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Neuer bras. Umweltminister

15. Mai, 2008

Ex-Guerillero Minc wird neuer Umweltminister in Brasilien

Brasilia. dpa/baz. Der frühere Untergrund- kämpfer Carlos Minc ist in Brasilien nach dem überraschenden Rücktritt von Marina Silva zum neuen Umweltminister ernannt worden. Ein Sprecher der Regierung von Staatspräsident Luiz Lula da Silva bestätigte am Mittwochabend entsprechende Medienberichte.

Lula und Minc hätten für nächsten Montag ein erstes Treffen vereinbart, bei der auch das Datum der Amtsübernahme festgelegt werden solle. Minc war bisher Umweltsekretär des Bundesstaates Rio de Janeiro. Der 57-Jährige hielt sich am Mittwoch wegen eines Arbeitsbesuches in Paris auf, nahm aber nach Medienberichten am Telefon die Einladung Lulas an.

Die Ernennung Mincs wurde von Umweltschützern und oppositionellen Politikern kritisiert. "Das ist nun einmal die Sicht der Regierung. Sie räumt der wirtschaftlichen Entwicklung Priorität ein und vernachlässigt die Umwelt", klagte etwa Fernando Gabeira, Bundesabgeordneter der Grünen Partei Brasiliens (PV).


15. Mai, 2008

Ex-Guerillero Minc wird neuer Umwelminister

Brasilia (dpa) - Der frühere Untergrundkämpfer Carlos Minc ist in Brasilien nach dem überraschenden Rücktritt von Marina Silva zum neuen Umweltminister ernannt worden. Das berichteten Medien am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise in Brasilia.

Die Regierung von Staatspräsident Luiz Inácio Lula da Silva wollte die Nachricht vorerst weder bestätigen noch dementieren.

Minc bekleidete bisher das Amt des Umweltsekretärs des Bundesstaates Rio de Janeiro. Der 57-Jährige hielt sich am Montag wegen eines Arbeitsbesuches in Paris auf, soll aber laut Medien am Telefon die Einladung Lulas angenommen haben. Auch ein Sprecher des Umweltsekretariats in Rio de Janeiro bestätigte unterdessen die Berichte gut informierter Medien.

Marina Silva hatte am Dienstag - einen Tag vor dem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in dem südamerikanischen Land - ihren Rücktritt erklärt. Medien veröffentlichten Auszüge aus dem Rücktrittsschreiben. Ihr Team sei "auf zunehmenden Widerstand bei wichtigen Sektoren der Regierung und der Gesellschaft gestossen", schrieb die frühere Urwaldbewohnerin, die auch Jahre auf Kautschukplantagen arbeitete.

Die 50-Jährige hatte sich oft vergeblich für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes engagiert. Sie stand seit Beginn der ersten Amtszeit Lulas am 1. Januar 2003 an der Spitze des Umweltministeriums. Lula sei geschockt und erzürnt, berichteten Medien am Mittwoch unter Berufung auf Regierungskreise.

Silva trat nämlich nicht nur einen Tag vor der Ankunft Merkels zurück, die mit Lula ein nicht nur in Brasilien und Deutschland unter Umweltschützern umstrittenes Energieabkommen unterzeichnete, sondern auch wenige Tage vor der UN-Konferenz über Artenvielfalt in Bonn, bei der Brasilien die Konferenzpräsidentschaft an Deutschland übergibt.

"Das ist ein Desaster für die Regierung. Wenn sie auf internationaler Ebene Glaubwürdigkeit genoss, dann wegen der Umweltministerin", sagte der Südamerika-Vizechef des Umweltverbandes Conservation International, José Cardoso da Silva. Das Blatt "Folha de São Paulo" meinte, Silvas entschlossener Kampf für den Amazonas- Regenwald habe ihren Verbleib in der Regierung unmöglich gemacht.

Die Ministerin hatte vor allem in Kreisen von Großbauern und unter Landesgouverneuren viele Gegner. Aber auch innerhalb der Regierung gab es oft Konflikte, etwa mit dem Landwirtschaftsminister. Silva widersetzte sich der Legalisierung von gentechnisch bearbeiteten Sojasaaten. Als sie Anfang des Jahres die - unter anderem wegen der Produktion von Biosprit - immer schneller voranschreitende Zerstörung des Regenwaldes beklagte, wurde sie sogar von Lula mit den Worten kritisiert, einige machten "aus einem gutartigen Tumor" einen schlimmen Krebs.

Silva lebte lange Zeit als Analphabetin im Urwald im Bundesland Acre. Um den Schulbesuch zu finanzieren, arbeitete Silva bis zu 16 Stunden täglich als Putzfrau und Gärtnerin. 1994 wurde sie mit 38 Jahren als jüngste Frau in der Geschichte Brasiliens in den Senat gewählt.







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