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Aktuell

Minimalkonsens bei Klimakonferenz

UN Klimagipfel endet mit herber Enttäuschung

Nahezu alle wichtigen Entscheidungen bis 2015 vertagt

WWF Pressemitteilung, 14.12.14

Der UN-Klimagipfel in Lima erfüllt nicht die in ihn gesetzten Erwartungen. Trotz Verlängerung konnten keine entscheidenden Schritte in Richtung des geplanten Weltklimaabkommen in Paris gegangen werden. „Es gibt keinen Grund die Sektkorken knallen zu lassen. Leider schreitet der Kimawandel viel schneller voran als die Politik. Die Verhandlungen der letzten Tage haben gezeigt, wie groß die Differenzen zwischen vielen Ländern noch sind und dass der Weg nach Paris sehr steinig sein wird,“ sagt Regine Günther, Leiterin Klimaschutz und Energiepolitik des WWF Deutschland.

Ein Hauch von Optimismus hatte zu Beginn der diesjährigen Uno-Klimakonferenz in der Luft gelegen, dank der größten Klimaschutzdemo aller Zeiten im Herbst und den erfreulichen Ankündigungen von China und den USA. Doch für den dringend nötigen Durchbruch hat das nicht gereicht: „Die positive Klimaschutz-Dynamik ist in Lima festgefroren worden“, so Günther.

Besonders enttäuschend ist, dass kein wirksamer Prozess verabredet wurde, damit alle Länder umgehend mehr Klimaschutz betreiben. Doch wenn wir gefährliche Erwärmung von über 2 Grad verhindern wollen, müssen die globalen Emissionen vor 2020 ihren Höchststand erreichen. Es ist bitter, dass auch in Lima keine Anforderungen an die Länder gestellt werden, schnell zu handeln.

In Paris soll in einem Jahr das neue globale Klimaabkommen unterzeichnet werden. Dazu sollten alle Länder melden, wie stark sie ihre Treibhausgas-Emissionen mittelfristig reduzieren. Doch das dringend benötigte einheitliche Reportingformat wurde auch in Lima nicht festgelegt. Eine Vergleichbarkeit in den Beiträgen ist deshalb nicht möglich.

„Die Lima Konferenz war eine Verschwendung von Zeit und Energie. Mit solchen Beschlüssen werden wir den Klimawandel nicht eindämmen. Wir brauchen dringend Signale und politische Rahmensetzungen, die Investitionen in fossile Energien stoppen und zu größerer Investitionssicherheit für klimaverträgliche Energien sorgen. Und wir brauchen Regierungschefs und Umweltministerinnen, die bereit sind, endlich ihren Worten auch Taten folgen zu lassen“, so Günther.


„Ohne Baugrube kein Fundament“

Hohe Erwartungen, enttäuschende Ergebnisse: Die UN-Klimakonferenz in Peru ist ohne den erhofften Durchbruch zu Ende gegangen.

Von Lisa Bender, Greenpeace-Online, 16.12.14

„In Lima sollten die Fundamente für den Weltklimavertrag von Paris 2015 gelegt werden, doch es wurde nicht einmal die Baugrube fertiggestellt“, kommentiert Martin Kaiser, Leiter des internationalen Klimateams von Greenpeace, das schwache Ergebnis der UN-Konferenz.

Ziel des Treffens in der peruanischen Hauptstadt war, die Grundzüge des neuen internationalen Klimavertrags zu formulieren, der im kommenden Jahr in Paris verabschiedet werden soll. Er soll helfen, die Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts unter zwei Grad Celsius zu halten. Im Moment deutet alles auf eine Erhöhung um mindestens 3,5 Grad hin – ein Wert, bei dem die Auswirkungen des Klimawandels nach Ansicht von Wissenschaftlern nicht mehr zu kontrollieren sind.

