Aktuell


Abholzung und Erdrutsche auf Philippinen (erweitert)

Dienstag 30. November 2004, 13:45 Uhr

Mehr als 330 Tote nach Taifun auf Philippinen

Real (AFP) - Durch Erdrutsche und Überschwemmungen infolge eines Taifuns sind auf den Philippinen mehr als 330 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 150 Menschen werden noch vermisst, die Zahl der Opfer könnte sich daher noch deutlich erhöhen. Mehrere Städte sind völlig überschwemmt, eine Reihe von Dörfern von der Außenwelt abgeschnitten.

Der schwere Regensturm fegte kurz nach Mitternacht über die Ostküste der Hauptinsel Luzon hinweg und löste eine Reihe von schweren Erdrutschen und Überschwemmungen aus. Am schwersten betroffen sind die Städte Real, Infanta und General Nakar. Die Städte stehen vollkommen unter Wasser, tausende Menschen warten auf den Dächern ihrer Häuser auf Rettung. Einige Vororte von Real sind völlig von der Außenwelt abgeschnitten.

Wegen der heftigen Stürme und Regen mussten die Hubschrauber in der Nacht zunächst ihre Rettungsflüge einstellen. Vertreter des Zivilschutzes berichteten von teilweise dramatischen Rettungseinsätzen. So stürzte bei dem Versuch, die Insassen von drei von den Fluten eingeschlossenen Bussen zu retten, ein Hubschrauber ab; der Pilot überlebte, alle Businsassen konnten schließlich unverletzt geborgen werden.

Erst eine Woche vorher waren die beiden Taifune "Muifa" und "Merbok" über den Osten Luzons hinweggefegt und hatten Dutzende Menschen in den Tod gerissen. Wegen der zunehmenden Abholzung der Wälder haben die Tropenstürme auf den Philippen häufig verheerende Auswirkungen.


Mittwoch 1. Dezember 2004, 11:19 Uhr

Philippinen sagen illegaler Abholzung den Kampf an

Manila (AFP) - Angesichts der schweren Unwetter mit hunderten Toten in ihrem Land hat die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo der illegalen Abholzung der Wälder den Kampf angesagt. Die Erdrutsche und Überflutungen im Land sollten ein "Weckruf für uns sein, um beim Umweltschutz und der Wiederaufforstung gemeinsam anzupacken", erklärte Arroyo am Mittwoch. Derweil stieg zwei Tage nach dem schweren Tropensturm die Zahl der Todesopfer in dem Land auf über 400.

Illegale Waldrodung müsse zu einem "der schlimmsten Verbrechen gegen unser Volk erklärt werden", sagte Arroyo weiter und kündigte eine große Offensive von Militär und Polizei gegen Täter und Finanziers der Abholzung an.

Die starke Abholzung der Wälder ist nach Meinung von Experten ein Hauptgrund für die schweren Schäden durch den neuen Tropensturm, der die Philippinen am Wochenende getroffen hatte. Riesige Baumstämme wurden dabei von Bergen heruntergespült und hatten Häuser und Brücken zerstört.

Bei Erdrutschen und Überschwemmungen im Gefolge des jüngsten Taifuns kamen mindestens 403 Menschen ums Leben, weitere 156 gelten nach Behördenangaben noch als vermisst. Am schwersten betroffen waren die Städte Real, Infanta und General Nakar auf der Hauptinsel Luzon. Unterdessen näherte sich ein weiterer Taifun den Philippinen, der am Donnerstag Land erreichen sollte.


Mittwoch 1. Dezember 2004, 14:51 Uhr

Mehr als 700 Opfer durch Unwetter auf den Philippinen?

Manila (dpa) - Der verheerende Tropensturm auf den Philippinen hat möglicherweise mehr als 700 Menschen das Leben gekostet. Nach offiziellen Angaben von Mittwoch kamen in den Schlammfluten und eingestürzten Häusern bislang mindestens 447 Menschen ums Leben, 300 gelten als vermisst.

Allein in der Provinz Quezon auf der Hauptinsel Luzon rissen Erdrutsche und Überflutungen 399 Bewohner in den Tod. Der Nationale Rat für Katastrophenkoordinierung berichtete von weiteren 48 Opfern der verheerenden Unwetter in weiteren Provinzen.

