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Affen und Regenwaldschutz

Wie Affen die Regenwälder erhalten

Pro Wildlife Pressemitteilung, München, 7. Mai 2008

Affen spielen eine im Wortsinn "tragende Rolle" für die Regenwälder: Sie verbreiten die Samen ihrer Futter­bäume und tragen so dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten. Doch die Jagd auf Primaten hat lokal bereits einige Arten ausgerottet. Die Arten­schutzorganisation Pro Wildlife warnt vor den Folgen, die das Verschwinden der Affen für die Natur hat: In Ge­bieten, in denen be­stimmte Affenarten als Samenverbreiter fehlen, gerät das Ökosystem aus dem Gleichgewicht. Das haben wissenschaftliche Studien im südamerikanischen Regenwald gezeigt.

Diente Affenfleisch früher nur zur Selbstver­sorgung indigener Völker, ist der Handel mit Primaten in Südamerika mittlerweile ein lukratives Geschäft geworden. Allein im brasilianischen Amazo­nasgebiet werden jährlich bis zu 5,4 Millionen Ka­puziner-, Woll-, Brüll- und Klammeraffen verspeist. Aus vielen Waldgebieten sind die Affen ganz verschwunden.

Affen als Dienstleister im Regenwald

Forscher in verschiedenen Ländern Lateinamerikas kamen zu dem Ergebnis, dass in Ge­bieten, in denen einzelne Affenarten ausgerottet sind, bestimmte Baum­arten kaum Überlebens­chancen haben. Der Grund: Primaten forsten den Regenwald auf, indem sie die Sa­men ihrer Futterbäume verbreiten. Manche Samen passieren den Magen-Darm-Trakt der Affen und können dadurch besser keimen. Andere werden erst aus ihren Hülsen befreit, wenn ein Affe die harten Schalen knackt.

Konsequenzen der Affenjagd für die Tropenwälder

Die Wissenschaftler sind sich einig: Mittelfristig ändert sich die Struktur, Zusammensetzung und Artenvielfalt der Wälder, wenn die Affen weiterhin in diesem Ausmaß gejagt werden. Sie befürchten, dass sich die Tropenwälder nicht mehr erholen können. Mögliche Folgen: Langfristig wird das Ökosystem zerstört, die Wälder können sehr viel weniger Kohlen­dioxid speichern und der Klimawandel wird beschleunigt.

Lobbyarbeit zum Schutz der Wälder

Der Schutz der Artenvielfalt in den Wäldern ist einer der Schwerpunkte der UN-Konferenz zur Biodiversität, die Mai 2008 in Bonn stattfindet. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife macht dort auf die Rolle der Affen für die Tropenwälder aufmerksam: "Unser Ziel ist es, mit den Menschen aus dieser Region gemeinsam Lösungen zu erreichen. Wir benötigen dringend mehr Schutzgebiete und strengere Jagdbestimmungen, um den Affen Rückzugsgebiete zu sichern. Außerdem braucht die Bevölkerung andere Proteinquellen, damit sie die Affenjagd endlich einstellt", sagt die Biologin Dr. Sandra Altherr.

Pro Wildlife unterstützt bereits ein lokales Projekt im Norden Perus, um die Folgen der Affenjagd in einem der zentralen Problemländer zu mildern.

Über Pro Wildlife:

Pro Wildlife ist eine gemeinnützige Organisation, die sich global für den Schutz von Wild­tieren und ihrer Lebensräume einsetzt. Weltweit unterstützt Pro Wildlife Artenschutzpro­jekte vor Ort und leistet Aufklärungsarbeit, um Wildtierhandel und Wilderei einzudämmen.

Pro Wildlife nimmt an Konferenzen wie der Internationalen Walfangkommission (IWC), dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA, engl. CITES) oder der Konvention zum Erhalt der Biodiversität (CBD) teil, um den Schutzstatus von Wildtieren weltweit zu verbessern.







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