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Klimawandel bedroht tropische Insekten
Dienstag, 6. Mai, 08:49 Uhr
Klimawandel bedroht tropische Insekten
Washington (AFP) - Mit der Erderwärmung droht nach Angaben von US-Wissenschaftlern ein Aussterben vieler Insektenarten in den Tropen. "In tropischen Regionen scheint eine große Anzahl Spezies in ihrer optimalen Umgebungstemperatur zu leben", sagte der Biologieprofessor und Mitautor einer Studie, Joshua Tewksbury. Sollte das Thermometer durch den Klimawandel über diese Optimaltemperatur hinaus steigen, sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit dieser Tiere, führte der Wissenschaftler von der Washington Universität in Seattle fort.
Tropische Tiere können nach Angaben des Professors für atmosphärische Wissenschaften, Curtis Deutsch, von der Universität in Kalifornien nur geringe Temperaturschwankungen ertragen, da sie an ein ganzjährig konstantes Klima gewöhnt sind. Insbesondere Insekten könnten anders als Säugetiere ihre Körpertemperatur nicht durch ein je nach Jahreszeit unterschiedlich dickes Fell schützen. Nach Modellberechnungen der Wissenschaftler würden schon bei Klimaschwankungen von zwei bis vier Grad die Mehrzahl der tropischen Insekten und Kaltblüter wie Frösche, Echsen und Schildkröten aussterben.
6. Mai, 2008
Klimaforscher fordert "mutige Industriepolitik"
Berlin (AFP) - Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hat eine "mutige Industriepolitik" gefordert, um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen. Diese seien "ehrgeizig", aber generell sei er "nicht so pessimistisch", sagte der Direktor des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung im Deutschlandradio Kultur. Um die Ziele zu erreichen, seien jedoch eine Reihe von "technischen Durchbrüchen" notwendig. Dazu zähle besonders ein Verfahren, um Kohlenstoff abzuscheiden.
Schellnhuber verwies darauf, dass man in diesem Fall 95 Prozent Emissionen einsparen könnte, beim Ersatz eines Kohle- durch ein Gaskraftwerk hingegen nur 30 bis 40 Prozent. Die Kohle sei im Gegensatz zum Gas und Öl ein fossiler Energieträger, der "im Prinzip noch sehr lange von der Menschheit genutzt werden könnte." Viele Länder hätten auch gar keine anderen Vorräte zur Verfügung: "Im Prinzip ist es für das Klima die bessere Technologie." Zwar müssten dafür insgesamt mehr fossile Brennstoffe verbrannt werden, um die gleiche Energiemenge zu produzieren. Aber "wenn fast alles CO2 abgeschieden wird, dann hat man für das Klima sehr wohl etwas erreicht", sagte der Berater der Bundesregierung.
Die Gretchenfrage sei allerdings, ob die geologischen Formationen sicher genug seien, ob sie einem "Goldstandard" genügten, damit "auch in 100 Jahren oder 1000 Jahren nicht mehr als ein Prozent des CO2 wieder entweicht".
Aus Sicht von Schellnhuber liegen ebenfalls große Potenziale im Solarstrom aus der Sahara, bei der Elektromobilität und dem positiven Energiehaus, das neben dem eigenen Verbrauch noch Energie an das Netz abgibt: "Auch Biomasse könnte man auf intelligente Weise nutzen", sagte der Klimaforscher. Schellnhuber wollte am Dienstag an einer Konferenz zur nachhaltigen Entwicklung in Berlin teilnehmen.
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