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Aktuell

China-Afrika-Gipfel

Sonntag 5. November 2006, 11:30 Uhr

China-Afrika-Gipfel mit gemeinsamer Schlusserklärung beendet

(AFP) - Mit einem Dreijahresplan und der Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung ist das Chinesisch-Afrikanische Gipfeltreffen in Peking zu Ende gegangen. Der chinesische Präsident Hu Jintao sagte, beide Punkte seien einstimmig von den 48 afrikanischen Teilnehmerländern und China vereinbart worden. In ihrer Abschlusserklärung rufen die Delegationen die Industrieländer zur Öffnung ihrer Märkte auf.

"Wir ermahnen die Industriestaaten, ihre offiziellen Hilfen zu erhöhen und ihre Zusagen einzuhalten, das heißt ihre Märkte zu öffnen und die Schuldenlast zu mindern", heißt es in dem Text. Im Kampf gegen Armut und Naturkatastrophen sollten die reichen Länder zudem mehr Geld und technische Hilfen für Afrika bereitstellen.

Peking hatte am Samstag eine Verdopplung seiner Finanzhilfen für Afrika bis 2009 angekündigt sowie einen Teilerlass der Schulden. China schloss mit zehn der 48 Gastländer 16 Liefer- und Kooperationsverträge mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) ab. Das nächste Chinesisch-Afrikanische Gipfeltreffen soll 2009 in Ägypten stattfinden.


Sonntag 5. November 2006, 11:28 Uhr

China will Hilfe für Afrika verdoppeln

Peking (AP) Zusagen zur massiven Aufstockung der Pekinger Entwicklungshilfe und lukrative Aufträge für chinesische Firmen sind das Ergebnis einer China-Afrika-Konferenz vom Wochenende. Bei dem Treffen in Peking kündigte der chinesische Präsident Hu Jintao an, die Unterstützung für afrikanische Länder bis 2009 zu verdoppeln. Am Rande der Konferenz vereinbarten chinesische Unternehmen Abkommen mit afrikanischen Regierungen und Firmen im Wert von rund 1,9 Milliarden Dollar (1,49 Milliarden Euro).

Kritiker werfen China vor, durch das Treffen mit 35 afrikanischen Staatschefs und ranghohen Teilnehmern aus 13 weiteren Ländern des Kontinents auch Diktatoren ein Forum zu bieten und damit Menschenrechtsverletzungen zu ignorieren. Auch bei der Erschließung von Zugängen zu Öl-, Rohstoff- und Absatzmärkten in Afrika sieht sich China Vorwürfen der Ausbeutung und eines modernen Kolonialismus gegenüber.

Hu betonte hingegen, ohne eine Zusammenarbeit zwischen China und Afrika werde es keinen globalen Frieden und Fortschritt geben. Zum Abschluss des Gipfels am Sonntag versicherten sich die Teilnehmer einer Partnerschaft, die «auf politischer Gleichheit und gegenseitigem Vertrauen» beruhe. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit sei dabei von beiderseitigem Nutzen, hieß es in der Abschlusserklärung.

Als Beiträge der künftig ausgeweiteten chinesischen Unterstützung für die afrikanischen Staaten nannte Hu günstige Darlehen über drei Milliarden Dollar (rund 2,4 Milliarden Euro), Exportkredite über zwei Milliarden Dollar, einen Fonds für chinesische Investitionen in Afrika und einen Schuldenerlass für die ärmsten Staaten. Außerdem soll die Zahl der Güter, die zollfrei nach China eingeführt werden können, erhöht werden. Peking wird nach Angaben Hus weiter Schulen und Krankenhäuser bauen. Hu sagte auch zu, Fachkräfte und Freiwillige nach Afrika zu schicken sowie 15.000 Afrikaner auszubilden.

Bei einem Treffen chinesischer und afrikanischer Unternehmer am Rande des Forums wurden am Sonntag laut Nachrichtenagentur Xinhua 14 Verträge unterzeichnet. Parallel dazu gab das chinesische Bauunternehmen CCECC bekannt, ein 8,3 Milliarden-Dollar-Abkommen (6,5 Milliarden Euro) für den Eisenbahnbau in Nigeria unterzeichnet zu haben. Der Vertrag mit dem Verkehrsministerium des westafrikanischen Landes sei bereits am 30. Oktober zu Stande gekommen. Er sieht den Bau einer mehr als 1.300 Kilometer langen Strecke zwischen Lagos im Süden und Kano im Norden vor.

China hat die am stärksten wachsende Wirtschaft der Welt und sucht einen verstärkten Zugang zum afrikanischen Markt und auch den Ölvorkommen in Afrika. Das Volumen des chinesisch-afrikanischen Handels erreichte im vergangenen Jahr nach Pekinger Angaben fast 40 Milliarden Dollar (31 Milliarden Euro) und lag damit bei dem Zehnfachen des Werts von 1995.


Symposium über die Rohstoffe Afrikas

epo.de, 03.11.2006

Bonn. - Ein Symposium über die Rohstoffe Afrikas und deren Konflikt- und Entwicklungspotenzial veranstaltet das Bündnis "Entwicklung hilft!" am 6. November im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Afrikas Rohstoff-Erlöse aus Öl, Coltan, Diamanten oder Kupfer müssen "den Menschen zu Gute kommen, ihre Versorgung sichern, ihnen Ausbildung und Arbeit geben und Zukunftsperspektiven eröffnen", fordert das Bündnis "Entwicklung hilft!".

Mit internationalen Gästen will das Bündnis Aspekte der Rohstoffausbeutung diskutieren und Antworten auf die Fragen finden, unter welchen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen Erlöse aus der Rohstoffförderung in die Entwicklung der Länder fließen können und welche Rolle die entwicklungspolitischen Akteure dabei spielen. Gesprächspartner sind auch Vertreter von Partnerorganisationen aus afrikanischen Ländern.

In den vergangenen zehn Jahren, so das Bündnis "Entwicklung hilft!", ist die Ölförderung in Subsahara-Afrika um 36 Prozent gestiegen. Schätzungsweise 50 Milliarden US-Dollar sollen die Öleinnahmen in den kommenden Jahren in die Region spülen. Afrika und seine Bodenschätze sind für die Industrieländer attraktiver denn je.

Viele der ressourcenreichen afrikanischen Länder sind gleichzeitig aber die sozial, politisch und wirtschaftlich schwächsten Staaten der Erde. Gewalttätige Konflikte und Menschenrechtsverletzungen stehen häufig in Zusammenhang mit der Ausbeutung von Bodenschätzen und prägen das Leben vieler Menschen. Gründe für die Misere sind beispielsweise schwache politische Systeme mit korrupten Regierenden, ungerechte Handelsbedingungen, ungeordnete Rohstoffausbeutung, Armut und mangelnde Bildung.

Entwicklungspolitische Akteure in Nord und Süd bemühen sich, die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen der Bevölkerung in den betroffenen Staaten zu verbessern. Die Rohstoffeinnahmen werden dabei als eine große Möglichkeit gesehen, Entwicklungsprozesse langfristig zu finanzieren.

Auf dem Symposium analysieren Expertinnen und Experten aus Afrika und Europa die Konfliktursachen in rohstoffreichen Regionen Afrikas. Anhand von Erfahrungen aus Kamerun, dem Kongo (DR), Nigeria, Sierra Leone und dem Tschad werden bereits vorhandene Problemlösungsstrategien diskutiert.

Bündnis "Entwicklung hilft!"




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