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Aktuell

Bilanz CITES-Konferenz

Historische Ergebnisse in Bangkok

Jubiläums-Artenschutzkonferenz gibt Vorfahrt für Umwelt- und Naturschutz

WWF Pressemitteilung, 14.3.13

Zum Ende der Artenschutzkonferenz CITES zog die Naturschutzorganisation WWF ein positives Fazit. Nach einem Jahrzehnt des Stillstands hätten sich auf der diesjährigen Artenschutzkonferenz in breitem Stil Umwelt- und Naturschutzziele gegenüber kommerzieller Ausbeutung durchgesetzt, so der WWF in seiner Abschlussbewertung. Besonders profitierten verschiedene Haiarten und Mantarochen, deren Schutzanträge in den vergangenen Jahren mehrfach in letzter Minute gekippt worden waren. „Dies ist ein historischer Moment. Nach vielen Jahren mit schwachen Ergebnissen freuen wir uns über dieses Geburtstagsgeschenk zum 4o. Jubiläum des Artenschutzübereinkommens“, sagte Volker Homes, Artenschutzexperte des WWF vor Ort in Bangkok. Erfreut zeigt sich der WWF auch über die stärkeren Schutzmaßnahmen für die charismatischen Flagschiffarten Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen.

Heringshai, Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhaiarten und Mantas wurden mit einer klaren Zweidrittelmehrheit auf Anhang II des Artenschutzabkommens gelistet. Sie dürfen damit nur noch unter strengen Auflagen gehandelt werden. Eine Sägefischart wurde in die höchste Schutzkategorie aufgenommen.

Elefanten, Nashörner, Tiger und Menschenaffen stehen schon lange unter Artenschutz. Die aktuelle Wildereikrise zeigt jedoch, dass dieser Schutz alleine nicht reicht. Der illegale Handel mit diesen Arten hat sich zu einem Verbrechen globalen Ausmaßes entwickelt. Das haben auch die CITES-Mitgliedsstaaten erkannt: Nie zuvor war der Ruf nach Sanktionen für Nichteinhaltung der Konferenzbeschlüsse so laut wie auf der diesjährigen Zusammenkunft. Vielen Herkunfts-, Transit- und Abnehmerländern, darunter Gastgeberland Thailand, China und Kenia, wurden die Daumenschrauben angelegt, sich deutlich stärker für den Schutz der bedrohten Tiere einzusetzen. Gegen Guinea wurden sofortige Sanktionen eingeleitet, da das Land mehrfach mit bedrohten Menschenaffen gehandelt hatte.

Im Fall der Nashörner wurden Vietnam und Mosambik als Haupttreiber der Wilderei auf die Dickhäuter identifiziert. Laut vietnamesischem Aberglauben hilft gemahlenes Horn gegen Krebs und Kater. Mozambik, das an den Krüger Nationalpark angrenzt, in dem weltweit die meisten Nashörner leben, gilt als eines der Hauptschmuggelländer. Beiden Ländern drohen nun Handelssanktionen, wenn sie innerhalb des nächsten Jahres nicht entschieden der Wilderei entgegentreten.


NABU zieht positive Bilanz zum Abschluss der 16. CITES-Konferenz in Bangkok

Gegenwind für China und Japan – Handel mit fünf Haiarten wird überwacht

NABU Pressemitteilung, 14.3.13

Berlin/Bangkok – Die 16. CITES-Konferenz zum Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen ist am heutigen Donnerstag in Bangkok mit einer kleinen Sensation zu Ende gegangen. Der bessere Schutz für fünf stark befischte Haiarten und zwei Mantaarten wurde im Plenum bestätigt – trotz des Versuches einiger Länder, diese Entscheidung noch einmal zu kippen. Für den Weißspitzen-Hochseehai, drei Hammerhaiarten, den Heringshai und zwei Mantaarten wird es künftig strenge, internationale Handelskontrollen geben. „Dass so viele CITES-Mitglieder hier zusammengestanden sind zum Schutz von Hai und Manta ist unglaublich. Sie haben damit den Wirtschaftsinteressen der vornehmlich asiatischen Länder die Rote Karte gezeigt und den Artenschutz gestärkt“, freute sich NABU-Artenschutzexpertin Claudia Praxmayer, Auf den vergangenen drei CITES-Konferenzen konnten asiatische Großdelegationen erfolgreich die Listung einiger wertvoller und gefährdeten Fischarten verhindern – darunter Haie und der Blaue Thun. „Vielleicht wollten einige Delegationen der Plünderung der Meere einfach nicht mehr länger zusehen. Das wäre eine unglaubliche Trendwende“, so Praxmayer weiter.

Anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des CITES-Abkommens können sich noch ein paar mehr Arten über eine bessere Zukunft freuen: Der afrikanische Manati wird künftig in aller Ruhe Wasserpflanzen abgrasen können. Dank Anhang I Listung darf diese Seekuhart nicht mehr international gehandelt werden. Auch 50 Schildkröten-Arten sind ab jetzt besser vor der Bedrohung durch den internationalen Handel geschützt. Für 20 besonders gefährdete Arten wurde sogar ein internationaler Handelsstopp verhängt. Die Grüngeckos, begehrt vor allem bei Reptilienliebhabern in der EU, waren bisher nur in ihrer Heimat Neuseeland streng geschützt. Bis zu 2.000 Euro kann ein Exemplar im Handel erzielen. Immer wieder werden Schmuggler erwischt, die versuchen, die Tiere im Gepäck oder sogar in der Kleidung aus dem Land zu bringen. Haben sie erst einmal Neuseeland verlassen, interessiert sich niemand dafür, woher sie ursprünglich kommen – bisher. Jetzt haben die CITES-Mitglieder beschlossen, den internationalen Handel mit diesen Arten streng zu regulieren.

Aber es gibt nicht nur Gewinner in Bangkok: Dem Eisbären wurde ein besserer Schutz unter CITES verwehrt. Kanada handelt als einziges Land weltweit immer noch international mit Eisbärprodukten. Die USA hatte versucht, das mit einer Anhang–I-Listung zu unterbinden, denn nach dem Klimawandel ist der internationale Handel eine der größten Bedrohungen für die weißen Bären. Der Listungsantrag scheiterte, wie auch schon auf der 15. CITES-Konferenz in Doha/Katar. Ein echter Wermutstropfen – CITES hätte hier das Vorsorgeprinzip walten lassen müssen. Der dramatische Anstieg der Wilderei von Elefanten ist ebenfalls ein Grund zur Sorge. Jetzt schlagen sogar die Vereinten Nationen Alarm: 2011 wurden doppelt so viele Elefanten wie noch vor zehn Jahren getötet und drei Mal so viel Elfenbein konfisziert. Allein in Afrika fielen 2011 25.000 Elefanten Wilderern zum Opfer, hieß es in einem Bericht, den die UNEP (das UN-Umweltprogramm) im Rahmen der CITES-Konferenz vorgestellt hatte.

„Natürlich haben wir ein paar Rückschläge, wie beispielsweise den gescheiterten Eisbären-Antrag, hinnehmen müssen und sehen mit Sorge die Entwicklung der Elefanten-Wilderei. Aber alles in allem ist das trotzdem eine der erfolgreicheren CITES-Konferenzen, die wir bisher erlebt haben. Zum 40-jährigen Jubiläum präsentiert sich das Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Hochform“, bilanzierte Heike Finke, NABU-Präsidiums-Mitglied und Artenschutz-Expertin.


Bedrohte Arten: Mehr als 200 Gewinner auf Artenschutzkonferenz

Erfolg bei Haien, Schildkröten und Tropenholz - Tragischer Verlierer: der Eisbär

Pro Wildlife Pressemitteilung, 14.3.13

Bangkok, München - Für 65 bedrohte Tier- und 144 Pflanzenarten haben die 178 Vertragsstaaten in Bangkok (Thailand) auf der 16. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) einen strengeren Schutz beschlossen: Für 20 Schildkrötenarten und für Sägerochen wird der Handel ganz ausgesetzt. Beschränkt gehandelt werden künftig unter anderem 128 Tropenholzarten, fünf Haie, Manta-Rochen, Grüne Baumgeckos, eine Schlangenart und 30 weitere Schildkrötenarten. Den Eisbären versagte die Staatengemeinschaft jedoch den strengen Schutz. „Abgesehen von der Niederlage für die Eisbären war diese die erfolgreichste Artenschutztagung seit langem", sagt Sandra Altherr, die für Pro Wildlife auf der Konferenz verhandelt hat. „Der Schutz von fünf Haiarten ist ein Meilenstein, ebenso der Schutz so vieler Reptilien, und wir sind einen entscheidenden Schritt beim Tropenwaldschutz vorangekommen."

Mehr Schutz für Fische

Für Heringshaie, Weißspitzen-Hochseehaie und drei Hammerhaiarten gelten künftig internationale Handelsbeschränkungen. Die Entscheidung blieb bis zum Schluss spannend: Der am Montag getroffene Beschluss musste am Donnerstag im Plenum bestätigt werden, der Widerstand asiatischer Länder war groß. " Bei der vergangenen Artenschutzkonferenz kippte der Schutz für den Heringshai in letzter Minute im Plenum", berichtet Altherr. Doch diesmal konnten sich die Haischützer endlich durchsetzen, entscheidend waren die Stimmen afrikanischer Staaten. Diese Haie vermehren sich nur sehr langsam und sind deshalb besonders anfällig für Überfischung. Der Heringshai landet als Haisteak auf den Tellern, die anderen vier Haiarten werden für Haiflossensuppe gejagt. Auch der Handel mit Manta-Rochen, die zunehmend für die traditionelle Medizin in Asien gefangen werden, wird nun durch CITES kontrolliert. Der Handel mit australischen Sägerochen ist künftig verboten.

