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Palmöl-Landraub in Nigeria

Landraub in Nigeria durch indonesisches Palmölunternehmen

Enteignung armer Kleinbauern und Vorstoß in artenreichen Nationalpark

Pressemitteilung des SAVE Wildlife Conservation Fund, 19.1.13

Die nigerianische NGO Rainforest Resource Development Centre hat Beschwerde beim Runden Tisch für Nachhaltiges Palmöl (RSPO) gehen den Palmöl-Investor Wilmar Group aus Singapur eingelegt.

Die Begründung: Wilmar Group stehe unter dem Verdacht, sich unrechtmäßig Land für eine geplante Ölpalmenplantage im nigerianischen Bundesstaat Cross River angeeignet zu haben. Damit würde das Unternehmen eindeutig gegen die Regeln des RSPO verstoßen. Der Runde Tisch für Nachhaltiges Palmöl garantiert mit seinem Nachhaltigkeitssiegel unter anderem umweltverträglichen Palmölanbau und Wahrung von Menschen- und Landrechten.

Das “Rainforest Resource Development Centre” unterstellt dem Unternehmen, dass die Besitzverhältnisse der 12.000 Hektar großen geplanten Plantage im nigerianischen Cross River State nicht eindeutig geklärt seien. Von Kleinbauern sei zu hören, dass aktuell ihr Besitz enteignet würde; sie wenden sich momentan mit offenen Forderungen gegen das Unternehmen.

Die Landtitel gehörten der Regierung des Cross River State behauptet hingegen die Wilmar Group. Sie habe die Landtitel in der Mitte der siebziger Jahre rechtmäßig erworben. Bis dieser Vorwurf und die Landrechte geklärt sind, fordert das Rainforest Resource Development Centre Wilmar auf, den Vertrag für nichtig zu erklären.

Doch in diesem Fall geht es um weitaus mehr: Die Obasanjo Farms, auf denen die Ölpalmen gepflanzt werden sollen, wurden vor elf Jahren inmitten eines artenreichen Waldreservats gebaut, zu dem auch der Cross River National Park gehört – ein absoluter Hotspot der Biodiversität. Hier leben seltene Arten wie Drills, Preuss Red Colobus-Affen und der hochbedrohte Cross River Gorilla, von dem es gerade mal 300 Exemplare gibt.

"Diese Plantage darf in solch einem ökologisch sensiblen Gebiet niemals erlaubt werden“, erklärt Lars Gorschlüter, Vorstand des Save Wildlife Conservation Fund. "Wir kämpfen bereits in einem ähnlich gelagerten Fall gegen das US-Unternehmen Herakles Farms, die auf der kamerunischen Seite nah des Korup Nationalparks eine Palmölplantage bauen wollen – ebenfalls mit verheerenden Folgen. Der Korup Nationalpark ist mit dem Cross River Nationalpark vernetzt. Durch den Bau der Palmölplantagen würden auf beiden Seiten die Wildtiere aussterben. Unsere Forschung hat gezeigt, dass die Tiere in Ölpalmen-Monokulturen nicht überleben können.“

In der Beschwerde an den RSPO heißt es weiter, dass Wilmar nur die Zustimmung von zwei der fünf betroffenen Gemeinden für die Plantage erhalten habe. Weiterhin fordert das Rainforest Resource Development Centre Wilmar auf, das geplante Projekt zunächst einer Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen. Außerdem müssen die Rechte der indigenen Gemeinschaften gewahrt werden. Das Rainforest Resource Development Centre bleibt zuversichtlich, dass sich die Wilmar group an die Kriterien des RSPO halten wird.

Dieser Fall ist nur ein Beispiel für einen Trend, den Naturschützer mit Besorgnis beobachten: Es ist zu erwarten, dass die weltweite Nachfrage nach Palmöl in den kommenden Jahren rasant steigen wird. Deshalb suchen südostasiatische Palmöl-Unternehmen zunehmend nach Land in Afrika, um neue Plantagen zu schaffen. Umso wichtiger wird es sein, vor allem die artenreichsten Regionen des tropischen Gürtels vor der gnadenlosen Ausschlachtung zu schützen.




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