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Reisebeschränkungen für Amazonien
Samstag, 26. April, 05:34 Uhr
Künftig nur noch mit Sondergenehmigung ins Amazonas-Becken
Brasilia (AP) Ausländer dürfen den Amazonas-Regenwald in Brasilien künftig vermutlich nur noch mit einer Sondergenehmigung besuchen. Die Regierung will in den nächsten Monaten ein entsprechendes Gesetz im Parlament einbringen, wie Justizminister Romeu Tuma am Freitag der Nachrichtenagentur AP mitteilte. Betroffen ist der Zugang zu rund 60 Prozent der Landesfläche. Wer ohne die Genehmigung im Amazonas-Becken angetroffen wird, muss mit einer Geldstrafe von 100.000 Real (38.000 Euro) rechnen.
«Wir wollen, dass die Welt die Region besucht», sagte Tuma. «Aber wir wollen, dass sie uns sagen, wann sie kommen und was sie dort tun werden.» Der Justizminister sagte, es gebe Hinweise, dass Ausländer unter dem Vorwand humanitärer Projekte in die Region gelangten, um dort «Bioprospektion» zu betreiben. Darunter versteht man die gezielte Erkundung, Sammlung und Aufbereitung biologischer Materialien für medizinische oder kommerzielle Zwecke. Einige Unternehmen haben nach solchen Erkundungen bereits Patente angemeldet.
Es gehe nicht um eine Kriminalisierung von Ausländern oder Nichtregierungsorganisationen (NGOs), versicherte der Justizminister. «Wir wollen die Spreu vom Weizen trennen.» Bei Wissenschaftlern stießen die Pläne auf Kritik. Der Präsident des Heinz Center for Science, Economics and the Environment mit Sitz in Washington, Thomas Lovejoy, sagte, das geplante Gesetz werde zu einer Verringerung der Forschung führen.
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