AktuellGegen WB-Kredite für Goldabbau
Tag der Menschenrechte: Keine Weltbankkredite für GoldabbauMenschenrechtsverletzungen an der TagesordnungFIAN, MISEREOR, urgewald, 9.12.05 Zum Tag der Menschenrechte (10.12.) fordern FIAN, MISEREOR und Urgewald die deutsche Bundesregierung auf, ihre Unterstützung für Weltbank-Projekte an die Einhaltung von Menschenrechtsstandards zu binden. Aktuell bedrohen Goldprojekte in Guatemala und Ghana die Menschenrechte auf Nahrung, Wasser, Gesundheit und saubere Umwelt von über 10.000 Menschen. Grundsätzlich soll sich die Regierung dafür einsetzen, dass die Weltbank keine neuen Kredite für Goldminen vergibt. Im Juni 2004 bewilligte die Weltbanktochter International Finance Corporation (IFC) einen Kredit von 45 Mio. US-Dollar für die Goldmine Marlin an ein Tochterunternehmen des kanadischen Goldkonzerns Glamis Gold Ltd. Zurzeit gehört das Projekt aktuell zu den umstrittensten Finanzierungen der Weltbank-tochter. Am 9. Dezember werden die Betroffenen auf Weltbankpräsident Wolfowitz treffen und ihn auf-fordern, die Unterstützung für das Marlin-Projekt zurückzuziehen und künftig Goldprojekte aus ihrer Gua-temala-Förderstrategie auszuschließen. Im September hatte die IFC-Beschwerdestelle ("Ombudsmann") in einem Bericht die mangelnde Konsultation der betroffenen indigenen Bevölkerung bestätigt. MISEREOR-Menschenrechtsreferentin Ulrike Bickel kritisiert: "Immer wieder tragen Kredite der Welt-bank und ihrer Tochter IFC für Bergbauprojekte zu Umweltzerstörung und Verletzungen der Menschenrechte insbesondere von Kleinbäuer/innen und indigenen Völkern bei. Im Fall der Marlin-Mine dürfen Weltbank und IFC sich nicht über den expliziten Willen der betroffenen Bevölkerung hinweg setzen, die sich im Juni in einem selbst organisierten Referendum mit überwältigender Mehrheit gegen das Projekt ausgesprochen hat. Die Weltbank verstößt damit gegen internationale Menschenrechtsabkommen und gegen ihre eigenen Sozialstandards". Aktuell steht die Bewilligung von IFC-Krediten in Höhe von 125 Millionen US Dollar für die Goldmine Ahafo in Ghana an. Die Mine des weltweit größten Goldunternehmens Newmont bedroht die Lebensgrundlagen der 5.000 zwangsumgesiedelten Menschen und der benachbarten Gemeinden. "Die Men-schenrechtsbilanz bei Goldminen ist verheerend. Inzwischen lohnt es sich für Goldunternehmen, die Erde umzubaggern, um ein Gramm Gold aus einer Tonne Gestein zu lösen. Dies geht auf Kosten von Kleinbäuer/innen, die ihr Land und damit ihre Ernährungsgrundlagen ohne angemessene Entschädigung verlieren", so Ute Hausmann, Goldexpertin bei FIAN. "Besonders hart trifft es Frauen, die keine Landtitel besitzen". Die drei Organisationen hoffen deshalb auf die Unterstützung der Bundesregierung, damit in Zukunft keine weiteren Kredite für Goldminen vergeben werden. Die Entscheidung über den Kredit für die Goldmine in Ghana sehen die Organisationen als Testfall. Knud Vöcking, Urgewald-Experte für Internationale Finanzierung, fordert: "Die Bundesregierung muss sich endlich dafür stark machen, dass bei der Neufassung der Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank-Tochter IFC keine theoretischen Lippenbekenntnisse übrig bleiben, sondern klare Vorgaben für Prüfung und Bewilligung von Krediten der Weltbankgruppe zugrunde gelegt werden. Dazu zählen neben der strikten Beachtung der Menschenrechte die informierte, vorherige Partizipation und Zustimmung der Lokalbevölkerung ebenso wie eine unabhängige Umwelt- und Sozialverträglichkeitsprüfung, sowie wie eine langfristige Haftungspflicht der Unternehmen für Schäden, die sie verursachen". » zurück |
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