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Grüne zu Tropenholzimport

Montag 7. November 2005, 15:22 Uhr

Grüne fordern strengere Richtlinien für Tropenholz

Berlin (AFP) - Die Grünen fordern vor dem Hintergrund des Streits um Tropenholzfenster im Deutschen Bundestag strengere Vorschriften für die Holzbeschaffung. "Wir brauchen endlich eine Holzbeschaffungsrichtlinie, die allen Bundesbehörden vorschreibt, dass sie nachprüfbar nur Holz aus nachhaltiger Produktion anschaffen, anstatt sich am billigsten Angebot zu orientieren", erklärte die Grünen-Abgeordnete Cornelia Behm am Montag in Berlin. Auch Bundesländer und Kommunen sollten entsprechende Vorschriften erlassen.


Holzbeschaffungsrichtlinie für Bundesbehörden notwendig

Pressemitteilung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, 7.11.05

Zu den Berichten, dass die von der Bundestagsverwaltung angeschafften 500 Fenster aus Merantiholz tatsächlich aus illegalem Einschlag stammen, erklärt Cornelia Behm MdB:

Die Vorgänge um die Anschaffung von Tropenholzfenstern aus illegalem Einschlag durch die Bundestagsverwaltung zeigen: Wir brauchen endlich eine Holzbeschaffungsrichtlinie, die allen Bundesbehörden vorschreibt, dass sie nachprüfbar nur Holz aus nachhaltiger Produktion anschaffen, anstatt sich am billigsten Angebot zu orientieren. Eine solche Richtlinie fehlt bisher. Dies rächt sich bitter. Die Glaubwürdigkeit des Deutschen Bundestages in Sachen Urwaldschutz ist angeschlagen.

Die rot-grüne Bundesregierung hat bereits eine Holzbeschaffungsrichtlinie vorbereitet, die einen Kriterienkatalog für die Holzbeschaffung des Bundes festlegt. Die Verabschiedung wurde durch die vorgezogene Neuwahl verhindert. Wir fordern die künftige Bundesregierung auf, diese Initiative aufzugreifen und die Richtlinie zu verabschieden.

Die Bundesländer, die Kreise und die Gemeinden sind aufgerufen, soweit nicht schon geschehen, ihrerseits zur ausschließlichen Beschaffung von nachhaltig produziertem Holz überzugehen. Als Orientierung kann die Beschaffungsrichtlinie des Bundes dienen. Auch die Kommunen, die sich am Wettbewerb " … 'ne Menge Holz" beteiligt haben, können als Beispiel dienen. Dann wären wir ein Stück weiter bei der Bekämpfung des illegalen Holzeinschlags. Gefälschte Zertifikate wären damit zwar noch lange nicht ausgeschlossen. Aber immerhin müssten dann überhaupt erst einmal Nachhaltigkeitszertifikate vorgelegt werden, wenn die öffentliche Hand baut.


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