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Anti-Regenwald-Kredit abgewendet!

Deutsche Bank zieht sich aus Geschäft mit indonesischem Zellstoffkonzern zurück

ROBIN WOOD Pressemitteilung, 21. Dezember 2005

Auf Druck von ROBIN WOOD und weiteren Umweltorganisationen zieht sich die Deutsche Bank nach Angaben ihres Umweltmanagers Michael Hölz endgültig als Finanzberater (Financial Advisor) aus einem stark kritisierten Übernahmegeschäft in der indonesischen Zellstoff-Industrie zurück. Das an der Börse in Singapur notierte Unternehmen United Fiber System (UFS) plant, seine Zellstoffproduktion weiter auszubauen und das Zellstoffwerk Kiani Kertas in Südkalimantan zu übernehmen. Die Deutsche Bank hat bislang dieses millionenschwere Geschäft koordiniert.

Für heute hatte ROBIN WOOD einen bundesweiten Protesttag vor Filialen der Deutschen Bank geplant, nachdem Verhandlungen mit der Bank über ihr Engagement in Indonesien nicht den erwünschten Erfolg gebracht hatten. Heute um 9.45 Uhr teilte Michael Hölz, Umweltmanager der Deutschen Bank ROBIN WOOD mit: „Die Deutsche Bank wird sich als Financial Advisor nicht mehr an der Firmenübernahme beteiligen. Damit sind wir jetzt einen Schritt weiter als bisher. Das Projekt liegt nicht bloß auf Eis. Wir arbeiten an dem Thema endgültig nicht mehr weiter.“

„Die Entscheidung der Deutschen Bank ist richtungsweisend“, sagt Peter Gerhardt, ROBIN WOOD-Tropenwald-Referent. „Die klare Botschaft, die in Deutschland und Indonesien sehr aufmerksam wahrgenommen wird, heißt: Unternehmen, die Geschäfte auf Kosten des Regenwaldes machen wollen, müssen mit massiver öffentlicher Kritik und Imageschäden rechnen.“

United Fiber System (UFS) will das Zellstoffwerk Kiani Kertas in Südkalimantan übernehmen sowie dort ein weiteres Zellstoffwerk und eine Hackschnitzelfabrik bauen. Dadurch entstünde ein weiterer Großkonzern in der indonesischen Papierindustrie, in der es schon jetzt große Überkapazitäten gibt. Selbst die Weltbank vertritt die Ansicht, dass die Wälder Indonesiens bei weitem nicht ausreichen, um die Papierwerke in Indonesien legal und nachhaltig mit Holz zu versorgen.

Indonesische UmweltschützerInnen gehen davon aus, dass auch UFS für seine Zellstoffproduktion Tropenwald zerstören wird. So befinden sich nach Angaben des international renommierten CIFOR-Instituts innerhalb der Konzessionsgebiete von UFS über 70.000 Hektar Regenwald. Diese sind akut von der Abholzung bedroht, wenn UFS seine Expansionspläne in die Tat umsetzt.

Holz- und Zellstoffkonzerne in Indonesien haben in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich daran mitgewirkt, zwei Drittel der Waldfläche des Landes zu zerstören – mit dramatischen Folgen: Eine besonders artenreiche Tier- und Pflanzenwelt ging verloren. Gewässer wurden verschmutzt, Böden erodierten, klimaschädliche Gase gelangten in die Atmosphäre.

Die Deutsche Bank war zu Gesprächen mit UmweltschützerInnen bereit, nachdem ROBIN WOOD-AktivistInnen am 10. November vor der Zentrale der Deutschen Bank mit einer Kletteraktion die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hatten. Eine Verhandlungsrunde sowie etliche Telefonate folgten. Am 19. Dezember wandte sich ROBIN WOOD gemeinsam mit Rettet den Regenwald, urgewald und Global 2000, die die Proteste gegen die Deutsche Bank mitgestaltet hatten, in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Darin kündigten sie Kampagnen auf nationaler und internationaler Ebene an für den Fall, dass die Deutsche Bank an dem Projekt festhielte.


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