Aktuell


Buschbrände in Australien

Freitag 8. Dezember 2006, 09:47 Uhr

Australien rechnet mit verheerendem Buschbrand-Wochenende

Sydney (dpa) - Australien fürchtet wegen heftiger Winde und sengender Temperaturen an diesem Wochenende verheerende Buschbrände. Premierminister John Howard sprach von einer ernsten Situation im Bundesstaat Victoria. Die Behörden haben 41 Schulen vorsorglich geschlossen. Die Feuerwehr hat bereits Verstärkung aus anderen Bundesstaaten, von der Armee und aus Neuseeland bekommen. Bislang wurden in dem Bundesstaat 18 Feuer gezählt, die bereits 150 000 Hektar Land verbrannt haben.


Samstag 9. Dezember 2006, 09:21 Uhr

Rauch von Waldbränden behindert Flugverkehr in Australien

Melbourne (AP) Die dichten Rauchwolken von Waldbränden haben am Samstag im australischen Staat Victoria zu Behinderungen im Flugverkehr geführt. Die Behörden befürchten, dass es die schlimmsten Waldbrände in dem Staat seit 60 Jahren werden könnten. Mehr als 20 Orten wurden gewarnt, dass sie in Kürze von den insgesamt 18 großen Feuern in dem Staat bedroht werden könnten. Berichten über Schäden oder Opfer lagen aber bislang noch nicht vor. Die australische Fluggesellschaft Qantas meldete, es habe am Flughafen von Melbourne, der Hauptstadt von Victoria, wegen des Rauchs der Brände Verspätungen bis zu einer Stunde gegeben. Ein Flug aus Los Angeles wurde nach Sydney umgeleitet - 1.000 Kilometer nordöstlich von Melbourne.


Sonntag 10. Dezember 2006, 10:40 Uhr

Australien kämpft gegen verheerende Buschfeuer

Sydney (dpa) - Die verheerenden Buschbrände im Südosten Australiens haben schon mehr als 210 000 Hektar Wald und Busch verbrannt. Die mehr als 3000 überwiegend freiwilligen Feuerwehrleute standen der schon 160 Kilometer langen Feuerwand am Sonntag weitgehend auf verlorenem Posten gegenüber.

Sie konnten nicht von Wasserwerfern aus der Luft unterstützt werden, weil die Flugzeuge wegen der starken Rauchentwicklung gar nicht aufsteigen konnten.

Sengende Temperaturen, heftige Winde und Buschland, das wegen der beispiellosen Dürre trocken wie Zunder ist, machten im Bundesstaat Victoria praktisch alle Versuche, die Brände unter Kontrolle zu bringen zunichte. Auf dem riesigen Terrain waren durch Blitzeinschlag Dutzende kleinere Feuer ausgebrochen, die aber schnell zu einer bedrohlichen Wand zusammen wuchsen. Die Feuerwehr fürchtete den Verlust von mehr als 600 000 Hektar Buschland.

Unter den derzeitigen Bedingungen könnte die Brände noch bis ins nächste Jahr wüten. «Die Feuer breiten sich wegen der starken Winde und der Dürre rasend schnell aus», sagte Feuerwehr-Sprecherin Rachaele May im Radio. «Der Wind kommt aus allen Richtungen, für unsere Feuerwehrleute ist das hoch gefährlich.» Glimmende Zweige könnten bis zu zehn Kilometer geblasen werden und neue Brandherde starten.


Sonntag 10. Dezember 2006, 11:22 Uhr

Feuerwehr kämpft gegen schwere Buschbrände in Australien

(AFP) - Mehr als 3000 Feuerwehrleute kämpfen im Süden Australiens gegen die schwersten Buschbrände des Landes seit 70 Jahren. Im Bundesstaat Victoria loderten nach Angaben der Behörden 14 Brände, der schlimmste davon im Nordosten von Melbourne. Starker Wind und heiße Temperaturen fachten die Feuer weiter an. In Stonyford im Südwesten von Victoria konnten 160 Feuerwehrleute bei einer Lufttemperatur von 41 Grad Celsius - dem heißesten Dezembertag seit mehr als 50 Jahren - nicht verhindern, dass ein Haus den Flammen zum Opfer fiel.

Dutzende weitere Häuser waren bedroht. Zahlreiche Bewohner flohen oder bereiteten sich auf die Ankunft der Flammen vor. Die Brände vernichteten bereits mehr als 200.000 Hektar Land. Über der zweitgrößten australischen Stadt Melbourne hing eine dichte Rauchschwade. Die Gesundheitsbehörden rieten Menschen mit Atemproblemen, zu Hause zu bleiben. Die Feuerwehr fürchtete, dass sich die verschiedenen Brände zu einem einzigen Großfeuer zusammenfügen könnten. Soldaten und freiwillige Feuerwehrleute unterstützten die Brandbekämpfer, die unter anderem mit Löschhubschraubern im Einsatz waren.

