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Landraub in Uganda

Europäische Banken und Pensionsfonds unterstützen Landraub in Uganda

Umweltschützer fordern Finanzinstitute auf, nicht mehr mit Palmöl-Gigant Wilmar International zu kooperieren

Gemeinsame Pressemitteilung von FRIENDS OF THE EARTH EUROPE und ROBIN WOOD, 22.5.13

Vor der morgigen Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt haben Friends of the Earth Europe und ROBIN WOOD die Deutsche Bank aufgefordert, ihre finanzielle Zusammenarbeit mit dem Palmöl-Konzern Wilmar zu beenden. Briefe von Friends of the Earth gingen zudem an weitere europäische Banken und Pensionsfonds mit der Aufforderung ihren Einfluss auf Wilmar zu nutzen, um die Probleme zu beheben. Wilmar ist mitverantwortlich für Landraub und Kahlschlag im Tropenwald. Eine von Friends of the Earth Europe jetzt veröffentlichte Untersuchung belegt, dass europäische Banken – darunter HSBC, BNP Paribas, Rabobank und Deutsche Bank – Wilmar finanzielle Unterstützung in Höhe von über einer Milliarde Euro zur Verfügung stellen. Außerdem halten europäische und US-amerikanische Finanzinstitute Anteile am Konzern in Höhe von 621 Millionen Euro. Bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank wird es morgen entsprechende Forderungen und Proteste geben.

Wilmar International besitzt riesige Ölpalmplantagen und Raffinerien in Indonesien und Malaysia, und ist inzwischen auch in Afrika ins Palmöl-Business eingestiegen. Für ein Projekt auf Kalangala Island in Uganda haben Tochtergesellschaften von Wilmar bereits etwa 3.600 Hektar Wald kahl geschlagen. Bauern und ihre Familien wurden von ihrem Land vertrieben, ohne sie zu entschädigen. Viele Inselbewohner verloren ihr Land. Das Vorgehen der Wilmar-Tochtergesellschaften verstößt – nach einer aktuellen Studie von Friends of the Earth Europe – gegen nationale Umweltgesetze sowie die Verfassung.

Außerdem hat Wilmar wiederholt gegen Nachhaltigkeits-Leitlinien verstoßen, die ein Großteil der Investoren und Geldgeber für eigene Investitionen haben. Manche von ihnen verlangen von den Unternehmen zusätzlich die Befolgung internationaler Standards etwa der Grundsätze des UN Global Compact oder der OECD-Leitlinien. Obwohl Wilmar diese Vorgaben verletzt, ziehen die Investoren bislang keine Konsequenzen.

„Finanzinstitutionen haben Nachhaltigkeits-Leitlinien, doch sie handeln nicht, obwohl Wilmar diese ganz klar missachtet“, kritisiert Anne van Schaik, Kampaignerin von Friends of the Earth Europe. „Die Verstöße sind nicht neu – seit Jahren ist Wilmar in Konflikte im Zusammenhang mit Landrechten verwickelt und missachtet Umweltstandards massiv. Investoren und Geldgeber müssen zeigen, wofür sie stehen und Worten Taten folgen lassen.”

Friends of the Earth Europe und ROBIN WOOD rufen die Investoren und Geldgeber von Wilmar auf, Druck auf das Unternehmen auszuüben, seine unsauberen Geschäfte jetzt zu beenden. „Wilmar und seine Tochtergesellschaften vertreiben – ausgerüstet mit europäischen Geldern – ganze Gemeinden von ihrem Land in Uganda. Das ist inakzeptabel. Die Investoren müssen jetzt bei Wilmar die Reißleine ziehen und die Finanzierung des Raubbaus beenden“, fordert Stefanie Hess, Tropenwaldreferentin bei ROBIN WOOD.




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