AktuellFSC-Siegel für Kayapó-Regenwald
Kayapó erhalten größtes FSC-Zertifikat der TropenChristina Hering, FSC International Center, Rainforest Alliance, 30. November 2006In Amazonien wurden Anfang des Monats 1,5 Mio. Hektar Regenwald nach den Standards des FSC-zertifiziert. Dies ist die derzeit größte zusammenhängende FSC-Tropenwaldfläche der Welt. Brasilien ist dadurch zum Land mit der meisten FSC-zertifizierten Waldfläche in Lateinamerika geworden: insgesamt weisen 5 Mio. ha ein FSC-Zertifikat auf, davon sind 2,7 Mio ha Naturwald und 2,3 Mio ha Plantagen. Unabhängig von der Größe weist dieses FSC-Zertifikat noch eine weitere Besonderheit auf: es ist das erste in Brasilien, das einer einheimischen Bevölkerungsgruppe erteilt wurde. Die Kayapó besitzen den Wald und ernten die darin wachsenden Paranüsse. Vor Zertifikatserteilung mussten die Kayapó ihre Waldbewirtschaftung an eine Reihe von strengen ökologischen und sozialen Standards anpassen. Erteilt wurde das FSC-Zertifikat von der Zertifizierungsorganisation Rainforest Alliance in Zusammenarbeit mit dem Institut für Landwirtschaft- und Forstmanagement und Zertifizierung (IMAFLORA). Künftig müssen die Kayapó ihren Wald so bewirtschaften, dass er sowohl ein Einkommen aus der Ernte der Paranüsse generiert als auch Artenvielfalt erhält und dem Boden- und Wasserschutz gerecht wird. Jedes Jahr werden noch immer Dutzende von 10.000 Quadratkilometern Wald in Amazonien, einem der weltweit sensibelsten und artenreichsten Ökosystemen, zerstört. In einer Region, in der Landkonflikte weit verbreitet sind und häufig in Gewalt, illegalen Einschlag und ökologische Streitigkeiten resultieren, haben die Kayapó ihre Waldflächen im Staat Pará über Jahrzehnte hinweg verteidigt und nach Wegen gesucht, diese nachhaltig zu bewirtschaften. Das FSC-Zertifikat hilft nun, die weitere Entwicklung entlang der kontrovers diskutierten Straße BR 163 zu kontrollieren, die mitten durch den brasilianischen Teil Amazoniens verläuft. Die Regierung hat bereits einen Teil der Straße asphaltieren lassen und plant die komplette Asphaltierung, um den Zugang zu dieser Region zu verbessern. Kritiker befürchten, dass dies zu einer steigenden Waldzerstörung führen wird und die Region verwundbarer für weitere Ausbeutung macht. Vor diesem Hintergrund erhält die verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung der Kayapó eine Schlüsselrolle für den Erhalt der Wälder und des Artenreichtums in Pará. Weitere Informationen erhalten Sie bei Gretchen Ruethling von der Rainforest Alliance, Kontakt: gruethling@ra.org » zurück |
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