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Impfstoff gegen Malaria

Freitag 15. Oktober 2004, 07:09 Uhr

Erstmals Hoffnung auf Impfstoff gegen Malaria

London (AFP) - Nach 15 Jahren Forschung gibt es erstmals Hoffnung auf einen wirksamen Impfstoff gegen Malaria: Ein Feldversuch in Mosambik habe es erlaubt, die Fälle von Malariaerkrankungen unter gut 2000 Kindern um etwa 30 Prozent zu drosseln, die Zahl der lebensgefährlichen Erkrankungen sogar um 58 Prozent, heißt es in der britischen Medizinzeitschrift "The Lancet".

Die von der Anopheles-Mücke übertragene, heimtückische Malaria führt über einen Befall der Leber zur Zerstörung der roten Blutkörperchen, Fieber, Kopfschmerzen und Erbrechen. Es gibt vier verschiedene Erreger; das besonders gefährliche Plasmodium falsiparum kann bei geschwächten Patienten den Tod herbeiführen. Betroffen sind vor allem die Länder südlich der Sahara.

An dem Wirkstoff RTS,S/AS02A wird schon seit Jahren geforscht. Das Mittel setzt sich aus Proteinen des Plasmodium-falsiparum-Erregers und einem bereits erprobten Hepatitis-B-Impfstoff zusammen. Die Forschung wird vor allem von GSK Biologicals, einer Tochter des Pharmariesen GlaxoSmithKline, betrieben. Die Forscher halten es für möglich, den Impfstoff nach erforderlichen weiteren Testphasen ab 2010 für "zehn bis 20 Dollar" je Patient auf den Markt zu bringen.

"Wir haben einen Meilenstein im Kampf der Menschheit gegen Malaria hinter uns gebracht", sagte GSK-Biologicals-Chef Jean Stephenne. Melinda Moore von der Gates-Stiftung sprach von einem "wissenschaftlichen Durchbruch". Bislang gibt es gegen Malaria vor allem Mittel wie Chloroquin, Mefloquin oder Lariam, die vorsorglich in kurzen Abständen geschluckt werden müssen und zum Teil beträchtliche Nebenwirkungen zeigen. Zudem wurden die Erreger im Laufe der Jahre gegen diese Mittel immun.

Hilfsorganisationen appellierten in den vergangenen Jahrzehnten weit gehend ungehört, die Entwicklung eines Impfstoffs voranzutreiben. Einerseits versprachen sich die Pharma-Unternehmen von den Malaria-Patienten in den bitterarmen afrikanischen Ländern südlich der Sahara keine großen Einnahmen, andererseits sind Medikamente zur Behandlung von Krankheiten profitabler als Impfstoffe. Weltweit erkranken jedes Jahr rund 300 Millionen Menschen an Malaria, die Zahl der Todesfälle wird auf ein bis drei Millionen geschätzt.


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