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Alternativen zu umweltschädlichen Biokraftstoffen

NABU: Neue Studie zeigt Alternativen zu umweltschädlichen Biokraftstoffen auf

Mehr Reststoffnutzung und bessere Pkw-Verbrauchsvorgaben nötig

NABU Pressemitteilung, 17.1.13

Berlin – Europa kann sein Ziel, den Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrsbereich zu steigern, auch ohne den Anbau und die Nutzung ökologisch zweifelhafter Biokraftstoffe erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des niederländischen Forschungsinstituts CE Delft im Auftrag mehrerer Umweltorganisationen wie dem NABU-Dachverband BirdLife International, Greenpeace und Transport & Environment.

NABU-Agrarexperte Florian Schöne: „Erst im Oktober vergangenen Jahres hat die EU-Kommission auf die anhaltenden Zweifel am Umweltnutzen der Biokraftstoffe reagiert und bestätigt, dass die verfügbare Biomasse begrenzt ist und ihre Nutzung mit erheblichen Schäden für Natur und Umwelt einhergehen kann. Allerdings dürfen nach dem Willen der Kommission im Jahre 2020 immer noch fünf Prozent des gesamten Kraftstoffbedarfs aus diesen sogenannten Biokraftstoffen stammen, die dem Klima häufig mehr schaden als nutzen. Die neue Studie zeigt, dass es auch anders geht: Dazu bedarf es vor allem einer stärkeren Nutzung von biogenen Rest- und Abfallstoffen zur Biokraftstofferzeugung sowie einer Effizienzsteigerung bei Pkw und Lkw.“

Durch die Verdrängung der Lebensmittelerzeugung auf andere Standorte (sogenannte indirekte Landnutzungsänderung ILUC) weisen viele Biokraftstoffe teilweise eine deutlich schlechtere Treibhausgasbilanz auf als fossile Kraftstoffe wie Diesel und Benzin. Die CE Delft-Studie hat verschiedene Szenarien untersucht und spricht Empfehlungen für die Politik dahingehend aus, dass die geltenden EU-Verpflichtungen eines zehnprozentigen Anteils erneuerbarer Energien (Renewable Energy Directive (RED)) und eine gleichzeitige Reduzierung der Kohlenstoff-Intensität der fossilen Kraftstoffe (Fuel Quality Directive (FQD)) bis zum Jahr 2020 auch ohne umweltschädliche Biokraftstoffe erreichbar seien.

NABU-Verkehrsexperte Dietmar Oeliger: „Die Ergebnisse zeigen, wie ein echter Kurswechsel in der europäischen Verkehrspolitik aussehen müsste, um einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Sie bestätigen die Überzeugung des NABU, nach der es in den nächsten Jahren weniger darauf ankommt, einen Kraftstoff durch einen anderen zu ersetzen, sondern vor allem technologische Innovationen und sparsamere Motoren bei Pkw, Lkw, Flugzeugen und Schiffen einzusetzen.“ Aktuell werde in Kommission und Parlament über Verbrauchsgrenzwerte für neue Pkw ab dem Jahr 2020 diskutiert. Der NABU fordert einen Durchschnittswert von 80 Gramm je Kilometer, denn je weniger Kohlendioxid die Autos von morgen ausstoßen, desto weniger Kraftstoff verbrauchen sie und desto weniger Biokraftstoffe werden nötig sein, um einen relevanten Anteil daran abzudecken. Die EU-Kommission hat ihrerseits einen höheren Wert von 95 Gramm je Kilometer vorgeschlagen, doch auch dieser Wert gerät vonseiten der Automobil-Lobby unter Beschuss. „Das EU-Parlament muss in den nächsten Monaten über die CO2-Gesetzgebung bei Autos beraten. Dies könnte ein Lackmustest für die Ernsthaftigkeit der europäischen Politik sein, den Klimagasausstoß im Verkehr in den Griff zu kriegen“, so Oeliger.




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