Unterdessen steuerte ein neuer Taifun mit Böen mit Spitzenwerten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde auf die Philippinen zu. Der Wirbelsturm bedrohe erneut die bereits heimgesuchten Regionen des Inselstaats, hieß es. Meteorologen forderten die Bewohner auf, sich auf den Taifun «Nanmadol» vorzubereiten, der an diesem Freitag die Philippinen erreichen soll.

In den von Erdrutschen und Überschwemmungen betroffenen Regionen laufen die Rettungsarbeiten. «Hilfe ist auf dem Weg», sagte Präsidenten-Sprecher Ignacio Bunye am Mittwoch. Viele der betroffenen Gebiete seien wegen der Schlammmassen und Trümmer auf den Straßen allerdings nur schwer zu erreichen.

In der Provinz Quezon mussten Soldaten und Rettungskräfte mehrere Kilometer zu Fuß laufen, um die Küstenstadt Real zu erreichen. Dort starben bislang mindestens 291 Menschen, 150 werden noch vermisst. In den Städten General Nakar und Infanta war das Schicksal von 100 beziehungsweise 50 Bewohnern ungeklärt.

Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo sagte wegen des schlechten Wetters einen Besuch in Quezon ab. Sie forderte einen stärkeren Kampf gegen illegalen Holzeinschlag, der für die katastrophalen Auswirkungen der Regenfälle verantwortlich gemacht wird. «Illegale Abholzung muss als eines der schlimmsten Verbrechen gegen unser Volk behandelt werden», sagte Arroyo. Die Präsidentin forderte zu Umweltschutz und Aufforstung auf.

Abholzung, hoher Siedlungsdruck und ungewöhnlich starker Regen verursachten nach Ansicht des Klima-Experten Karsten Smid die verheerenden Unwetterfolgen auf den Philippinen. Die heftigen und lang anhaltenden Regenfälle der vergangenen Tage sind Anzeichen des Klimawandels, sagte Smid von der Umweltschutzorganisation Greenpeace am Mittwoch in einem dpa-Gespräch in Hamburg.


Philippinen: Opfer des Tropensturms brauchen Hilfe

02.12.2004 12:17 by epo.de

Stuttgart (epo). - Die Diakonie Katastrophenhilfe hat 50.000 Euro für die Opfer des Tropensturms "Winnie" auf den Philippinen bereit gestellt. Besonders schwer getroffen wurden der Norden und die Mitte des pazifischen Inselstaates, darunter die Hauptinsel Luzon. Die Überschwemmungen und Erdrutsche hätten mehr als 450 Menschen in den Tod gerissen und zehntausende Familien obdachlos gemacht, so die Diakonie. Sie brauchten Zelte, Kleider, Decken und Nahrungsmittel.

Die Philippinen waren bereits im vergangenen Monat von einem Taifun heimgesucht worden, der beträchtliche Schäden verursacht hat. Nach "Winnie" bedroht zudem ein weiterer Tropensturm die Inseln. Partner der Diakonie Katastrophenhilfe auf den Philippinen haben Helfer in die Überschwemmungsgebiete entsandt. In Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen ist die Bergung von Flut-Opfern und ihre Versorgung angelaufen.

"Für die Menschen auf den Philippinen endet das Jahr mit immer neuen Katastrophen", erklärte die Leiterin der Diakonie Katastrophenhilfe, Hannelore Hensle. "Angesichts der wirtschaftlichen Krise im Land ist es doppelt schwierig, mit den verheerenden Folgen dieser Stürme fertig zu werden. Hilfe ist dringend erforderlich."

Für ihre Hilfsmaßnahmen erbittet die Diakonie Katastrophenhilfe Spenden unter dem Kennwort "Überschwemmungen Asien".

Spendenkonten:
Diakonie Katastrophenhilfe, Konto 502 707, Postbank Stuttgart, BLZ 600 100 70 oder online unter www.diakonie-katastrophenhilfe.de/spenden/
Caritas international, Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00 oder online unter spende.caritas-international.de


(Kommentar Waldportal: Hinter den meisten Flutkatastrophen steckt verstärkter Regen wegen Klimawandel kombiniert mit Entwaldung im Regengebiet. Beispiele: Philippinen, Haiti, China, Indien, Thailand, Elbehochwasser, ...)


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