Am Ende der Verhandlungen gab es zwar einen ersten Vertragsentwurf, doch ihm fehlten wichtige Details, wie die Verkürzung der Zyklen, in denen Klimaschutzziele vorgelegt werden, auf fünf Jahre oder die Vorlage ambitionierter Klimaschutzziele der Länder. „Der mühsam errungene Kompromiss ist enttäuschend, denn er verschiebt die wichtigsten Streitpunkte auf nächstes Jahr, statt erste Lösungen zu beschließen“, so Kaiser.

Ein wichtiges Ziel taucht immerhin im Entwurf auf: der vollständige Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis zum Jahr 2050.

Ein Fonds für den Klimaschutz

Fortschritte gab es auch in Finanzierungsfragen. Der Grüne Klimafonds, der Geld für besonders vom Klimawandel betroffene Länder bereitstellen soll, wuchs auf mehr als 10 Milliarden Dollar an. Doch nach 2020 ist Schluss. Ab dann soll der Fonds mit jährlich 100 Milliarden Dollar ausgestattet werden, um die Folgen des sich verstärkenden Klimawandels in den ärmeren Ländern zu begrenzen. Wie diese Beträge zusammenkommen sollen, ist völlig unklar. Die USA, die Europäische Union und andere Industriestaaten weigern sich hartnäckig, neue Finanzhilfen zuzusagen.

Jetzt ist Merkel gefragt

Ob Paris 2015 ein Erfolg wird, liegt nun an den Politikern der jeweiligen Staaten. Bis Ende März 2015 sollen die Klimaziele der einzelnen Nationen endgültig festgelegt werden. Eine besondere Rolle kommt dabei Kanzlerin Merkel zu, die ab Januar den Vorsitz der sieben wichtigsten Industriestaaten übernimmt. „Angela Merkel muss die guten Ansätze des ersten Entwurfs während der deutschen G7-Präsidentschaft aufgreifen und verstärken“, sagt Kaiser.

Die Zeit ist knapp: Länder wie die Philippinen bekommen die zerstörerischen Auswirkungen des Klimawandels schon längst zu spüren. Je länger wir warten, desto teurer werden die Folgen. Denn der Klimawandel wartet nicht auf Entscheidungen der Politik.


Klimagipfel in Lima endet mit Vereinbarung „auf kleinstem gemeinsamen Nenner“

Herausforderungen beim Klimaschutz wird nicht entsprochen

BUND Pressemitteilung, 14.12.14

Lima/Berlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die Ergebnisse des Klimagipfels in Lima eine herbe Enttäuschung. Verantwortlich für das unbefriedigende Resultat sei der fehlende politische Wille vieler Staaten zum Handeln.

„Es gelang nicht wirklich, die Grundlagen für ein wirksames Paris-Abkommen zu legen. Das hat Fortschritte auf dem Weg zu einem neuen globalen Klimaschutzabkommen vereitelt. Lima brachte die Welt auf dem Weg in eine Energiewirtschaft ohne Kohleverstromung, Öl, Atomkraft und Gas nicht einen Schritt weiter", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger zum Ende der 20. UN-Klimakonferenz. Auch für den Zeitraum bis 2020 seien keinerlei Verpflichtungen zur Verringerung der CO2-Emissionen eingegangen worden.

„Mit dem Argument, wir warten erstmal ab, was die anderen tun, haben die Regierungen es sich in der Hängematte bequem gemacht", sagte Weiger. Der BUND-Vorsitzende warnte davor, dass die nationalen Klimaschutzpläne, die bis März 2015 auf den Tisch der UN gelegt werden sollen, nicht ausreichen würden, um die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten.

„Weder die USA, noch China, noch die meisten anderen Staaten befinden sich derzeit auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft. Die Staatengemeinschaft hat sich in Lima auf den kleinsten gemeinsamen Nenner verständigt, mehr nicht. Lima setzt ein falsches Signal: Alle können die Atmosphäre ungestört weiter aufheizen“, sagte der BUND-Vorsitzende.

