powered by <wdss>
Aktuell

Aufforstung von Regenwald?

Freitag, 19. November 2004

Chance für abgeholzte Urwaldflächen

Neue Methoden verknüpfen Landwirtschaft mit ökologischem Waldbau

Früher abgeholzte und in Kokos-Monokulturen umgewandelte Regenwaldflächen in Südostasien müssen nicht zwingend zu ökologisch katastrophalen Grassteppen werden. Auf dem Welt-Artenschutzkongress des IUCN (International Union for Conservation of Nature) in Bangkok berichtete jetzt der Tropenwaldexperte der Umweltstiftung Euronatur, Prof. Dr. Friedhelm Göltenboth, über neu entwickelte Methoden zur Wiederanpflanzung artenreicher Wälder, welche helfen, die Erosion zu stoppen und den drohenden Verlust früher ange­stammter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern.

Wie Göltenboth – der auch an der Universität Hohenheim bei Stuttgart lehrt – mitteilte, sei das sogenannte „Rainforestation Farming“ eine Kombina­tion aus angepasster Landwirtschaft und ökologi­schem Waldbau. Gute Erfahrungen hat das von Euro­natur gemeinsam mit der Leyte State University, Philippinen, und der Universität Hohenheim propa­gierte Konzept auf verschiedenen Philippinen-Inseln erbracht. Es gelang in überschaubarer Zeit, aus Kokos-Monokulturen artenreiche Wälder entste­hen zu lassen, worin die Kleinfarmer nicht nur Früchte und Zierpflanzen anbauen, sondern auch Bambus und Rattan sowie Weichhölzer gewinnen. Nach einigen Jahren könnten auch die ersten wertvollen Hartholzbäume geerntet werden.

In die Versuchsflächen sind seltenste Arten wie der „E.T. des Regenwaldes“ – wie Euronatur den Koboldmaki bezeichnet – sowie Nashornvogel, Flug­hörnchen und andere seltene Arten wieder zurück­gekehrt. Bei der Umweltstiftung Euronatur betont man, dass die Rainforestation-Methode kein Ersatz für die Erhaltung der Primärwälder sei. Sie biete jedoch reelle Chancen, dass die Menschen eben diese ursprünglichen Wälder nicht weiter abholzen, weil ihnen eine klare Alternative gegeben wird.

Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter: „Wenn wir die Schöpfung bewahren wollen, brauchen wir, viel stärker als bislang, andere Methoden des Natur­schutzes. Es genügt nicht, den Menschen zu sagen, dass ein seltener Affe auf einer Palme sitzt. Wenn die Menschen nichts zu essen haben, interessiert sie eine seltene Art recht wenig.“

Nach Ansicht der Umweltstiftung Euronatur muss Armutsbekämpfung viel stärker in das Blickfeld der Umweltarbeit gerückt werden, um der weiteren Ausrottung der biologischen Vielfalt auf der Erde entgegenzuwirken. Mehr denn je gelte es, die Landflucht zu stoppen und die Verelendung der Menschen in den Megastädten aufzuhalten.

Quelle/Text: Euronatur


» zurück
 

Druckversion




































21.10.08 14:15 - 15:00
hr: Amazonien am Rhein

21.10.08 20:15 - 21:00
WDR: Yellowstone - Bären, Bisons, Wölfe

22.10.08 22:30 - 23:00
SWR: Das bedrohte Paradies - Afrikas Süden vertrocknet

23.10.08 15:15 - 16:00
rbb: Gequältes Paradies - Das Naturreservat Bosawas in Nicaragua

15.10.08 13:30 - 14:15
hr: Die Büffel-Polizei

28.10.08 14:15 - 15:00
hr: Lebensraum Mittelamerika (2/3): Tropische Wälder in Mexiko

22.10.08 20:15 - 21:00
NDR: Schwedens Bären - Geliebt und gehasst

12.10.08 17:15 - 18:00
SWR: Schatzkammer Madagasar

24.10.08 11:30 - 12:15
NDR: Dem Biber auf der Spur

29.10.08 14:15 - 15:00
hr: Lebensraum Mittelamerika (3/3): Regenwald in Guatemala

16.10.08 03:35 - 04:20
phoenix: Tropenfieber (1/3): Die Eroberung des Amazonas

12.10.08 23:30 - 00:15
phoenix: Kongos verfluchter Schatz - Das schmutzige Geschäft mit dem Coltan

12.10.08 15:30 - 16:15
3sat: Zucker für den Affen