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Aktuell
Politikerreise nach Amazonien
Politiker im Dschungel
Die Münchner Stadträtin Sabine Krieger
reist mit dem Klima-Bündnis ins Amazonasgebiet
Pressemitteilung Klima-Bündnis, 28.10.04
Seit Samstag sorgt RTL mit einer Neuauflage seiner umstrittenen
Dschungel-Show wieder für hohe Einschaltquoten. Ein weltweit bedrohtes
Ökosystem dient als Kulisse für einen fragwürdigen Medien-Zirkus.
Gleichzeitig fallen andernorts große Regenwaldgebiete und mit ihnen die
dort lebenden indigenen Völker den Interessen von Erdölfirmen zum Opfer
- und das ganz im Stillen, ohne viel Aufmerksamkeit. Sabine Krieger,
Stadträtin für Bündnis 90/Die Grünen in München, will sich nun selbst
ein Bild von den Folgen unseres industriellen "Energiehungers" machen.
Am Samstag packt sie ihre Koffer und besucht zusammen mit
österreichischen Politikern, Journalisten und Mitarbeitern des Klima-
Bündnis e.V. ein schwer zugängliches Regenwaldgebiet in Peru.
Erdölfirmen dringen tief in abgelegene Regenwaldgebiete vor,
Waldflächen werden abgeholzt, Menschen müssen Baggern weichen und
Pipeline-Lecks vergiften immer wieder Flüsse und Grundwasser. Auch die
Bundesrepublik hat durch die Einfuhr von Erdöl und Erdgas sowie die
Beteiligung deutscher Firmen und Banken an Pipeline-Projekten Einfluss
auf diese Situation. Das Klima-Bündnis, ein europäisches Städtenetzwerk
zum Klimaschutz, will politischen Entscheidungsträgern nun die
Möglichkeit geben, sich persönlich von den ökologischen und sozialen
Folgen der Erdölförderung zu überzeugen.
"Die Reise bietet eine einmalige Chance, die Münchner Bevölkerung
darüber zu informieren und sie zu sensibilisieren, dass unser
Energieverbrauch nicht nur die Umwelt vor Ort schädigt, sondern auch
weitreichende Folgen für das Leben der Menschen und die Natur in den
Erdölfördergebieten hat", begründet Sabine Krieger, Städträtin in
München für Bündnis 90/Die Grünen, ihre Teilnahme. München treibe den
Klimaschutz seit Jahren voran, nicht nur mit Aktivitäten vor Ort, so
Krieger.
Seit elf Jahren ist München Mitglied im Klima-Bündnis, dem
deutschlandweit fast 400 Städte und Gemeinden angehören, darunter auch
Berlin, Frankfurt am Main, Hamburg, Bremen und Stuttgart.
Stellvertretender Vorsitzender des Klima-Bündnis ist der Münchner
Umweltreferent Joachim Lorenz. Schon seit längerem unterstützt München
Projekte mit den Asháninka-Indianern in Peru. Erst vor wenigen Wochen
folgte einer ihrer Vertreter, Guillermo Ñaco Rosas, einer Einladung der
Stadt und besuchte Schulen in bayerischen Klima-Bündnis-Kommunen. Nun
soll diese Verbindung auch in die andere Richtung genutzt werden.
Die zweiwöchige Reise führt am Samstag zunächst über die peruanische
Hauptstadt Lima nach Iquitos, einer Stadt im nördlichen Amazonasbecken.
Nach letzten Vorbereitungen geht es dann per Boot weiter auf dem Río
Corrientes in ein schwer zugängliches Regenwaldgebiet. Buchstäblich
"mit im Boot" sitzen dabei auch Bürgermeister österreichischer Kommunen
und Journalisten. Neben dem Besuch indigener Dorfgemeinschaften ist die
Besichtigung von Ölfeldern und Umweltschäden in der Region rund um
Trompeteros, dem Stützpunkt der argentinischen Erdölfirma Pluspetrol,
geplant.
Hintergrundinformation
Klima-Bündnis/Alianza del Clima e.V.
Dem Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der
Regenwälder gehören europaweit über 1200 Städte und Gemeinden an. In
Deutschland sind derzeit 398 Städte und Gemeinden Mitglied im Klima-
Bündnis, darunter auch Berlin, Frankfurt a.M., München, Hamburg, Bremen
und Stuttgart. Mit ihrem Beitritt verpflichten sich die Mitglieder,
klimaschädigende Emissionen durch geeignete Maßnahmen, vor allem in den
Bereichen Energie und Verkehr, auf ein nachhaltiges Niveau zu
reduzieren. Gleichzeitig unterstützen sie die Bündnispartner im
Amazonasgebiet bei der Regenwalderhaltung. Die europäische
Geschäftsstelle in Frankfurt am Main koordiniert die gemeinsamen
Aktivitäten, berät und vernetzt die Mitglieder, initiiert Klimaschutz-
Kampagnen und -Projekte und vertritt die Interessen der Städte,
Gemeinden und indigenen Partner auf europäischer und internationaler
Ebene.
www.klimabuendnis.org
Informationsreise ins peruanische Amazonasgebiet
Die Reise ist Teil des umfangreichen EU-Projektes "Schwarzes Gold aus
Grünen Wäldern - Erdöl in Amazonien". Die europäische Geschäftsstelle
des Klima-Bündnis e.V., Klimabündnis Österreich und ASTM (Action
Solidarité Tiers-Monde)/ Klimabündnis Luxemburg machen mit Vorträgen,
Seminaren und Workshops in Gemeinden, Betrieben und Schulen,
Gemeindewettbewerben und dem Besuch indigener Vertreter in deutschen
Kommunen auf die Folgen der Erdölförderung im Amazonasgebiet
aufmerksam. Die Informationsreise bietet politischen
Entscheidungsträgern aus Deutschland und Österreich die Möglichkeit,
sich vor Ort ein Bild von den ökologischen und sozialen Folgen der
Erdölförderung zu machen und direkt mit den indigenen Gemeinschaften in
Kontakt zu treten.
Um Hilfestellung zu geben und die Lebenssituation der betroffenen
Menschen zu verbessern, soll im Rahmen der Reise eine
"Solarpartnerschaft" zwischen Klima-Bündnis-Kommunen und den
Gemeinschaften im Reisegebiet entstehen. Ziel ist zunächst der Bau
einer Werkstatt zur Montage von mobilen Solarleuchten, die auch
abgelegene Dorfgemeinschaften unabhängig vom teuren und
gesundheitsschädlichen Petroleum machen sollen.
www.erdoelinamazonien.org
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