Die Zeit des politischen Feilschens müsse endlich vorbei sein. Viele Menschen rechneten nicht mehr mit substantiellen Ergebnissen bei den UN-Klimaverhandlungen. Hoffnung speise sich inzwischen weniger aus Erwartungen an die Politik, sondern zunehmend aus dem Engagement hunderttausender Bürger überall auf der Welt, die sich für den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und den Abschied vom fossilen Zeitalter einsetzten, sagte Weiger.

„Nur wenn die Regierungen sich zu mehr Klimaschutz verpflichten und erkennen lassen, dass sie den Abschied von fossilen Energien einleiten, kann im kommenden Jahr in Paris ein internationales Abkommen verabschiedet werden, das die Erderwärmung tatsächlich unter zwei Grad hält“, sagte der BUND-Vorsitzende.


NABU zur COP20: Viel Vertrauen verspielt und noch mehr Baustellen für die Staatengemeinschaft

Tschimpke: Lima war eine Klimakonferenz der verpassten Chancen - Es bleibt ein dorniger Weg bis Paris

NABU Pressemitteilung, 14.12.14

Lima – Mit Blick auf das Ergebnis der Klimakonferenz in Lima kommentiert NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „In Lima hat die Staatengemeinschaft unzählige Chancen ungenutzt liegen lassen. Nach einem positiven Auftakt steht am Ende ein zäh ausgehandeltes, schwaches Papier. Besonders schwach und ungenügend sind die Anforderung ausgefallen, die die Länder hinsichtlich Transparenz und Vergleichbarkeit der nationalen Reduktionsziele erfüllen müssen. Der Weg nach Paris ist damit nicht leichter geworden. Allen großen Worten zum Trotz, wie wichtig Klimaschutz zur Abwendung einer globalen Katastrophe sei, sind in Lima Rahmenbedingungen vereinbart worden, die dazu führen werden, dass das 2-Grad-Ziel deutlich verfehlt wird.“

Und weiter: „Immerhin eine gute Nachricht nehmen wir aus Lima mit: Der Green Climate Funds hat die Schwelle von zehn Milliarden US-Dollar erreicht. Besonders positiv ist das auch, weil sogar Entwicklungsländer in den Fonds eingezahlt haben. Allerdings reicht diese Summe bei Weitem nicht aus, um die Anpassungen an den Klimawandel auch tatsächlich zu finanzieren. Daher ist die Bundesregierung gefragt: Als G7-Präsident muss sie im kommenden Jahr unbedingt einen Fahrplan für die Auffüllung des Fonds vorantreiben. Außerdem hat Lima eine weitere Schwierigkeit offengelegt: Die Verhandlungen haben, vor allem zum Ende hin, gezeigt, wie viel Vertrauen unter den Staaten verloren gegangen ist. Und wie wenig kompromissbereit einige Länder sind. Daher sind jetzt Deutschland und alle anderen Industrienationen gefragt, ein Zeichen zu setzen. Sie müssen den Entwicklungsländern zeigen, dass sie uns in der Frage der Finanzierung vertrauen können. Nur mit einer vertrauensvollen Basis und Kompromissbereitschaft können wir hoffentlich schon bald die historische Unterscheidung zwischen Entwicklungs- und Industrieländern ad acta legen. Das ist dringend notwendig, wenn wir 2015 ein starkes Klimaschutzabkommen in Paris wollen.“


Klimagipfel in Lima ist eine verpasste Gelegenheit

Germanwatch: Klima-Selbstverpflichtungen ohne ernsthafte Überprüfung reichen nicht

