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Aktuell

Proteste bei Hambacher Wald

8.000 Menschen protestieren im Rheinischen Revier für Kohleausstieg und den Schutz bedrohter Dörfer

Gemeinsame Pressemitteilung, 22.6.19

Keyenberg. Unter dem Motto "Kohle stoppen – Klima und Dörfer retten" demonstrieren heute mehr als 8.000 Menschen im Rheinischen Revier. Gemeinsam fordern sie eine Klimapolitik, die das 1,5-Grad-Limit des Pariser Klimaabkommens einhält, und den aus klimawissenschaftlicher Sicht notwendigen Kohleausstieg bis spätestens 2030. Ein breites Bündnis aus Umwelt- und zivilgesellschaftlichen Organisationen hat zum Aktionstag im Rheinland aufgerufen.

Die Demonstration der Fridays-for-Future-Bewegung verlief von Hochneukirch entlang der Tagebaukante bis zum Kundgebungsort bei Keyenberg. Weitere Hunderte Menschen nahmen an der Fahrrad-Demo von Erkelenz bis Keyenberg teil. Bei der Aktion "Platz nehmen" stellen sich die Demonstrierenden symbolisch zwischen das bedrohte Dorf Keyenberg und den Tagebau Garzweiler. Sie fordern die Erhaltung der Dörfer und des Hambacher Waldes.

Zum Trägerkreis des Aktionstages gehören: Alle Dörfer bleiben, BUND, Campact, Greenpeace und NaturFreunde Deutschlands.

Zitate der Redner/innen:

Barbara Ziemann-Oberherr, Anwohnerin aus Keyenberg und aktiv bei Alle Dörfer bleiben: "RWE will uns unsere Häuser wegnehmen und unsere Dörfer und Kirchen zerstören, aber wir nehmen das nicht hin. Wenn so wie heute tausende Menschen zu uns kommen und mit uns gemeinsam gegen die Braunkohle kämpfen, gibt uns das Hoffnung. Wir werden hier bleiben und unsere Dörfer beschützen."

Hubert Weiger, Vorsitzender Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Das Klima wird nicht durch reden, sondern nur durch handeln geschützt. Wegen der Untätigkeit der verantwortlichen Politik müssen die Menschen nahe den Tagebauen weiter um ihre Dörfer bangen und der Hambacher Wald ist gefährdeter denn je. Zur Rettung von Klima, Dörfern und Wald müssen vorrangig die ältesten und dreckigsten RWE-Kraftwerksblöcke vom Netz gehen."

Christoph Bautz, Geschäftsführender Vorstand von Campact: "Mit dem heutigen Tag tragen wir unseren Protest an einen zentralen Brandherd der Klimakrise – das Rheinische Kohlerevier. Die Regierung muss jetzt Meiler für Meiler abschalten statt den Kohleausstieg bis 2038 hinauszuzögern. Denn nur so verhindern wir, dass unser Planet über die kritische Grenze von 1,5 Grad hinaus fiebert."

Bastian Neuwirth, Kampaigner für Klima und Energie bei Greenpeace: "Mit jeder weiteren Tonne Braunkohle, die RWE aus dem Boden baggert und verfeuert, wird deutlicher, dass dieser Konzern die Augen verschließt angesichts der unübersehbaren Klimakrise, dass er sich taub stellt, gegenüber dem Ruf von Hunderttausenden von Menschen nach mehr Klimaschutz. Der Kohleausstieg ist vereinbart, der schnelle Start unabdingbar. Nur wenn Ministerpräsident Laschet RWEs zerstörerischen Kohlekurs umgehend stoppt, wird der Konflikt um die Kohle sich nicht weiter verschärfen."

Uwe Hiksch, Vorstandsmitglied NaturFreunde Deutschlands und Anmelder: "Die Bundesregierung muss noch in diesem Jahr ein ambitioniertes Kohleausstiegs- und ein Klimaschutzgesetz vorlegen, mit dem Deutschland seine Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen einhält. Für die betroffenen Kohlekumpel erwarten wir Beschäftigungsgarantien in gesellschaftlich sinnvollen Bereichen bei Sicherung der Löhne und Altersbezüge."


Klima-Aufstand

Von Ortrun Sadik, Greenpeace-Online, 24.6.19

„Klimaschutz jetzt!“ forderten Freitag 40.000 Jugendliche bei Fridays for Future in Aachen. Samstag gingen dafür 8.000 Menschen bei Keyenberg auf die Straße. Die besten Bilder hier.


RWE: So nicht!

RWE muss die Braunkohlebagger stoppen. Fürs Klima, den Hambacher Wald und die bedrohten Dörfer. Das fordern Greenpeace-Aktivisten heute vor der RWE-Zentrale in Essen.

