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Aktuell

Kommentare zum G7-Treffen

"Elmau hat geliefert"

Begeisterte Umweltschützer feiern G7-Treffen

Von Michael Donhauser, dpa, 9.6.15

http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/internationale-politik/id_74297544/g7-gipfel-umweltschuetzer-feiern-ueberraschend-starkes-ergebnis-.html


G7 setzt Ende des fossilen Zeitalters auf die globale Agenda

Überraschend starkes klimapolitisches Ergebnis des G7-Gipfels erzeugt Schub für Abkommen in Paris

Germanwatch Pressemitteilung, 8.6.15

Elmau (8. Juni 2015). Die G7-Staaten haben sich heute für das Ende des fossilen Zeitalters in diesem Jahrhundert stark gemacht. Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch wertet dies als überraschend starkes Ergebnis. "Die G7 hat heute das Ende des fossilen Zeitalters auf die globale Agenda gesetzt. Dieser Gipfel sendet ein starkes Signal für ein erfolgreiches Klimaabkommen Ende des Jahres in Paris", sagt Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch. "Alle G7-Staaten verpflichten sich zu einer Energiewende. Zudem wird der Ausbau von Erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern unterstützt. Das sind zwei ganz wichtige Ergebnisse."

Die G7-Staaten untermauern ihr Dekarbonisierungsziel durch drei Schritte: Erstens streben sie als globales Langfristziel an, dass im Laufe des Jahrhunderts der Ausstieg aus fossilen Energieträgern erfolgt. Zweitens drängen sie darauf, im neuen Klimaabkommen zu vereinbaren, dass bis 2050 eine Treibhausgas-Reduktion im oberen Bereich von 40 bis 70 Prozent erfolgt. Sie kündigen für alle G7- Staaten eine Energiewende (Transformation) der Energiesektoren bis 2050 an. Neben Strom bezieht sich dies auch auf Wärme und Mobilität. Für die Implementierung wollen sie entsprechende Strategien vorlegen. Drittens bringen sie Initiativen auf den Weg, um die Transformation in Entwicklungsländern hin zu Erneuerbaren Energien zu beschleunigen.

"Die G7-Staaten kündigen an zu zeigen, wie sie ihre Verpflichtungen erreichen wollen, für die internationale Klimaschutzfinanzierung ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für Klimafinanzierung aufzubringen und zu mobilisieren. Wir erwarten nun, dass zügig ein entsprechender Plan vorgelegt wird", so Christoph Bals. "Für Frau Merkel wird nun schon in wenigen Tagen ein wichtiger Glaubwürdigkeitstest in Deutschland kommen. Wenn die Nutzung von Kohlestrom nicht deutlich zurückgedrängt wird, ist das deutsche Klimaziel bis 2020 nicht mehr zu erreichen. Die Kanzlerin muss nun endlich Farbe bekennen."


NABU: Starkes Signal der G7 zu internationalem Klimaschutz

Tschimpke: International ist die Klimakanzlerin zurück, national fehlt das Bekenntnis zu den Klimazielen

NABU Pressemitteilung, 8.6.15

Berlin – Zum Bekenntnis der G7-Staaten zur Dekarbonisierung der Weltwirtschaft in diesem Jahrhundert und zum Einhalten des Zwei-Grad-Ziels erklärt NABU-Präsident Olaf Tschimpke: „Es ist ein wichtiges Signal für den internationalen Klimaschutz, dass die G7-Länder vor Ablauf des Jahrhunderts den Ausstoß von Treibhausgasen auf Null reduzieren wollen. Angela Merkel hat auf internationaler Bühne ihre Rolle als Klimakanzlerin wieder angenommen und sich gegen den Widerstand ihrer Kollegen mit einem klaren Statement für den Klimaschutz durchgesetzt. Diese Rolle muss Kanzlerin Merkel nun national mit Glaubwürdigkeit füllen: Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft geht nur mit der naturverträglichen Energiewende und wenn die fossilen Energieträger im Boden bleiben. Deshalb wird es Zeit, dass sich Merkel in der Debatte um den Klimabeitrag hinter ihren Wirtschaftsminister stellt. Er hat ein kluges und effektives Instrument für den Klimaschutz auf den Tisch gelegt: Durch die zusätzliche Abgabe für die ältesten und dreckigsten Kohlemeiler kann Deutschland seine Klimaschutzziele erreichen und vermeidet einen Strukturbruch.“


