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AKTION zu Weltbank-Palmöl-Strategie

Regenwaldvernichtung mit Weltbankgeld

"Rettet den Regenwald" e.V., 10.9.10

Seit 1965 hat die Weltbank zwei Milliarden US-Dollar in den Anbau und die Verarbeitung von Palmöl investiert, gut die Hälfte davon in Indonesien und Malaysia. Palmölunternehmen wie der Wilmar-Konzern kamen immer wieder in den Genuss von Krediten und Entwicklungsgeldern von Weltbank und deren Ableger für die Privatwirtschaft, der Internationalen Finanzkorporation (IFC). Die Palmölplantagen haben sich im gleichen Zeitraum weltweit verachtfacht, in Indonesien sogar verdreiundzwanzigfacht, schreibt die Bank. Dabei hat sie tatkräftig mit geholfen. Zu ihren insgesamt fünfzehn in Indonesien finanzierten Palmölprojekten zählt unter anderem die „erfolgreiche Anlage von 100 000 Hektar Palmölplantagen“.

Die Folgen sind katastrophal: In Südostasien ist der expandierende Palmölanbau Hauptursache für hunderte gewaltsamer Landkonflikte, Regenwaldrodung und Artensterben. Für Palmöl werden indigene Völker ihrer Heimat und Lebensgrundlagen beraubt. Unsere nächsten Verwandten, die Orang-Utan, sterben einen grauenhaften Tod – sie verbrennen auf den Brandrodungen, verhungern oder werden von Palmölarbeitern in Stücke gehackt. Aber auch in Afrika und Lateinamerika leiden Mensch und Natur unter den sich immer weiter ausbreitenden Monokulturen für den Export.

Im vergangenen Jahr konnte auch die Weltbank die Klagen der Palmölopfer nicht länger ignorieren. Im August 2009 setzte Weltbankpräsident Robert Zoellick sämtliche Finanzierung der Palmölindustrie aus und kündigte eine umfassende Palmölstrategie an. Doch ein Jahr später will die Weltbank anscheinend weiter wie bisher machen. Der Ende Juli vorgelegte „Leitlinienentwurf der Weltbank für die Förderung der Palmölindustrie“ ist eine Farce. Ihrer Aufgabe die Armut weltweit zu vermindern wird sie damit nicht gerecht.

Die Weltbank begeht einen entscheidenden Denkfehler. Sie will die „nachhaltige“ Palmölproduktion fördern, doch die von ihr finanzierten riesigen industriellen Monokulturen und die Produktion gewaltiger Mengen Palmöl für den Weltmarkt sind weder umweltfreundlich noch sozialverträglich möglich. Der Anbau verschlingt enorme Mengen kostbarer Ressourcen wie Energie, Land, Böden und Wasser. Auch der „zertifizierte“ Anbau unter dem Palmölsiegel RSPO kann daran nichts ändern. Palmöl steckt mittlerweile in fast allen Produkten drin: Lebensmitteln, Kosmetikartikeln, Reinigern und im „Biodiesel“. Produkte ohne Palmöl sind kaum noch zu finden. Diese fatale Entwicklung muss umgehend gestoppt werden.

Am 21. September begehen Umweltschützer rund um den Globus den „Internationalen Tag gegen Monokulturen“. Zusammen mit dem World Rainforest Movement (WRM) bitten wir darum, das nachfolgende Schreiben an die Weltbank zu unterschreiben. Deutschland ist drittgrößter Anteilseigner und Geldgeber der Weltbank.

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