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Aktuell

Vor dem Klimagipfel (3)

Mal schnell die Welt retten

Von Lisa Bender, Greenpeace-Online, 19.9.14

Frei nach diesem Motto findet am Sonntag die weltweit bislang größte Klimademonstration statt. Sie ist der Auftakt zum Klimagipfel in New York am Dienstag. Der Protestmarsch findet gleichzeitig auf fünf Kontinenten in verschiedenen Städten statt, unter anderem in New York und Berlin. Wir können den Klimawandel noch abwenden, soll diese Demo sagen, wenn jeder Einzelne von uns jetzt handelt.

Die Demonstration ist ein Zeichen, dass etwas in Bewegung geraten ist. Anders als viele Politiker haben große Teile der Bevölkerung erkannt, dass es einen Ausweg aus der Klimakrise gibt. Wir können bis 2050 unseren Energiebedarf zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken, aber dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Wir dürfen nicht länger auf die Regierungschefs warten. „Wir müssen uns selbst anders verhalten und CO2 einsparen. Und wir brauchen eine bessere Politik“, fordert Tobias Münchmeyer von Greenpeace.

UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat Staats-und Regierungschefs sowie wichtige Wirtschaftsvertreter zum Klimagipfel am 23. September in New York eingeladen. Sie sollen mit konkreten kurzfristigen Maßnamen zeigen, was sie schon in den kommenden Jahren für den Ausbau der Erneuerbaren Energien und den Klimaschutz tun werden.

Bundeskanzlerin Merkel hatte abgesagt, um stattdessen beim Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) zu sprechen. Aber Umweltministerin Barbara Hendricks reist mit hoffentlich erfreulichen Neuigkeiten an: Die staatliche KfW-Bank soll künftig keine Gelder mehr in Kohleprojekte im Ausland investieren. In den Jahren 2006 bis 2013 addierten sich diese Investitionen auf stolze 2,8 Milliarden Euro. Dafür wurden im Ausland unter anderem Kohlekraftwerke und Kohlehäfen gebaut. „Aber eigentlich wissen wir doch, dass man mit Erneuerbaren Energien große Mengen Strom produzieren kann – wie können wir dann den Anderen noch dreckige Kohlekraftwerke aufschwatzen?“, fragt Münchmeyer und erwartet von Hendricks eine klare Antwort in New York.

Hendricks kündigte bereits an, dass die Bundesregierung die KfW-Finanzierung von Kohlekraftwerken im Ausland massiv zurückfahren will. Es wäre ein wichtiges und längst überfälliges Signal, wenn das Energiewendeland Deutschland endlich aufhörte, mit Staatsgeldern Kohleprojekte im Ausland zu fördern. Die Botschaft dahinter würde lauten: Fossile Energien dürfen keine Zukunft haben, damit unser Planet eine bekommt.

Dabei sind noch andere Maßnamen denkbar. Der Klimaforscher Hans Joachim Schellnhuber hatte vor wenigen Tagen die Idee einer individuellen CO2-Kreditkarte aufgebracht. Jeder Bürger bekäme dabei ein eigenes CO2-Guthaben. Beim Tanken oder beim Bezahlen der Stromrechnung würde die dadurch anfallende Kohlendioxid-Menge vom Guthaben abgezogen. Ähnlich wie im Emissionshandel für Industrie und Energiewirtschaft könnte festgelegt werden, dass bei Überschreiten des Budgets zusätzliche CO2-Rechte gekauft werden müssen.

Mit der internationalen Klimaschutzdemo an diesem Sonntag macht die ganze Welt Druck für den Klimaschutz. Auch auf politischer Ebene muss in Deutschland und der EU endlich wieder etwas passieren. Mitte Oktober fallen in der EU wichtige Entscheidungen über die Ziele der Klimapolitik bis 2030. „Wir erwarten, dass Deutschland dort endlich mit konkreten Vorschlägen auftritt, die ehrgeizig sind und uns eine Chance geben, einen unkontrollierbaren Klimawandel zu verhindern“, so Münchmeyer.

„Es gibt Tausende Orte und Möglichkeiten zu verhindern, dass uns unsere Erde absäuft oder um die Ohren fliegt: Ob nun in der Lausitz oder in der Arktis, ob nun beim Straßenbahn- statt Autofahren, an der Wahlurne oder beim vegetarischen Essen. Wir müssen einfach nur anfangen. Um alles zu verändern, braucht es jeden einzelnen Menschen.“


Tanzen für den Klimaschutz

Mit der Silent Climate Parade schließt sich Berlin dem weltgrößten Klimaschutzaktionstag vor dem UN Sondergipfel an

WWF Pressemitteilung, 19.9.14

Diesen Sonntag kommen Menschen weltweit zum größten Klimaschutzaktionstag zusammen, den es je gegeben hat. Mehr als 1.400 Organisationen mit Millionen von Mitgliedern rufen zur Teilnahme am „People’s Climate March“ auf, der in zahlreichen Städten im Vorfeld des UN Sondergipfels stattfindet. In Berlin fordert die „Silent Climate Parade“ auf besondere Art die Politik zu mehr Engagement im Klimaschutz auf. Anstatt mit lauten Parolen durch die Straßen zu ziehen, wird hier ganz leise für eine nachhaltige Zukunft getanzt – und gerade damit für Irritation und Aufmerksamkeit gesorgt.