G-7 bleiben bei Klimaschutz und Antibiotika-Reduzierung unverbindlich

Deutschland in beiden Bereichen kein Vorbild
Pro-TTIP-Kurs der G-7 verschärft Umweltkrisen und gefährdet Standards


BUND Pressemitteilung, 8.6.15

Berlin/Elmau: Die Aussagen des G-7-Abschlusskommuniques zum Klimaschutz und zum Schutz der Gesundheit bleiben nach Ansicht von Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), weit hinter den Erfordernissen zurück. Die auch diesmal wiederholte Ankündigung, die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius halten zu wollen, widerspreche dem tatsächlichen Handeln der G-7-Staaten.

"Die G-7-Industrieländer sind für ein Viertel der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, der Ausstieg aus fossilen Energien wurde jedoch vertagt. Das wird dem Ernst der Lage nicht gerecht", sagte Weiger. Der BUND-Vorsitzende kritisierte insbesondere die USA, die mittels Fracking mehr Öl und Gas förderten als je zuvor. Und wenn Deutschland bei der Stromerzeugung weiterhin so stark auf Braunkohle setze, werde es das Ziel einer 40-prozentigen Verringerung seiner CO2-Emissionen bis 2020 verfehlen.

Weiger: "Die G-7-Staaten riskieren den Abschluss des geplanten Pariser Klimaabkommen, indem sie keine konkreten Zusagen zum Ausstieg aus fossilen Energien machen. Kommt von den G-7 in nächster Zeit nicht mehr als die unverbindliche Elmauer Absichtserklärung, ist das Klimaabkommen von Paris in Gefahr. Künftig drohen noch extremere Hochwasser, Gletscherschmelzen, Hurrikans, Dürren, Hungersnöte und Flüchtlingsströme. Die G-7-Staaten müssen sich fragen lassen, warum sie nichts dagegen getan haben."

Dieselbe Frage stelle sich auch bei den auf dem G-7-Gipfel besprochenen Antibiotikaresistenzen, sagte der BUND-Vorsitzende. Weiger: "Eine Schlappe für den Gesundheitsschutz bedeutet es, dass die Regierungschefs keine konkreten Maßnahmen zur Senkung des Antibiotikaeinsatzes in der Fleisch- und Fischerzeugung beschlossen haben. In der Massentierhaltung in Deutschland werden wie in vielen G-7-Staaten mehr als doppelt so viele Antibiotika wie in der Humanmedizin eingesetzt. In den USA sind Antibiotika in der Tiermast sogar prophylaktisch und zur Wachstumsbeschleunigung erlaubt. Um die Verbraucher vor Antibiotikaresistenzen zu schützen, müssten die Regierungen den Einsatz von Antibiotika in Tierhaltungen streng reglementieren."

Weiger kritisierte außerdem den Pro-TTIP-Kurs in der Elmauer Abschlusserklärung. "Bei den G-7-kritischen Demonstrationen in München und in Garmisch-Partenkirchen stand die Kritik an unfairen Handelsbedingungen und am geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP im Zentrum der Proteste. Es ist inakzeptabel, dass die G-7 dies völlig ignorieren und Druck machen für ein Abkommen, das bestehende und künftige Umwelt- und Sozialstandards aufs Spiel setzt. Mit TTIP und CETA könnten deutsche und US-Konzerne den Verbrauchern Hormonfleisch und noch mehr Gentechnik als bisher unterjubeln."

Der BUND-Vorsitzende lobte insbesondere die zirka 40.000 friedlichen Demonstranten in München und weitere mehrere tausend in Garmisch-Partenkirchen, die rund um die Gipfeltage ihrer Kritik an der G-7-Politik phantasievoll und energisch Ausdruck verliehen hätten.