Germanwatch pressemitteilung, 14.12.14

Lima. Die heute zu Ende gegangene Weltklimakonferenz in Lima (Peru) bewertet die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch als verpasste Gelegenheit, einige entscheidende Fragen zur Zukunft des internationalen Klimaschutzes schon jetzt zu klären. "Das Ergebnis sorgt nicht für die notwendige Dynamik auf dem Weg zu einem neuen Klimaabkommen, das in einem Jahr in Paris verabschiedet werden soll", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. „In Lima wurden zwar einige Fragen auf dem Weg nach Paris geklärt. Doch die Regierungen haben die Gelegenheit verpasst, hier schon die Weichen zu einem ehrgeizigen Abkommen in Paris zu stellen, das den Klimawandel wirksam begrenzt und die Verletzlichsten schützt." Bals ergänzt: "Es ist nicht gelungen, den klimapolitischen Schwung der vergangenen Monate für Entscheidungen zu nutzen. Ein Jahr vor der entscheidenden Konferenz in Paris waren die meisten Regierungen nicht bereit, ihre Trümpfe auf den Tisch zu legen und sind in altbekannten Verhandlungspositionen verharrt.“

„Wir müssen zu einer Aufwärtsspirale kommen“

In Lima wurden aber immerhin Elemente eines Vertragstextes erarbeitet, der als Grundlage für die Verhandlungen im kommenden Jahr dienen kann. Zudem wurde bei der Konferenz die Schwelle von 10 Milliarden Dollar für den Grünen Klimafonds überschritten. Die Bundesregierung hatte dafür mit der frühen Zusage von rund einer Milliarde Dollar im Sommer Maßstäbe gesetzt. Außerdem wurden Anforderungen an die Klimaziele formuliert, zu denen sich die Staaten in der ersten Jahreshälfte 2015 selbst verpflichten sollen.

„Allein mit solchen selbst gewählten Klimazielen - ohne ernsthafte Überprüfung - wird es nicht möglich sein, den Klimawandel auf unter zwei Grad zu begrenzen“, kritisiert Bals. „Wir müssen stattdessen zu einer Aufwärtsspirale kommen, bei der die Selbstverpflichtungen der Staaten nur der Anfangspunkt sind. Im neuen Abkommen müssen Mechanismen geschaffen werden, die die 2015 vorzulegenden Selbstverpflichtungen an den Maßstäben der Wissenschaft und der Klimagerechtigkeit messen. Diese müssen dann nach regelmäßigen Überprüfungen stetig erhöht werden." Außerdem werde mehr Klarheit zur Unterstützung der Entwicklungsländer benötigt - sowohl beim Einstieg in eine klimafreundliche Wirtschaftsweise als auch zur Absicherung der Verletzlichsten, die schon heute die Auswirkungen des Klimawandels spüren.

Christoph Bals: "Nach dieser Klimakonferenz sind die Hausaufgaben für die Regierungen klar: Insbesondere einige Schwellen- und Industrieländer müssen sich aus ihren festgefahrenen Positionen bewegen und die Blockadetaktik aufgeben.“


Klimagipfel in Lima ebnet Weg für umfassendes Klimaschutz-Abkommen

BMUB Pressemitteilung, 14.12.14

Der UN-Klimagipfel in Lima hat mit seinem Beschluss die Grundlage für die Verhandlungen über den neuen weltweiten Klimavertrag gelegt, der in einem Jahr in Paris verabschiedet werden soll. "Der Weg ist jetzt frei für die Schaffung des ersten Abkommens, das alle Staaten in die Klimaschutzanstrengungen einbindet", sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. "Der Gipfel von Lima eröffnet alle Möglichkeiten für ambitionierten, weltweiten Klimaschutz."

Das Schlussdokument, das in der Nacht zu Sonntag unter großem Einsatz des peruanischen Umweltministers Manuel Pulgar Vidal verabschiedet wurde, enthält erste Grundzüge eines neuen Klimaschutzabkommens. Es soll Ende 2015 in Paris beschlossen werden und 2020 in Kraft treten. Bis Mai 2015 soll ein kompletter Entwurf vorliegen, so der Beschluss von Lima. Das neue Abkommen würde erstmals alle Staaten umfassen. Dem bisherigen Abkommen, dem Kyoto-Protokoll, folgten zuletzt weniger als 40 Staaten, die weniger als 15 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmachen. Große Emittenten wie USA, China, Kanada, Japan und Russland fallen nicht unter das Kyoto-Protokoll.

