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Aktuell

Tag der ökologischen Überschuldung

Leben auf Umweltkredit

Welterschöpfungstag am 21. August
Ressourcen der Erde verbraucht


WWF Pressemitteilung, 20.8.10

Ab Samstag leben wir auf Pump. In weniger als neun Monaten, am 21. August 2010, hat die Menschheit die ökologischen Ressourcen des gesamten Jahres bereits verbraucht, das ergeben Berechnungen des Ökologischen Fußabdrucks vom Global Footprint Networks an dem auch der WWF beteiligt ist.

„Den Rest des Jahres leben wir auf Kredit und verbrauchen die Reserven der Erde“, so Christoph Heinrich, Geschäftsleiter Naturschutz des WWF Deutschland. Die vorhandenen Ressourcen der Erde verbrauche die wachsende Weltbevölkerung immer schneller. Der „Welterschöpfungstag“ rücke im Kalender kontinuierlich weiter nach vorne. Im letzten Jahr fiel er noch auf den 25. September, fast einen ganzen Monat später. „Bis Ende 2010 werden wir voraussichtlich 150 Prozent unserer Ressourcen aufgebraucht haben“, so Heinrich weiter. „Die Erde würde eineinhalb Jahre brauchen, um sich von diesem Raubbau zu erholen.“

Der Ökologische Fußabdruck berechnet, wie viel produktive Fläche benötigt wird, um alle Ressourcenbedürfnisse inklusive der Energieversorgung und Müllentsorgung der Menschheit zu gewährleisten. Auch die CO2-Emissionen werden dabei einbezogen. Sie machen den größten und am schnellsten wachsenden Teil des ökologischen Fußabdrucks aus. Allein der CO2-Fußabdruck der Menschheit habe sich seit 1970 mehr als verdoppelt. Bereits seit 30 Jahren können sich die natürlichen Ressourcen der Erde nicht mehr so schnell erneuern, wie die Menschheit sie verbraucht.

„Klimawandel, Artensterben, Wassermangel sowie der Kollaps der Fischbestände sind klare Anzeichen dafür, dass der Planet unter der menschlichen Übernutzung leidet. Die Folgen sind heute schon sichtbar. Wir können nicht nur auf Kredit konsumieren, irgendwann müssen wir auch unsere Schulden bei der Natur zurück zahlen“, so Christoph Heinrich. Regierungen, Unternehmen und Konsumenten hätten bereits heute Mittel in der Hand, um nachhaltiger zu leben, sei es durch Energieeffizienz, den Einsatz Erneuerbarer Energien, bewussteren Fleischkonsum oder umweltfreundliche Mobilität.


Unser Umweltbudget in roten Zahlen

Tag der ökologischen Überschuldung wieder früher

Von Lena Weitz, Greenpeace-Online, 20.8.10

Am 21. August hat die Menschheit ihre Ressourcen aufgebraucht, die eigentlich bis zum Jahresende hätten reichen sollen. Das ergeben die Berechnungen des Global Footprint Network, das jährlich das globale Soll und Haben unserer Ressourcen gegenüberstellt. Mehr als vier Monate vor Jahresende ist die Erde im Minus: Rohstoffe sind theoretisch aufgebraucht und Umweltbelastungen, wie Treibhausgase und Müll, können von der Natur nicht mehr getragen werden.

Seit 1986 verbrauchen wir mehr als die Erde leisten kann. Egal ob Baumwolle, Metall oder Gemüse - alles was wir konsumieren, muss irgendwo entstehen. Und auch Müll nimmt Platz ein, wenn er gelagert und abgebaut wird. Die dafür theoretisch benötigten Land- und Meeresflächen berechnet das Global Footprint Network jedes Jahr. Dieser Wert wird dann mit dem verglichen, was die Erde tatsächlich leisten kann - ihrer Biokapazität. Und die werden wir ab dem 21. August überschreiten. Die Erde wird ein Jahr und sechs Monate brauchen, um die Ressourcen wieder auszugleichen, die wir in diesem Jahr verbrauchen.

Das Konzept des Earth Overshoot Day wurde von der englischen Organistaion New Economic Foundation (NEF) entwickelt. Die Berechnungen beruhen auf statistischen Daten zur Bevölkerungs- und Konsumentwicklung und zur Wechselwirkung zwischen globalem Bruttoinlandsprodukt und Ressourcenbedarf.

Seit 1986 findet der Tag der ökologischen Überschuldung immer früher im Jahr statt. Nur 2009 wurden wegen der globalen Wirtschaftskrise weniger Rohstoffe verbraucht und die Umwelt weniger verschmutzt. Deshalb fand der Tag der ökologischen Überschuldung am 25. September statt, zwei Tage später als 2008. Dass der Tag der ökologischen Überschuldung 2010 mehr als einen Monat früher liegt als 2009, resultiert aus der verbesserten Berechnung. Das Global Footprint Network gibt an, dass die Biokapazität der Erde neuesten Daten zufolge wesentlich geringer ist, als bisher angenommen. Besonders Weideflächen wären bisher zu hoch berechnet gewesen.

"Wir nehmen an, dass unsere Berechnungen eher optimistische Schätzungen sind." sagt der Mitbegründer des Konzeptes vom Ökologischen Fußabdruck Mathis Wackernagel. "Was wir sicher wissen ist, dass wir über den Möglichkeiten leben, die uns die Erde bieten kann." Wendet man die neue Methodik rückwirkend auf 2009 an, so wäre der Tag der ökologischen Überschuldungen statt auf den 25. September bereits auf den 25. August gefallen. Der 21. August markiert den Tag der ökologischen Überschuldung auf globaler Ebene. Bei dieser Berechnung wird der Überkonsum der reichen Länder durch den deutlich niedrigeren Konsum der ärmeren Länder kompensiert. Deutschland alleine hätte bereits am 31. Mai sein Budget aufgebraucht.

"Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko und die verheerenden Überschwemmungen in Pakistan zeigen, wohin unsere Gier nach Öl und andere Ressourcen führen und wer die Kosten zu tragen hat", mahnt Jürgen Knirsch, Konsum-Experte bei Greenpeace. "Wir müssen mit unseren Ressourcen sozial gerechter und umweltschonender umgehen, wenn unser Planet langfristig noch eine Überlebenschance haben soll. Alle sinnvollen Anstrengungen für Ressourcen- und Energieeffizienz laufen ins Leere, wenn wir nicht zu einem maßvolleren Umgang mit dem gelangen, was uns die Erde zur Verfügung stellt."




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