G7: Mehr als erwartet, noch zu wenig für den Planeten

WWF Pressemitteilung, 8.7.15

Elmau - Mit Rückenwind für Klima- und Meeresschutzthemen ging an diesem Montag der G7 Gipfel im bayerischen Elmau zu Ende. „Die Richtung stimmt, doch nun kommt es auf weitere Ausgestaltungen an“, erläutert Eberhard Brandes, Geschäftsführender Vorstand des WWF Deutschland. Die Bundeskanzlerin habe mit ihrer Agenda-Setzung die Voraussetzungen geschaffen, um internationale Lösungen zu ermöglichen.

Die Zusagen der G7 beim Klimaschutz wertet der Umweltschutzverband positiv. Die Industriestaatengruppe wollte nicht mit leeren Händen gen Paris aufbrechen, dort soll im Dezember ein neues Klimaabkommen abgeschlossen werden. „Es ist ein sehr wichtiges Signal, dass sich die G7 Staatschefs darauf verständigt haben, die Daumenschrauben bei fossilen Energien weiter anzuziehen und die Energiesektoren bis 2050 weitgehend von CO2 befreien wollen. Der Countdown für die Nutzung von Kohle, Öl und Gas läuft,“ sagt Brandes.

Dass die Unterstützung der Entwicklungsländer, insbesondere der afrikanischen Staaten, beim Ausbau der erneuerbaren Energien besonderes Gewicht erhielt, sei ein wichtiger Anfang, der aber bis zur Klimakonferenz von Paris durchbuchstabiert und ausgebaut werden müsse. Es seien mehr Initiativen dieser Art nötig. Die Industriestaaten dürften diese Maßnahmen nicht nur als Konjunkturprogramm zur Exportförderung missverstehen, sondern ihre Schritte zuallererst an den Bedürfnissen der Empfängerstaaten ausrichten.

„Die Glaubwürdigkeit von Angela Merkel in Sachen Klimaschutz werden wir daran messen, wie ernst sie zuhause ihre Hausaufgaben erledigt und bereit ist, die notwendigen Einschnitte bei Kohlekraftwerken vorzunehmen, um eine 40 prozentige Emissionsminderung bis 2020 zu ermöglichen“, verdeutlicht Eberhard Brandes.

Am internationalen Tag der Meere stimmten die G7-Staaten im Bereich Tiefseebergbau zu, ein zukünftiges internationales Regelwerk zu unterstützen, das die Meeresumwelt schützt und der derzeit vorherrschenden Goldgräberstimmung Einhalt gebietet. „Mit Fürsprache der G7 kann es gelingen, dass die der internationale Druck steigt, endlich ein klares Regelwerk für den Abbau von metallischen Rohstoffen wie Manganknollen, Kobaltkrusten und Massivsulfiden vorzulegen“, sagt Brandes.

Das derzeit prominenteste Meeresthema und ein besonderes Anliegen der deutschen Präsidentschaft war der Kampf gegen den Meeresmüll. Der WWF begrüßt, dass sich die G7 zum anvisierten Aktionsplan durchgerungen haben. Es fehle jedoch ein klares Minderungsziel für den Plastikmülleintrag und ein Finanzierungskonzept „Die Entschlüsse sind wichtige Wegbereiter, um dem Umweltschutz bei globalen Vereinbarungen zum Umgang mit den Weltmeeren zu seinem Recht zu verhelfen, aber kein Grund, sich zurückzulehnen. Ein Rundumglücklich-Paket ist das nicht, die getroffenen Vereinbarungen sind teilweise noch deutlich zu schwach. Damit es vorangeht, müssen daher ab jetzt Taten eine deutlichere Sprache sprechen als die heutigen Ankündigungen,“ so Brandes.


UN-KlimakonferenzUmweltflucht nimmt zu

Immer mehr Menschen auf der Welt müssen ihre Heimat wegen Naturkatastrophen oder Umweltbelastungen verlassen. Flucht und Vertreibung waren deshalb auch Thema auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen in Bonn. Experten forderten mehr Aufmerksamkeit für die Problematik, die sich ihrer Ansicht nach noch verschärfen wird.

Von Volker Mrasek, Deutschlandfunk, 8.6.15

http://www.deutschlandfunk.de/un-klimakonferenz-umweltflucht-nimmt-zu.676.de.html?dram:article_id=322045




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