Die Entscheidung der Klimakonferenz in Lima sieht vor, dass alle Staaten eigene Klimaschutzbeiträge vorlegen. Die Staaten, die dazu in der Lage sind, sollen bereits bis März 2015 angeben, wie stark sie ihre Treibhausgas-Emissionen mindern können. Diese Ziele sollen transparent, vergleichbar und überprüfbar sein. Zusätzlich können die Staaten freiwillige Angaben über Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel machen.

Bundesumweltministerin Hendricks: "Alle Staaten müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und ihre Klimaschutzbeiträge vorlegen, damit Paris ein Erfolg wird. Die starre Trennung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist nicht mehr zeitgemäß. Klimaschutz gelingt nur gemeinsam. Es braucht viel Geduld und Anstrengung, diesen alten Graben zuzuschütten. Aber wir haben in Lima gesehen, dass etwas in Bewegung geraten ist. Entwicklungsländer wie Peru, Kolumbien oder Indonesien haben in den Grünen Klimafonds eingezahlt. Und bei den Klimaschutzbeiträgen sind jetzt alle Staaten gefragt."

Strittig war bis zum Schluss, nach welcher Aufteilung sich die Staaten zukünftig am Klimaschutz beteiligen. Im bisherigen Klimaabkommen, dem Kyoto-Protokoll, wurde lediglich zwischen Entwicklungs- und Industrieländern unterschieden. Die EU setzte sich wie viele andere Industriestaaten hingegen dafür ein, dass die Staaten ihr Engagement künftig stärker nach ihren individuellen wirtschaftlichen Möglichkeiten ausrichten. Auch die Frage der Rechtsform des neuen Abkommens blieb in Lima offen.

Erfolge brachte der Klimagipfel in Fragen der Klimafinanzierung. In den Grünen Klimafonds haben die Staaten über 10 Mrd. USD eingezahlt und damit die finanzielle Basis des Fonds geschaffen, der Entwicklungsländer beim Klimaschutz und bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützen soll. Deutschland hatte bereits im Sommer als erstes Land 750 Mio. Euro für den Fonds zugesagt.

Darüber hinaus hat Deutschland während der Konferenz in Lima einen zusätzlichen Beitrag von 50 Mio. Euro für einen anderen UN-Fonds zugesagt, der die Anpassung an den Klimawandel unterstützt. Dieser Beitrag wurde in Lima vielfach gelobt und hat Vertrauen geschaffen, dass Entwicklungsländer tatsächlich die ihnen in Aussicht gestellte Unterstützung erhalten. Auch das parallel zur Klimakonferenz von der Bundesregierung verabschiedete Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 fand große Beachtung.

Hendricks: "Es war zu erwarten, dass zentrale Fragen des neuen Abkommens erst in Paris gelöst werden können. Der Weg dahin bedarf noch enormer Anstrengungen. Aber es war auch eine große Bereitschaft vieler Staaten zu erkennen, sich konstruktiv in die Verhandlungen einzubringen. Darauf wollen wir aufbauen und mit dem Petersberger Klimadialog im Mai 2015 die Verhandlungen in einer entscheidenden Phase voranbringen."


WWF-Statement zur UN-Klimakonferenz in Lima

WWF Pressemitteilung, 11.12.14

Regine Günther, Leiterin des Fachbereichs Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland, zur Rede der deutschen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks auf der UN Klimaschutzkonferenz in Lima:

„Es ist richtig, jetzt auf ein Klimaabkommen zu drängen, das für alle verbindlich ist und ein Langfristziel enthält. Nur mit dieser Langfristigkeit haben Regierungen und auch Unternehmen die Möglichkeit, entsprechende Zwischenziele zu setzen, um erfolgreich die notwendigen Schritte für ambitionierten Klimaschutz umzusetzen. Für den WWF ist dabei wichtig, dass die Ziele regelmäßig wissenschaftlich überprüft werden - um zu gewährleisten, dass das 2 Grad Limit nicht überschritten wird.

