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Lieblingstier Tiger (erweitert)
Montag 6. Dezember 2004, 17:53 Uhr
Tiger zum weltweiten Lieblingstier gewählt
London (dpa) - Der Tiger ist nach einer Umfrage das meistgenannte Lieblingstier, gefolgt von Hund und Delfin. Wie die britische Zeitung «The Independent» berichtete, beteiligten sich an der Umfrage knapp 53 000 Zuschauer des Fernsehsenders Animal Planet in 73 Ländern.
Das auffallendste Ergebnis für Deutschland war demnach, dass dort die Schlange auf Platz 4 kam - international erreichte sie Platz 6. Der Tiger bekam 21 Prozent der Stimmen und lag nur äußerst knapp mit 17 Stimmen Vorsprung vor dem Hund. Der Delphin war mit 13 Prozent vergleichsweise abgeschlagen. Dahinter kamen Pferd, Löwe, Schlange, Elefant, Schimpanse, Orang-Utan und Wal.
Die Hauskatze schaffte es nicht unter die ersten zehn, und der Löwe bekam nur ein Drittel der Stimmen des Tigers. «Zu dem Tiger können wir leicht eine Verbindung herstellen, weil er äußerlich wild und gebieterisch ist, aber innerlich klug, edel und gut», sagte die Verhaltensforscherin Candy d'Sa. Die Zahl der Tiger in freier Wildbahn wird auf nur noch 5000 geschätzt.
Montag 6. Dezember 2004, 17:38 Uhr
In Malaysia wird Tigerfleisch immer noch als Delikatesse angeboten
Kuala Lumpur (AFP) - Im malaysischen Bundesstaat Johor wird Tigerfleisch nach wie vor als Delikatesse angeboten: Viele Kunden reisten aus dem benachbarten Singapur an, um in einheimischen Restaurants Tigerfleisch zu essen, berichtete die Zeitung "New Straits Times" am Montag. Nach Angaben eines Experten bezahlen Geschäftsleute die Einheimischen, die in dem Reservat leben, um die Tiere zu jagen. Frisches Tigerfleisch erziele einen Preis von 1000 Ringgit (196 Euro) pro Kilogramm, für Tigerknochen würden etwa 600 Ringgit pro Kilo gezahlt.
Dienstag 7. Dezember 2004, 14:04 Uhr
Unerwartete Artenvielfalt bei Tigern
San Francisco (ddp). Wissenschaftler haben unter den Tigern Asiens eine neue Unterart entdeckt: Eine Genanalyse von insgesamt 134 der Großkatzen ergab, dass sich die auf der malaiischen Halbinsel lebenden Tiere deutlich von denen unterscheiden, die in nördlicheren Bereichen Indochinas leben. Über die nun «Panthera tigris jacksoni» getaufte Subspezies berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «PLoS Biology» (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1371/journal.pbio.0020442).
Stephen J. O'Brien vom Labor für Genetische Vielfalt am Nationalen Krebsinstitut im amerikanischen Frederick und seine Kollegen sammelten Erbgutproben von Tigern aus ganz Asien und untersuchten die DNA der Raubkatzen auf regionale Unterschiede. Damit wollten sie herausfinden, ob sich die geografische Herkunft der Tiere, die Größe oder das Muster ihrer Streifen in den Genen widerspiegeln. Die bisher zur Unterart Panthera tigris corbetti gezählten Tiger aus Malaysia bilden eine eigene Unterart und verdienen somit einen eigenen Namen, brachten die Genanalysen zu Tage.
Seine wissenschaftliche Benennung verdankt die neu benannte Unterart dem Tigerschützer Peter Jackson. Die umgangssprachliche Bezeichnung lautet allerdings Malaysiatiger und entspricht somit den auf die regionale Herkunft bezogenen Namen anderer Unterarten - wie etwa Bengaltiger oder Sumatratiger. Traditionell gab es acht Unterarten des Tigers, von denen drei nach Angaben von Tierschützern seit den 1940er Jahren ausgestorben sind.
Mit den Untersuchungen von O'Brien und seinen Kollegen sind nun sechs noch lebende Unterarten des Tigers verzeichnet: Der Sibirische oder Amur-Tiger (Panthera tigris altaica), der Hinterindische oder Corbetts-Tiger (P. t. corbetti), der Südchinesische oder Amoy-Tiger (P. t. amoyensis), der Sumatratiger (P. t. sumatrae), der Bengaltiger (P. t. tigris) und der Malaysiatiger (P. t. jacksoni). Die neu entdeckte Unterart bedeutet allerdings nicht, dass es nun mehr Tiger gibt, da sich lediglich eine bereits bekannte Unterart nun in zwei Unterarten aufteilt.
Die Entdeckung der Forscher kann möglicherweise Bemühungen um die Erhaltung der Tigerbestände unterstützen, hofft O'Brien. Auch wenn sich die Unterarten miteinander paaren können, kann es sinnvoller sein, dass sie sich nur untereinander fortpflanzen. So werden besonders gut an die jeweilige Umgebung angepasste Eigenschaften wie zum Beispiel die Körpergröße erhalten, wodurch den einzelnen Gruppen in den unterschiedlichen Lebensräumen das Überleben erleichtert wird.
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