AktuellAKTION zu Öl im Urwald
Ecuador/Brasilien:Petrobras bedroht RaN der Huaoraní-Gemeinschaft in EcuadorFIAN-Eilaktion AKTUALISIERT UND VERLÄNGERT!bKürzlich erhielt das erdölfördernde brasilianische Unternehmen Petrobras vom ecuadorianischen Umweltministerium eine "Umweltlizenz", sprich Betriebsgenehmigung. Diese erlaubt Petrobras die zur Erdölförderung erforderlichen Infrastrukturen im Block 31 zu errichten. Das liegt im Herzen des Yasuní Nationalparks, in dem das indigene Volk der Huaorani beheimatet ist. Angesichts dessen haben soziale Organisationen aus Ecuador vor dem ecuadorianischen Verwaltungsgericht - Abteilung Streitfragen - Klage erhoben. Sie wollen den rechtlichen Schutz und die Annulierung der "Umweltlizenz" für die Petrobas erreichen. Denn der Aufbau von Infrastrukturen für die Ölförderung im Herzen des Yasuní-Nationalparks wird die traditionellen Nahrungsressourcen eines Teils des Huaoraní-Volkes zerstören! > Die Unterstützung von FIAN-Mitglieder in den nächsten Wochen ist von sehr großer Bedeutung für die ecudorianischen Gruppen, die den Anspruch auf legalen Schutz erhoben haben. Bitte schicken Sie so schnell wie möglich den beiliegenden Musterbrief zum Verwaltungsgericht (Abteilung Streitfragen) mit einer Kopie an den Umweltminister. Bitten Sie darum, dass zugunsten der Unterschutzstellung entschieden wird. Schicken Sie außerdem einen Brief an Luiz Ignacio da Silva, den Präsidenten von Brasilien: In diesem bitten Sie Ihn, das Recht sich zu ernähren, zu respektieren - denn durch die Aktivitäten brasilianischer Unternehmen in Ecuador wird das Recht auf Nahrung verletzt! Hintergrund Der Yasuní-Nationalpark wurde 1979 geschaffen und umfasst 982 000 Hektar. Das macht ihn zum größten Naturschutzgebiet Ecuadors auf dem Festland. Das Gebiet gehört zu den so genannten Schutzzonen für das Pleistozän (Refugios del Pleistoceno), d. H. zu den Orten wo Arten überleben und sich weiterentwickeln können, die es schon während der Eiszeit gab. Der Nationalpark verfügt über ein weltweit einmaliges Höchstmaß an Artenvielfalt und Endemismus . Aus diesem Grund wurde er 1989 von der UNESCO zum "Reservat der Biospäre" erklärt. Dennoch: kein Argument war stark genug, um den Schutz des Gebietes und der indigenen Huaorani-Bevölkerung zu sichern - obwohl ihnen traditionsgemäß ein Drittel dieses Territoriums gehört. Ein Großteil des Yasuníparks wurde Erdölgesellschaften zur Verfügung gestellt. 1996 wurde Block 31 dem argentinischen Unternehmen "Pérez Compac" überlassen. In 2002 wurde Pérez Compac durch Petrobras, einem brasilianischem, staatlichen Ölunternehmen, aufgekauft. Momentan agiert es in Ecuador unter dem Namen "Petrobras Energía Ecuador" (PEE). Dieses Unternehmen ist schon seit 1987 tätig. Wie schon "Braspetro" verursachte Petrobras Umweltschäden und damit auch schwere soziale Probleme in der - in gewollter Isolation lebenden - Huaorani-Tagaeri-Bevölkerung. Außer Petrobras treiben auch die spanisch-argentinischen Unternehmen "REPSOL- YPF", die kanadische "Encana" und die "North American Occidental" in diesem Naturschutzgebiet ihr Unwesen. Augenblicklich gehören ungefähr 1500 bis 2000 Menschen zum Stamm der im Yasuní National Park lebenden Huaoraní. Die Kultur dieses Volkes wird durch die Erdölförderung systematisch zerstört. Ihre Ernährungsgewohnheiten haben sich verändert, weil die Tiere, die sie jagten, verschwunden sind und Boden und Wasser verseucht wurden. Um zu jagen oder zu fischen, müssen diese Menschen nun große Distanzen in Kauf nehmen. Zum Beispiel gibt es seit drei Jahren keinen Fischer mehr im Tiputini-Fluss, den toxische Abfälle aus der Erdölförderung verseucht haben. Und dennoch müssen manche Menschen dieses Wasser weiter zum Baden und zum Kochen verwenden, was vor allem bei Kindern zu Gesundheitsproblemen führt. Paradoxerweise war das Tiputini-Becken bekannt als das fischartenreichste weltweit. Hinzu kommt, dass einige Erdölfirmen das Jagen zum Schutz der Natur verboten haben und zum Ausgleich Lebensmittelpakete an die Huaoraní verteilen. Die Huaoraní Gemeinschaft wurde somit vollständig abhängig von den Erdölfirmen und stellte ihre Essgewohnheiten dementsprechend um. Um vom Umweltministerium die "Umweltlizenz" zu erhalten, wandte sich die Petrobras an die Beratungsdienste der "Walsh Environmental Scientist and Engineers". Diese sollte eine Umweltverträglichkeitsstudie erstellen. Eine Analyse dieser Studie macht deutlich, dass die Bauvorhaben äußerst schwerwiegende Folgen haben werden und dass das Unternehmen nicht über die geeigneten Instrumente hat, um Risiken zu bewerten oder Umweltgerecht zu handeln. Das FIAN-Mandat Als Unterzeichnerstaat des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte ist der ecuadorianische Staat völkerrechtlich verpflichtet, die Ressourcen zu schützen, die die Huaoraní-Gemeinschaft benötigt, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Wenn Petrobras im Block 31 des Yasuní Nationalparks mit der Erdölförderung beginnt und die Nahrungsquellen der Huaoraní zerstört, können diese sich nicht mehr mit den Ressourcen ernähren, die ihnen der amazonische Wald seit Generationen zur Verfügung stellt. Folglich versäumt der ecuadorianische Staat seine Verpflichtungen, die in diesem Pakt festgeschrieben sind. Darüber hinaus, nach Artikel 12 der "Allgemeinen Kommentare zu den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten" würde der brasilianische Staat zum Komplizen der Verletzung des Rechtes auf Nahrung der Gemeinschaft der Huaoraní. Ende der Aktion: 20.12.04 Alle weiteren Informationen, Briefvorlage, Adressen etc finden Sie hier. » zurück |
|
Aus der easy.wdss.de, gedruckt am: Mi, 03.12.2008 © easy.wdss Besuchen Sie die www.weitblick.net unter www.weitblick.net Bildschirm-Version |
|