Aktuell


MST-Aufruf zur COP9

Bäuerliche Landwirtschaft erhält Artenvielfalt und vermindert Klimawandel!
Nein zur Privatisierung der Natur!

Aufruf zu Aktionen vom 17. bis 19. Mai während der CBD in Bonn

La Via Campesina Pressemitteilung, 8.5.08

Die multinationalen Konzerne behaupten über magische Lösungen gegen Klimawandel, Zerstörung der Biodiversität und Energiekrise zu verfügen, die es ihnen erlauben, weiterhin ungestört ihre Geschäfte zu machen. Sie schlagen eine ganze Reihe von Zauber-Technologien vor, wie GVOPflanzen und -Bäume, synthetische Gene, Nanotechnologie, Terminator, Transcontainer, Agrotreibstoffe und "Co2-Fallen", mit denen sie die Umweltkrisen lösen wollen. Hinter diesem paternalistischen Diskurs steckt die Gier, alle Ressourcen der Erde beherrschen zu wollen: Land, Wasser, Meere, Saatgut, Gene, Wissen und demnächst sogar die Luft, die wir atmen.

Die Konvention für Biologische Vielfalt (CBD) und andere internationale Umweltverträge bieten im Namen des Umweltschutzes einen Rechtsrahmen für diesen globalen Raubzug. So dienen etwa GVOs, Terminator und Hybridsaaten dem Ziel, geistige Eigentumsrechte für Saatgut zu schaffen, welches indigene und bäuerliche Gemeinschaften seit Jahrtausenden gezüchtet, verbessert und erhalten haben, ohne es zur Ware zu machen.

Die von der Industrie entwickelten Technologien tragen zur Erderwärmung bei, zerstören die Biodiversität und vertreiben die Landbevölkerung. Industrielles Saatgut verschärft Umwelt- und soziale Krisen, weil es an industrielle Landwirtschaft und den Raub natürlicher Ressourcen gebunden ist.

Wir von Via Campesina betonen, dass, im Gegensatz zu diesem zerstörerischen Modell, Bäuerinnen und Bauern weltweit ihre eigenen Antworten auf die Umweltkrisen haben: ökologische Produktionsformen kühlen das Klima, weil sie Kohlenstoff im Boden binden; bäuerliches Saatgut benötigt keine energiefressenden Dünger und passt sich an den Klimawandel an; lokale Märkte vermeiden weite Transporte, CO2-Emmissionen und Erdölverschwendung.

Deshalb muss die Zerstörung ländlicher Gemeinschaften dringend beendet, Ernährungs- Souveränität und bäuerliche Rechte müssen respektiert werden. Wir fordern das Ende der Privatisierungen, die Rückgabe landwirtschaftlicher Ressourcen und die Regulierung der Märkte!

Wir rufen dazu auf, sich vom 17. bis 19. Mai in Bonn zu treffen, um den Piraten Einhalt zu gebieten. Wir verteidigen die Vielfalt unserer Kulturen und unsere kollektiven Nutzungsrechte gegen private Aneignung bunt, laut und mit Musik.

Mehr Infos:
Guy Kastler, guy.kastler@wanadoo.fr +33 603945721 (französisch)
José Oviedo, joseoviedo@costarricense.cr (spanisch)
Heike Schiebeck, heike.schiebeck@gmx.at +43-42388705 (deutsch, englisch, französisch)







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Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Sa, 30.08.2008 © easy.wdss • Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.netBildschirm-Version

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