Die Behörden rechneten mit dem Schlimmsten. Der Regierungschef von Victoria, Steve Bracks, verglich die Katastrophe bereits mit dem "Schwarzen Freitag" von 1919, als 71 Menschen durch Brände ums Leben kamen. Bracks verurteilte Brandstifter, die nahe Melbourne Gras anzündeten und die Löscharbeiten behinderten.


Feuerwehr bei verheerenden Bränden auf verlorenem Posten

2700 Quadratkilometer bisher schon Opfer der Flammen
Kühlere Südwinde erwartet


Von Christiane Oelrich, dpa, 10.12.06

Sydney/Singapur/dpa. Bei den verheerenden Waldbränden im Südosten Australiens haben die 3000 Feuerwehrleute am Wochenende bei 40 Grad Hitze und heftigen Winden auf verlorenem Posten gestanden. Die weiten Buschflächen im Bundesstaat Victoria waren nach der beispiellosen Dürre trocken wie Zunder, der Wind trieb glühende Grasbüschel und Äste kilometerweit und entfachte immer wieder neue Brandherde. Ein Haus fiel den Flammen zum Opfer, Dutzende waren bedroht. Zu allem Überfluss mussten mehr als 30 Löschflugzeuge am Boden bleiben, weil der dicke Rauch einen Start zu gefährlich gemacht hätte. Selbst die Hunderte Kilometer entfernte zweitgrößte australische Stadt Melbourne war in Rauchschwaden gehüllt.

«Meine Leute tun, was sie können, aber ob sie am Ende viel ausrichten können, bleibt abzuwarten», sagte Feuerwehrsprecher James Wakelin pessimistisch im Fernsehen. 2700 Quadratkilometer - eine Fläche größer als das Saarland - waren nach Schätzungen bis Sonntagnachmittag (Ortszeit) schon verbrannt, berichtete die australische Nachrichtenagentur AAP. 4000 weitere Quadratkilometer waren in Gefahr. Einen Hoffnungsschimmer brachten Meteorologen: über Nacht wurden kühlere Südwinde erwartet.

Die überwiegend freiwillige Feuerwehr, unterstützt von Armee und Kollegen aus Neuseeland, versuchte den ganzen Tag, das Zusammenwachsen von Dutzenden von Einzelfeuern zu einer 160 Kilometer langen Feuerwand zu verhindern. In der Nähe von Ortschaften kehrten Einwohner Laub und loses Buschwerk zusammen, um den nahenden Flammen Nahrung zu entziehen. Viele brachten Gartenschläuche in Stellung und füllten alle erdenklichen Gefäße mit Wasser.

«Wir sind bereit, unsere Häuser zu verteidigen», sagte Narelle Benstead in Germantown, 250 Kilometer nordöstlich von Melbourne der Nachrichtenagentur AAP. Der Wind trug glühende Äste und Blätter nach Waterfront, wo Anwohner Wache hielten, um jeden Funken sofort zu löschen. Bei Dargo beobachtete Bauer David Treasure den Ascheregen auf seinen Feldern. «Es ist schwarz wie die Nacht», sagte er dem Sender ABC. «Vier Uhr nachmittags und man kann draußen nichts sehen.»

Unermüdlich schlugen die Feuerwehrleute Schneisen, um den Bränden Grenzen zu ziehen. Die Erfolgsaussichten waren allerdings gering. «Die Feuer breiten sich wegen der starken Winde und der Dürre rasend schnell aus», sagte Feuerwehr-Sprecherin Rachaele May im Radio. «Der Wind kommt aus allen Richtungen.» Glühende Grasbüschel könnten bis zu zehn Kilometer getragen werden und neue Brandherde verursachen.

«Das wird wahrscheinlich eines der schlimmsten Buschfeuer in der Geschichte des Bundesstaates», prophezeite Victorias Premierminister Steve Brack. Er verglich die Buschfeuer mit den verheerenden Bränden, die den Bundesstaat 1939 heimgesucht hatten. Damals starben am so genannten Schwarzen Freitag 71 Menschen in den Flammen, zwei Millionen Hektar Busch wurden vernichtet.

Im australischen Sommer zwischen Dezember und Februar gehen immer zehntausende Hektar Land in Flammen auf. Vor vier Jahren kamen sieben Menschen ums Leben, 500 Häuser brannten aus und drei Millionen Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer. Die Schäden belaufen sich im Jahr regelmäßig auf rund 50 Millionen Euro.


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