Bei der Minderungen der klimaschädlichen Emissionen hat Deutschland aber gerade im europäischen Kontext seine Hausaufgaben nicht gemacht. Das EU-Treibhausgasminderungsziel ist viel zu gering und muss bis 2020 von 20 auf mindestens 30 Prozent erhöht werden. Damit kann ein Beitrag geleistet werden, bis 2020 die große Emissionsminderungslücke zu schließen. Beim Emissionshandel müssen die exorbitanten überschüssigen Zertifikate in Höhe von mindestens 2,3 Mrd. Tonnen dauerhaft ausgelistet werden. Deutschland ist aufgerufen, entsprechende Initiativen in der EU zu starten.

Positiv sieht der WWF den deutschen Beitrag in der Klimafinanzierung. Mit den Zusagen zum Grünen Klimafonds und den aktuellen Geldern für den Anpassungsfonds hat sich Deutschland als Vorreiter in der internationalen Klimafinanzierung gezeigt. Die Ankündigung kommt zur rechten Zeit, denn die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels sind auch finanziell eine gigantische Herausforderung wie Bilder des Philippinen Taifuns am vergangenen Wochenende erneut gezeigt haben. Selbst bei einer drastischen Verringerung des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasemissionen werden trotzdem immense Investitionen in den betroffenen Entwicklungsländern zur Anpassung an den Klimawandel erforderlich sein und die Kosten werden wahrscheinlich sogar um ein Vielfaches höher ausfallen als bisher geschätzt.“


Uno-Klimatagung in Lima: Die heimliche Veränderung der Welt

Von Axel Bojanowski, SPIEGEL-Online, 14.12.14

Am Ende herrscht Entsetzen: Die Uno-Klimatagung in Peru hat sich nicht auf konkrete Schritte zur Minderung der Treibhausgase einigen können. Und doch hat sie die Welt entscheidend verändert.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/un-klimatagung-in-lima-ergebnisse-der-uno-konferenz-in-peru-a-1008356.html


Uno-Klimatagung in Lima: Verzockt

Ein Kommentar von Markus Becker, SPIEGEL-Online, 14.12.14

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/un-klimakonferenz-was-bedeutet-peru-fuer-paris-2015-a-1008410.html


Limakatastrophe knapp verhindert

Die Klimakonferenz hat gerade noch die Kurve gekriegt. Das Resultat ist ein wenig ehrgeiziger Rahmenentwurf. Entschieden wird erst 2015 in Paris.

Von bernhard Pötter, taz, 14.12.14

http://taz.de/Einigung-bei-Klimagipfel-in-Lima/!151247/


KLima-Reporteros 8: Indígena-Chefs leben gefährlich

Von Hernán Padilla, taz-Blog, 13.12.14

http://blogs.taz.de/latinorama/2014/12/13/klima-reporteros-8-indigena-fuehrer-leben-gefaehrlich/


Allein gegen die Holzfäller

Von Michael Bauchmüller, Süddeutsche Zeitung, 11.12.14

http://www.sueddeutsche.de/wissen/un-klimakonferenz-in-lima-allein-gegen-die-holzfaeller-1.2261008


Internationale Klimafinanzierung gut angelegt

BMUB Pressemitteilung, 11.12.14

Deutschland und das Vereinigte Königreich unterstützen ab 2015 ambitionierte Klimaschutzprojekte in Burkina Faso, Peru, Thailand und Tadschikistan. Das kündigten die deutsche Umweltministerin Barbara Hendricks und der britische Minister für Energie und Klimawandel Ed Davey während der Klimaverhandlungen in Lima an. Die Projekte werden aus Mitteln der so genannten NAMA-Fazilität finanziert. Das Förderprogramm dient dazu, anspruchsvolle Klima-schutzmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen und ihre Treibhausgasemissionen deutlich zu verringern. Dänemark und die EU-Kommission kündigten an, dem Programm als weitere Geberländer beizutreten. Im Vorfeld der COP 21 in Paris erhöhen sich damit die Mittel für eine dritte Auswahlrunde von Förderprojekten.

