Driver. Sie habe ihre prominenten Nachbarn alarmiert, als die Flammen näher rückten, erzählte eine Anwohnerin dem Sender KNBC. Der Bassist der Rock-Band Red Hot Chili Peppers, Michael Balzary, verlor seine Millionen-Villa in dem Feuer. Sein Anwesen sei zu einem «knusprigen Häufchen» verkohlt, teilte der Musiker der «Los Angeles Times» mit. Die ständige Bedrohung, besonders wenn die Santa-Ana-Winde wehen, ist die Kehrseite des Luxuslebens in dem Nobelort.
Im Oktober hatten Wald- und Buschbrände ein Dutzend Häuser in der malerischen Prominenten-Siedlung nördlich von Los Angeles zerstört. An diesem Wochenende kam es schlimmer, trotz eines massiven Einsatzes der Feuerwehr mit 1700 Helfern am Boden und einer Flotte in der Luft mit 23 Hubschraubern und zwei Löschtankern. Die Feuerexplosion in den nach anhaltender Trockenheit ausgedörrten Hügeln machte 49 Häuser in kürzester Zeit dem Erdboden gleich.
Bei einem der schlimmsten Brände im Umland von Malibu kamen 1993 drei Menschen ums Leben. Damals brannten knapp 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw. Im vergangenen Januar zerstörte eine Feuersbrunst vier Luxus-Villen, darunter das Haus der Schauspielerin Suzanne Somers. Der deutsche Showmaster Thomas Gottschalk, der mit seiner Familie seit 1990 überwiegend in Malibu lebt, kam bisher ohne Schaden davon. Stars wie Tom Hanks, Jennifer Aniston, Nick Nolte und Bill Murray haben Luxusdomizile in dem Badeort und Surferparadies.
«Morgens um vier mit Rauch in der Nase und rüttelndem Wind am Fenster aufzuwachen, damit muss man hier leben», sagte Malibus Bürgermeister Jeff Jennings. «Aber es ist doch jedes Mal ein Schock», fügte der langjährige Amtsinhaber hinzu. Mehr als Zehntausend Menschen folgten den Anordnungen der Polizei, ihre Häuser vorsichtshalber zu verlassen.
Die ständige Bedrohung durch Feuer schlägt aber nur wenige Einwohner dauerhaft in die Flucht. «Die meisten Leute kapieren, dass dies dazu gehört», erzählt der Häusermakler Brian Merrick der «Times». «Das ist eben der Preis den man für die Schönheit des Strandes zahlt.» Sobald der Regen die braunen Hügel in grüne Berge verwandelt, seien die Brände vergessen, meint der Makler gelassen: «Es ist nicht das erste Feuer und bestimmt nicht das Letzte.»
Doch andere empören sich über die Kosten für die Löscheinsätze, die dem Steuerzahler aufgebrummt werden. «Um Himmels willen, lasst Malibu doch einfach brennen», schreibt am Samstag ein Blogger in der «Los Angeles Times». Ein anderer schlägt vor, die Villen einfach abzureißen, den Strand für alle zugänglich zu machen und die Region in einen Naturpark zu verwandeln.
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