AktuellProtest gegen Hermes-Bürgschaft
Dienstag, 11. November 2003 Regenwaldschützer: Hermesbürgschaft für Regenwaldzerstörung muss gestoppt werdenProtestaktion vor dem BundeswirtschaftsministeriumDie Organisationen Watch Indonesia! und ROBIN WOOD haben heute vor dem Bundeswirtschaftsministerium gegen Pläne der Bundesregierung protestiert, die Lieferung von Maschinen für eine Papierfabrik in China mit Hermesbürgschaften abzusichern. Das Papierwerk wird Zellstoff aus Indonesien verarbeiten. Die AktivistInnen entrollten ein Transparent mit der Aufschrift: "URWALDZERSTÖRER CLEMENT - STEUERN IN DIE KATASTROPHE". In einem Brief fordern ROBIN WOOD und Watch Indonesia! gemeinsam mit dem WWF und urgewald die Bundesregierung auf, die Hermesbürgschaft für die Papierfabrik sofort zu stoppen, weil der indonesische Konzern APRIL den Zellstoff liefern wird. Die Organisationen betonen, dass APRIL nicht sicher ausschließen kann, mit illegal geschlagenem Holz zu handeln. APRIL hat in der Vergangenheit bereits große Flächen Regenwald vernichtet und wird dies auch in Zukunft tun, weiß Marianne Klute von Watch Indonesia!: "Uns liegen Dokumente aus dem indonesischen Forstministerium vor, die belegen, dass APRIL bis 2012 Regenwälder für seine Zellstoffproduktion vernichten wird. Schon jetzt erreichen uns von unseren indonesischen Partnerorganisationen immer häufiger Berichte von Umweltkatastrophen und Menschenrechtsverletzungen, die auf das Konto der Zellstoffindustrie gehen. Dem Raubbau muss ein Riegel vorgeschoben werden. Eine Förderung mit deutschen Steuergeldern ist inakzeptabel." "Es muss den betroffenen Menschen in Indonesien wie Hohn in den Ohren klingen", sagt Peter Gerhardt von ROBIN WOOD, "wenn sich die Bundesregierung auf internationalem Parkett als Retterin der Wälder aufspielt und gleichzeitig die Vernichtung der Regenwälder mit Hermesbürgschaften anheizt. Es wird höchste Zeit, dass die Bundesregierung jedwede Unterstützung für die Raubbau-Praktiken in den Tropen unterlässt, damit sich Umweltkatastrophen, wie jetzt auf Sumatra, nicht wiederholen." Die durch die dortigen Abholzungen herbeigeführte Überschwemmung vor einer Woche mit wahrscheinlich mehr als 200 Todesopfern zeigt, dass die Menschen und ihre natürlichen Lebensgrundlagen in Teilen Indonesiens akut gefährdet sind. Indonesische Umweltorganisationen fordern daher ein Moratorium für den industriellen Holzeinschlag. Die Bundesregierung sollte sich dem anschließen und die Hermesbürgschaft sofort stoppen. Quelle/Text: Robin Wood e.V. Dienstag, 11. November 2003 WWF: Bundesregierung darf geplante Bürgschaft für chinesische Papierfabrik nicht genehmigenDer WWF fordert die Bundesministerien für Wirtschaft, Finanzen und Entwicklung sowie das Außenministerium heute dazu auf, eine geplante Hermes-Bürgschaft für den Ausbau einer chinesischen Papierfabrik nicht zu genehmigen. Der Exportkredit fördert nach Ansicht des WWF die weitere Zerstörung der letzten Regenwälder auf der indonesischen Insel Sumatra, da keine umwelt- und sozial verträgliche Rohstoffzufuhr für die Papierproduktion gewährleistet werden kann. Die Papierfabrik soll ausschließlich mit Zellstoff aus Indonesien versorgt werden, wo 70 Prozent des Holzes illegal geschlagen werden. Mithilfe westlicher Finanzierungen wurden die Produktionskapazitäten der Zellstoff- und Papierindustrie in Indonesien in den neunziger Jahren um das Achtfache gesteigert, ohne die nachhaltige Holzzufuhr für die dortigen Papiermühlen zu sichern.Der WWF warnt vor einem weiteren Ausbau der Papierindustrie auf Kosten der indonesischen Regenwälder. Allein auf der Insel Sumatra wurden seit den neunziger Jahren 830.000 Hektar Regenwald für die Produktion von Papier vernichtet. Das entspricht der Hälfte der Fläche Thüringens. Der einst üppige und artenreiche Urwald wird in gigantischen Papiermühlen zerschreddert und anschließend zu Kopier- und Faxpapier verarbeitet. Die Bundesregierung wird in der nächsten Woche über den Bürgschaftsantrag für den Export einer Papiermaschine an die chinesische Fabrik entscheiden. Der WWF befürchtet, dass bei dieser Entscheidung die fatalen Folgen der Regenwaldvernichtung keine Rolle spielen werden. So stünden beispielsweise sintflutartige Überschwemmungen wie in der vergangenen Woche auf Sumatra, bei denen mehrere Touristen ums Leben kamen, in direktem Zusammenhang mit dem Kahlschlag der Regenwälder. "Wenn sich die rot-grüne Regierung für diesen Kredit entscheidet, dann stellt sie ihre wirt schaftlichen Interessen eindeutig über eine sozial- und umweltverträgliche Waldwirtschaft", stellt Martin Geiger, Tropenwaldexperte des WWF, klar. Werde die Bürgschaft genehmigt, seien weitere großflächige Rodungen des indonesischen Regenwalds die zwangsläufige Folge, da nur so die große Nachfrage der Papierfabrik nach Zellstoff gestillt werden kann. Der WWF fordert die Bundesminister auf, sich aktiv für eine nachhaltige Rohstoffzufuhr bei der Papierproduktion einzusetzen. Diese könne durch eine Zertifizierung nach den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) oder durch die Verwendung von Altpapier im Recyclingverfahren gewährleistet werden. Das FSC-Siegel garantiert, dass das Holz aus naturverträglicher, sozial verantwortlicher und wirtschaftlich tragfähiger Waldbewirtschaftung stammt. Quelle/Text: WWF » zurück |
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