Von Delhi und Jakarta über Paris, London, Lagos und Johannesburg bis nach Rio und Sao Paulo werden diesen Sonntag Bürger rund um den Globus demonstrieren und ihre Staats- und Regierungschefs zu mehr Engagement für den Klimaschutz auffordern, um so die Weichen für einen erfolgreichen Abschluss eines Weltklimaschutzvertrages bei den internationalen Klimaverhandlungen im Dezember 2015 in Paris zu stellen. Höhepunkt ist der Protestmarsch von New York, wo bis zu hunderttausend Teilnehmer erwartet werden. Der Klima-Sondergipfel findet auf Einladung von UN Generalsekretär Ban Ki Moon am 23.9. in New York statt.

In Berlin ziehen die Protestler der Silent Climate Parade mit Funkkopfhörern ausgestattet, tanzend und zugleich ganz leise durch die Stadt. Erwartet werden 3.000 Teilnehmer und mehr. Das Motto der Silent Climate Parade: „Gesellschaft verändern soll Spaß machen!“ Start ist am Sonntag ab 13 Uhr zur Kopfhörerausgabe am Neptunbrunnen am Alexanderplatz, um 15 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung und soll dann gegen 17 Uhr das Brandenburger Tor erreichen. Dort treffen zwei weitere Demonstrationszüge zu einem bunten Festival ein, auf dem engagierte Musiker wie 2Raumwohnung spielen und Klima-Experten sowie Aktivisten von Avaaz, Greenpeace und dem WWF sprechen werden.

René Scharr, Veranstalter der Silent Climate Parade, sagt: „Unsere sogenannte Klimakanzlerin Angela Merkel hält es leider nicht für notwendig, an diesem wichtigen Klimagipfel teilzunehmen. Wir hoffen auf möglichst viele Teilnehmer, um zu zeigen, dass den Menschen in diesem Land ein anspruchsvolles Klimaabkommen und eine klimafreundliche Zukunft am Herzen liegen.“

Die WWF Jugend ist Partner der Silent Climate Parade und möchte so viele ihrer Mitglieder wie möglich mobilisieren, um die Forderung für mehr wirksamen Klimaschutz sichtbar zu machen. Marcel Gluschak, Community Manager der WWF Jugend sagt: „Wir wollen, dass der heutige Tag ein gigantisches Ausrufezeichen setzt und Staats- und Regierungschefs in New York wachrüttelt. Weltweit gehen Menschen heute gemeinsam auf die Straße, um mehr Ambition im globalen Klimaschutz zu fordern. Wir wollen den Politikern zeigen, dass uns unsere Zukunft wichtig ist und wir nicht gewillt sind, weiter vertröstet zu werden!“

Regine Günther, Leiterin Klima und Energiepolitik des WWF, spricht auf der Abschlussveranstaltung am Brandenburger Tor: „Klimaschutz ist ein Wettrennen gegen die Zeit geworden. Wir müssen vor allem schnell Schluss machen mit der Verbrennung des klimaschädlichsten Energieträgers, der Kohle.“

Die weltweite Mobilisierung unterschiedlichster sozialer Gruppen zeigt, dass mehr und mehr Menschen Klimaschutz als eines der wichtigsten Probleme unserer Zeit betrachten. Die globalen CO2-Emissionen erreichen jährlich neue Rekordwerte. Laut IPCC war jedes der drei vergangenen Jahrzehnte wärmer als alle vorhergehenden seit 1850. In der Nordhemisphäre war die letzte 30-jährige Periode die wärmste seit 1400 Jahren.

Laut der Weltorganisation für Meteorologie wurden 13 der 14 wärmsten Jahre weltweit im 21. Jahrhundert registriert. Der damit einhergehende Anstieg des Meeresspiegels und die Versauerung der Meere sind direkte Folgen des Klimawandels. Ohne die drastische Reduzierung von Treibhausgasemissionen wird ein Temperaturanstieg von mehr als zwei Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten nicht zu verhindern sein, was massive negative soziale, ökologische und ökonomische Auswirkungen zur Folge haben wird.


Neue Studien: Erde erreicht bald kritische Erwärmung

Kurz vor dem UN-Klimagipfel in New York mahnen Wissenschaftler die Staaten eindringlich, beim Klimaschutz noch rechtzeitig die Kurve zu bekommen. Falls der CO2-Ausstoß weiter so hoch bleibe wie derzeit, überschreite er schon in etwa 30 Jahren einen kritischen Wert. Das besagen zwei Studien, die jüngst in zwei verschiedenen Fachmagazinen veröffentlicht wurden.

(dpa) - 21. September, 2014

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/katastrophen/id_71104704/neue-studien-erde-erreicht-bald-kritische-erwaermung.html




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