Aktuell


Atlantischer Regenwald auf COP9

Weltrekorde der Biodiversität - der Atlantische Regenwald Brasiliens

Biodiversitäts-Konferenz präsentiert Regenwald mit 454 Baumarten auf einem Hektar

Von Armin Deitenbach, 6.5.08

Brasilien beherbergt einen Tropenwald, der mehrere Weltrekorde in Sachen Biodiversität hält. Einer ist die unglaubliche Zahl von 454 verschiedenen Baumarten auf einem einzigen Hektar (diese wurde vom New York Botanical Garden im Süden des Bundesstaates Bahia festgestellt). Es handelt sich um den Atlantischen Regenwald Brasiliens, der Öffentlichkeit weniger bekannt als Amazonien, nichtsdestotrotz aber ähnlich wichtig für die Erhaltung der Biodiversität und das Weltklima.

Der Atlantische Regenwald erstreckt sich hauptsächlich entlang der Atlantikküste Brasiliens, geht aber in verschiedenen Bundesstaaten weit ins Landesinnere hinein und erstreckt sich auf Teile Argentiniens und Paraguays. Insgesamt haben 17 brasilianische Bundesstaaten Teil am Atlantischen Regenwald. Ursprünglich bedeckte er 15% des Landes, was etwa 1,3 Millionen qkm oder fast viermal der Größe Deutschlands entspricht.

Der Atlantische Regenwald beherbergt eine Vielzahl von traditionellen Bevölkerungsgruppen, unter anderem Indigene, Quilombolas, Caiçaras und traditionelle Kleinbauern. Etwa 110 Millionen Brasilianer leben im Gebiet des Atlantischen Regenwaldes. Die Trinkwasserversorgung der größten Metropolen wie São Paulo und Rio de Janeiro wird durch ihn gesichert.

Deutschland und Brasilien arbeiten beim Schutz dieses außergewöhnlichen Lebensraums aktiv zusammen. Unter der politischen Federführung des BMZ sind die KfW Entwicklungsbank und die GTZ mit derzeit neun Projekten und einem Finanzierungsvolumen von 180,95 Mio. € engagiert. Gemeinsam mit den brasilianischen Partnern wollen sie der deutschen und internationalen Öffentlichkeit den Atlantischen Regenwald Brasiliens während der COP 9 in Bonn ein Stück näher bringen und laden zum Ausstellungstand „Brazilian Atlantic Rainforest“ auf dem Robert Schumann Platz in Bonn vom 19. bis zum 30. Mai ein.

Auf dem Stand stehen, neben umfangreichem Informationsmaterial, Mitarbeiter der wichtigsten im Atlantischen Regenwald durchgeführten Projekte zu vertiefenden Diskussionen zur Verfügung. Der Stand präsentiert, neben atemberaubenden Fotos der Schönheit dieses Bioms, Zahlen über die Biodiversität, die deutsch-brasilianischen Projekte und ihre wichtigsten Ergebnisse, aber auch die weiterhin bestehenden Bedrohungen wie z.B. illegalen Holzeinschlag oder die Ausdehnung von Städten und der Landwirtschaft.

Der 27. Mai ist in Brasilien offiziell der Tag des Atlantischen Regenwaldes. An diesem Tag findet um 18:15 Uhr im Bundesumweltministerium (BMU) das Seminar “The Atlantic Rain Forest of Brazil – world records of forest biodiversity but highly endangered hotspot – state of the art and what is to be done” statt. Hier werden Vertreter der brasilianischen Regierung und Zivilgesellschaft sowie des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit dem anwesenden Fachpublikum die Rolle des Atlantischen Regenwaldes in der internationalen Biodiversitätsdiskussion sowie in der deutsch–brasilianischen Zusammenarbeit diskutieren. Es ist sowohl für Simultanübersetzung (bras. Portugiesisch - Englisch) als auch für das leibliche Wohl der Teilnehmer gesorgt.

Wer vorab schon einmal beim Stand zum Atlantischen Regenwald hereinschnuppern möchte, kann dies unter untenstehendem Link tun: http://www.pili.com.br/clientes/cop9/maquete/

Kontakt:
Armin Deitenbach, arminde@uol.com.br 01577-7809961 GFA Consulting Group - NAPMA/SBF/MMA

Oder Regine Rehaag KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung: rehaag@katalyse.de 0221-944048-41







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