Die Fördermittel für Burkina Faso fließen in die nachhaltige Energieerzeugung aus Biomasse. Um der fortschreitenden Entwaldung in dem westafrikanischen Land zu begegnen, sollen Energiepflanzen zukünftig nachhaltiger angebaut und effizienter eingesetzt werden, die Nutzung nachhaltig erzeugter Biomasse soll wirtschaftlich tragfähig gemacht werden. Im besten Fall können mit diesem Projekt um die 40 Prozent des nationalen Emissionsminderungsziels erreicht werden. In Peru soll mit den Fördergeldern der öffentliche Personennahverkehr verschiedener Städte ausgebaut werden, unter anderem mit neuen emissionsärmeren Bussen und Bahnen. In Thailand unterstützt die NAMA-Fazilität die Herstellung hocheffizienter Kühl- und Klimaanlagen, sowohl für Privathaushalte als auch für industrielle Zwecke. Die Anlagen sind für Thailand selbst und den Export bestimmt. Durch diese Maßnahme können die Treibhausgas-Emissionen Thailands um 0,6 % pro Jahr verringert werden, was einen signifikanten Beitrag für das Klimaschutzziel des Landes darstellt. Das Projekt in Tadschikistan dient dazu, Waldgebiete besser zu schützen, wiederaufzuforsten sowie eine nachhaltige Waldwirtschaft zu etablieren. Der britische Minister Ed Davey zeigte sich erfreut über das Ergebnis der zweiten Auswahlrunde der NAMA-Fazilität: „Die NAMA-Fazilität unterstützt jetzt ein starkes Portfolio an Projekten in den unterschiedlichsten Regionen und Sektoren. Das zeigt das große Engagement für ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen und dessen Dynamik rund um den Globus und in den unterschiedlichsten Sektoren.”

Um diese Dynamik aufrecht zu erhalten, kündigten die beiden Minister 2015 zusätzliche Mittel zur für dritte Auswahlrunde der NAMA-Fazilität zur Verfügung zu stellen. Nach den Worten der deutschen Umweltministerium Barbara Hendricks läutet diese dritte Aus-wahlrunde den Beginn der NAMA-Fazilität 2.0 ein: „Wir stellen mit Freude fest, dass die bisheri-gen positiven Erfahrungen nicht nur dazu geführt haben, dass Deutschland und das Vereinigte Königreich der NAMA-Fazilität weitere Mittel zur Verfügung stellen werden, sondern dass sich auch weitere Geber eingestellt haben: Dänemark und die Europäische Kommission, die wir recht herzlich willkommen heißen.”

Insgesamt haben die Geber Beiträge in Höhe von 85 Mio. Euro für die dritte Auswahlrunde der NAMA-Fazilität in Aussicht gestellt, was eine wesentliche Steigerung gegenüber den vorherigen Auswahlrunden ist.

Regierungen und Durchführungsorganisationen waren aufgefordert worden, von April bis Juli 2014 Projektvorschläge bei der Fazilität einzureichen. Es wurden zahlreiche Projektskizzen aus unterschiedlichen Ländern und den unterschiedlichsten Bereichen, u.a. Landwirtschaft, Energieeffizienz, Forstwirtschaft, erneuerbare Energien und Verkehr, eingereicht. Dies gilt als Beleg für die inzwischen weltweit vorhandene Dynamik des Klimaschutzes. Alle Projekte werden anhand strenger Auswahlkriterien bewertet, um sicherzustellen, dass die ambitioniertesten und erfolgsversprechendsten NAMA-Maßnahmen (National Appropriate Mitigation Actions - angemessene nationale Minderungsmaßnahmen) für eine finanzielle Unterstützung ausgewählt werden. Im Kontext der internationalen Klimaverhandlungen gelten NAMA als freiwillige Klimaschutzmaßnahmen von Entwicklungsländern, die in die jeweiligen nationalen Entwicklungspläne eingebunden sind. Die NAMA-Fazilität wurde 2012 durch Deutschland und das Vereinigte Königreich auf den Weg gebracht, die zusammen 120 Millionen Euro an Mitteln zur Verfügung stellten, um Entwicklungsländer bei der Umsetzung von ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen und auf globaler Ebene dazu beizutragen, die erforderlichen Emissionsminderungen zu erreichen.