Von Ortrun Sadik, Greenpeace-Online, 24.6.19

Sie sind gekommen, um zu bleiben: 60 Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten. Deshalb haben sie einen Wohncontainer mitgebracht, ausgestattet mit allem, was sie brauchen. Der steht jetzt direkt vor dem Haupteingang der Zentrale von RWE. Denn das Anliegen ist ernst: Der Energiekonzern muss endlich seine Braunkohlebagger stoppen. Zum Schutz des Klimas müssen im Rheinischen Revier noch dieses Jahr die ersten Blöcke der Kraftwerke Niederaußem und Neurath stillgelegt werden, ein großer Teil der Kohle in den Gruben Hambach und Garzweiler muss im Boden bleiben. So hat es auch die Kohlekommission in ihrem Abschlussbericht vorgesehen.

Aber RWE will das nicht umsetzten und baggert weiter, als sei nix gewesen. Weil so der Hambacher Wald und die umliegenden Dörfer in Gefahr geraten, fordern die Greenpeace-Aktivistinnen und Aktivisten jetzt ein Moratorium: RWE soll sich verpflichten, seine Braunkohlebagger von der Kante des Hambacher Waldes abzuziehen und die von der Abbaggerung bedrohten Dörfer wie Keyenberg und Kuckum zu erhalten. Das Moratorium soll gelten, bis über die Umsetzung des deutschen Kohleausstiegs entschieden ist. Und solange Konzernchef Rolf Martin Schmitz dieses Moratorium nicht unterzeichnet hat, wollen die Umweltschützer nicht abrücken.

Kohleausstieg beginnt in Neurath und Niederaußem

RWE ist Deutschlands größter Stromerzeuger und Europas Klimakiller Nr. 1. Seit Jahrzehnten verfeuert der Energieriese die Braunkohle, als gäbe es keine Klimakrise. Und auch jetzt ist bei RWE noch nicht so richtig angekommen, dass das mit dem Klimaschutz wirklich ernst ist. Dabei steht im Abschlussbericht der Kohlekommission, dass von 2019 bis 2022 eine erste Reihe von Kohlekraftwerken stillgelegt werden muss. Genauer: 3,1 Gigawatt Braunkohlekapazitäten im Rheinland.

Bis zum Jahr 2022 müssen im RWE-Kohlekraftwerk Niederaußem die Kraftwerksblöcke C, D und G vom Netz, in Neurath die Blöcke A, B, D und E. Mit Abschaltungen dieser Größenordnung können sowohl der Hambacher Wald als auch die Dörfer problemlos erhalten bleiben. In welcher Reihenfolge die Kraftwerke abgeschaltet werden können und wie das Ganze rechtlich gestaltet werden kann, hat Greenpeace in einem Entwurf für ein Kohleausstiegsgesetz vorgestellt.

Mehrheit steht hinter den Greenpeace-Aktivistinnen

Trotzdem graben sich RWEs Kohlebagger täglich näher an den Wald heran und gefährden so dessen Wasserversorgung. Eine von Greenpeace vorgenommene Auswertung von Satellitenbildern zeigt, dass sich der Abstand der Tagbaukante zum Wald seit Herbst letzten Jahres um rund 250 Meter verringert hat. Gleichzeitig setzt der Kohlekonzern Bewohnerinnen und Bewohner der vom RWE-Tagebau Garzweiler II bedrohten Dörfer mit voreiligen Baumaßnahmen unter Druck und drängt sie zur Umsiedlung.

Das widerstrebt auch der Mehrheit der Deutschen, wie eine letzte Woche von Greenpeace veröffentlichte Umfrage zeigt. Darin hatten 83 Prozent erklärt, sie erwarten von Politik und RWE, dass der Hambacher Wald erhalten bleibt. Knapp drei Viertel (72 Prozent) erwarten zudem, dass keine weiteren Dörfer wie Keyenberg und Kuckum den Braunkohlebaggern weichen müssen.

RWE blockiert die Energiewende

Das Kerngeschäft von RWE ist die Braunkohleverstromung, nur knapp 0,6 Prozent der Stromerzeugung stammen aus Erneuerbaren Energien. Auf seiner Bilanzpressekonferenz im April erklärte der Konzern, dass er in Deutschland auch künftig nicht stärker in Erneuerbare Energien investieren wird. Damit blockiert RWE auch die notwendige Neuausrichtung von Arbeitsplätzen in seinem Stammland Nordrhein-Westfalen. Keiner erwartet, dass der Strukturwandel im Rheinischen Revier leicht wird. Wichtig ist aber, dass der Konzern sich den Herausforderungen der Zeit stellt, statt weiter den Kopf in die Kohle zu stecken. Wenn Konzernchef Rolf Martin Schmitz oder andere dazu mal ins Gespräch kommen wollen: Die Aktivistinnen und Aktivisten im Container stehen ihnen gerne zur Verfügung.




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