Grüne Baumgeckos und Schildkröten

Zu den Gewinnern der Konferenz zählen auch dutzende Reptilienarten: Neun Arten Grüner Baumgeckos sind derzeit bekannt, die Konferenz hat nun den Handel erstmals beschränkt. Gefährdet sind die in Neuseeland beheimateten Tiere durch den internationale Heimtierhandel: Sie enden oft in deutschen Terrarien. Bisher waren Grüne Baumgeckos nur in Neuseeland geschützt. Durch den CITES-Beschluss können in Zukunft auch die europäischen Artenschutzbehörden gegen die Schmuggler vorgehen. Für 20 Schildkrötenarten wurde der internationale Handel verboten, darunter Tiere, die auch für den Heimtiermarkt in Deutschland gehandelt werden und Preise bis zu 2 000 Euro pro Tier erzielen. Für Raritäten wie die Goldkopf-Scharnierschildkröte bezahlen Sammler sogar 10 000 Euro. Für 30 weitere Arten, die bislang nicht geschützt waren, wird der internationale Handel künftig durch CITES kontrolliert. In Asien sind Schildkröten durch den Handel für den Verzehr und für die Traditionelle Medizin bedroht.

Schutz der Tropenwälder kommt voran

„Beim Schutz der Tropenwälder sind wir auf dieser Konferenz einen Riesenschritt vorangekommen", so Altherr. Der bisher unkontrollierte internationale Handel mit Tropenhölzern wie Palisander aus Südostasien und Südamerika sowie Rosenholz (48 Arten) und Ebenholz (83 Arten) aus Madagaskar wird künftig zumindest überwacht. Ursprungsländer aus drei Kontinenten hatten Schutzanträge für Tropenholz gestellt. „Der Kampf gegen die Holzmafia ist ab sofort nicht mehr nur Sache der Herkunftsländer", sagt Altherr. „Jetzt sind auch die Importländer wie China, USA und die EU in der Pflicht, den Kampf gegen den Tropenholzhandel aufzunehmen."

Diplomatische Ränkespiele auf Kosten der Eisbären

Den Antrag der USA für ein internationales Handelsverbot mit Eisbärfellen schmetterten die Vertragsstaaten ab – wie bereits 2010. „Der Eisbär ist der tragische Verlierer dieser Konferenz. Die Staatengemeinschaft hat erneut die Chance vertan, jedes Jahr das Leben von 400 Eisbären zu retten", kritisiert Altherr. Die Gegner des Handelsverbots hatten argumentiert, der Klimawandel sei im Vergleich zum Handel die größere Gefahr. „Es geht hier nicht um entweder oder. Als Naturschützer ist es unsere Pflicht, alle Ursachen zu bekämpfen, die eine Art bedrohen. Es ist geradezu zynisch, dass Differenzen beim Klimaschutz auf dem Rücken der Eisbären ausgetragen werden – dem Symboltier des Klimawandels“. Zum Verhängnis wurde den Eisbären auch die Behauptung, noch seien die Bestände nicht bedroht genug. „Die letzten Prognosen von Wissenschaftlern sagen einen Rückgang von 67 Prozent bis 2050 voraus - damit erfüllt der Eisbär eindeutig die Voraussetzung für ein Handelsverbot. Der CITES-Grundsatz des Vorsorgeprinzips wurde hier mit Füßen getreten, Politik und Profitgier haben gesiegt". Etwa 20 000 bis 25 000 Eisbären gibt es weltweit noch. Kanada erlaubt als einziges Land, dass jährlich 600 Eisbären abgeschossen werden; etwa 400 davon landen im internationalen Handel.

Elefanten- und Nashornwilderei eskaliert

Diskutiert wurde auch die eskalierende Wilderei von Elefanten und Nashörnern. „Leider wurden die vorhandenen Schlupflöcher nicht geschlossen“, so Sandra Altherr. Eine Ausnahme vom bestehenden Handelsverbot ermöglicht es weiterhin, dass Nashörner in Südafrika von angeblichen Trophäenjägern legal erlegt werden, und das Horn anschließend als Wundermittel in den asiatischen Markt eingeschleust wird. Auch bei Elefanten gibt es keine Entwarnung: Legale Elfenbeinmärkte in Asien bieten einen Deckmantel für Elfenbeinschmuggler und befeuern die Wilderei von jährlich über 35.000 Elefanten. „CITES muss endlich Zähne zeigen, um die Wilderei-Krise zu beenden. Wenn China und Thailand ihre Elfenbeinmärkte nicht freiwillig schließen, muss die Staatengemeinschaft Handelssanktionen erlassen, um diese Länder zur Einsicht zu bewegen“, so Pro Wildlife.

Nachfrage reduzieren

"Ob Tropenhölzer, Hai-Fleisch, Jagdtrophäen, Reptilleder, lebende Tiere für den Heimtierhandel, Nashorn-Pulver oder Elfenbein: Der Handel mit bedrohten Arten muss eingedämmt werden. Wir müssen jedoch auch die Konsumenten überzeugen: Ihre Nachfrage nach Wildtieren, ob legal oder illegal, richtet großen Schaden an", so das Resümee der Artenschützerin.




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