Greenpeace-Aktion an Nazca-Linien

Mit einer Aktion an den historischen Nazca-Linien in Peru hat Greenpeace offenbar Menschen gekränkt. Das war nicht unsere Absicht. Die Linien wurden nicht berührt oder zerstört.

Von Greenpeace-Online, 12.12.14

Am 8. Dezember protestierte Greenpeace in Peru für Klimaschutz und Erneuerbare Energien, Anlass war die dortige UN-Weltklimakonferenz. Als Ort für den Protest wählte Greenpeace die historischen Nazca-Linien – sie stehen als Symbol für eine Kultur, die durch die Veränderung der Umweltbedingungen ihre Lebensgrundlagen verloren hat und ausgelöscht wurde. Dieses Szenario kann in Zukunft Millionen von Menschen betreffen, wenn die Weltgemeinschaft es nicht schafft, die Zerstörung des Klimas zu stoppen.

Unsere Botschaft „time for change – the future is renewable“ wurde aus Stoffbahnen vorsichtig auf dem Boden neben den Nazca-Linien ausgelegt; sie war als Mahnung zum Klimaschutz gedacht und als Appell an die Teilnehmer der Konferenz, die weitreichenden und dringend notwendigen Entscheidungen dazu zu treffen.

Die Nazca-Linien wurden vor über 2.000 Jahren von den Nazca-Indianern erschaffen, die teilweise kilometerlangen Symbole sind nur aus der Luft zu erkennen. Sie sind dadurch entstanden, dass die dunklen Steine an der Oberfläche, sogenannter Wüstenlack, weggescharrt wurden und der darunter liegende, hellere Sedimentboden sichtbar wurde. Um diese Linien nicht zu beschädigen, gingen wir mit größtmöglicher Vorsicht vor und achteten sorgfältig darauf, die Linien weder zu betreten, zu beschädigen, keine Steine zu bewegen oder irgendetwas dort zurückzulassen. Für die Aktion neben dem „Kolibri-Bild“ hatten Greenpeacer extra 450 Kilogramm Ziegelsteine in Segeltuchrucksäcken von der Straße zu den Linien geschleppt. Diese wurden zum Beschweren der Banner benutzt, es wurden keine Steine der Linien oder andere Steine dafür bewegt.

Leider hat Greenpeace die Bedeutung der Stätte für die Menschen in Peru falsch eingeschätzt. Durch die Aktion haben wir offenbar Menschen gekränkt – das war nicht unsere Absicht. Dafür möchten wir uns in aller Form entschuldigen.

Greenpeace wird Verantwortung übernehmen

Der Schutz von Umwelt und Menschen steht im Zentrum der Arbeit von Greenpeace; es ist von allergrößter Bedeutung für die Organisation, dass gerade bei Aktionen in sensiblen Gebieten nichts zerstört oder beschädigt wird. Deshalb wird Greenpeace selbstverständlich jede unabhängige Untersuchung von eventuell entstandenem Schaden neben den Nazca-Linien unterstützen und mit den peruanischen Behörden zusammenarbeiten. Sollten dabei tatsächlich Schäden oder Fußspuren nachgewiesen werden, die durch die Aktion entstanden sind, sollte es notwendig sein, diese Fläche zu restaurieren, wird Greenpeace die Verantwortung dafür übernehmen.

Die zuständige Ministerin Diana Alvarez akzeptierte inzwischen im Namen des peruanischen Staates unsere Entschuldigung. Sie besteht aber auf einer Reparatur des Schadens, was für Greenpeace selbstverständlich ist.

Der internationale Geschäftsführer Kumi Naidoo ist in Lima und spricht mit Regierungsvertretern.




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